Lichen planus der Vulva
Prüfungsrelevanz: in 1 von 197 Prüfungsprotokollen · Rang 171
- Fachgebiet
- Gynäkologie · Vulva & Vagina
- Bilder
- Histologie & Zytologie 1
- Prüfungsrelevanz
- 1 von 197 Protokollen · Rang 171
- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
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Histologie & ZytologieDefinition
- Der vulväre Lichen planus ist eine chronische Autoimmunerkrankung, die Haut und Schleimhäute einschließlich Vulva und Vagina betrifft.
Einteilung
- An der Vulva werden drei Varianten unterschieden: klassisch-papulosquamös, hypertroph und erosiv; die erosive Form ist am häufigsten.
- Die hypertrophe Form zeigt hyperkeratotische Läsionen, die ein Plattenepithelkarzinom imitieren können.
Vorkommen & Epidemiologie
Epidemiologie
- Betroffen sind meist Frauen im fünften oder sechsten Lebensjahrzehnt; die erosive Form kommt bei Kindern nicht vor.
- Bis zu 68 % der Frauen mit erosivem vulvärem Lichen planus haben zusätzlich einen oralen Befall; die erosive Form ist mit weiteren Autoimmunerkrankungen assoziiert, am häufigsten mit Schilddrüsenerkrankungen.
Ätiopathogenese
Ätiologie und Risikofaktoren
- Vermutet wird eine T-Zell-vermittelte Zerstörung der Keratinozyten der Basalschicht; die genaue Ursache ist ungeklärt.
Klinik
- Die erosive Form verursacht Schmerzen, Dyspareunie und Dysurie, nicht erosive Formen typischerweise Pruritus; bei vaginalem Befall kann Fluor auftreten.
- Vulvärer und vaginaler Lichen planus können auch asymptomatisch verlaufen.
- Die erosive Form kann die normale Architektur verändern; es können vaginale Verwachsungen, Stenosen und im Extremfall ein vollständiger Verschluss der Scheide entstehen.
- Das vulvovaginal-gingivale Syndrom ist eine Form des erosiven Lichen planus mit Befall von Vulva, Vagina und Mund und führt oft zu Vernarbungen.
- Der vulväre Lichen planus ist mit dem Plattenepithelkarzinom assoziiert.
Diagnostik
- Die klassische Form zeigt violette Papeln oder Plaques mit weißer Netzzeichnung (Wickham-Streifen), die erosive Form Erosionen mit weißem, spitzenartigem Rand, oft an der Innenseite der Labia minora und am Introitus.
- Histologisch findet sich eine lymphozytäre, lichenoide Dermatitis; gegenüber dem Lichen sclerosus sprechen keilförmige Hypergranulose, zahlreiche Kolloidkörperchen und zugespitzte Reteleisten für einen Lichen planus.
- Bei der erosiven Form kann die Biopsie wegen Epithelverlusts nicht diagnostisch sein.
Weiterlernen in der App
Weiterführende Literatur (Auswahl)
Querverweise
Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.