Mastopathie und Mammazysten
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- Synonyme
- Mammazyste, fibrozystische Mastopathie, Mastodynie, Brustzysten, knotige Brust
- Fachgebiet
- Gynäkologie · Brust (Mamma)
- Bilder
- Sonographie 1 · Mammographie/MRT 2 · Klinik 2
- Prüfungsrelevanz
- 2 von 197 Protokollen · Rang 144
- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
Bilder (5)
Sonographie
Mammographie/MRT
Mammographie/MRT

Definition
- Häufigste gutartige Veränderung der Brust, heute meist als fibrozystische Veränderungen statt als Erkrankung bezeichnet; sie spiegelt hormonell bedingte Umbauvorgänge des Brustgewebes wider und ist keine einheitliche Krankheitsentität.
Vorkommen & Epidemiologie
Epidemiologie
- Fibrozystische Veränderungen betreffen einen erheblichen Anteil der Frauen, vor allem im reproduktiven Alter, und sind die Ursache der am häufigsten berichteten Brustbeschwerden; nach der Menopause klingen die Beschwerden meist ab.
Ätiopathogenese
Ätiologie und Pathogenese
- Zyklische Schwankungen von Östrogen und Progesteron im reproduktiven Alter beeinflussen Epithelproliferation, Stromaödem und Zystenbildung.
- Die wiederholte Stimulation durch Östrogen und Progesteron trägt vermutlich zur Entstehung bei; häufiger sind die Veränderungen bei früher Menarche, Nulliparität oder erster Lebendgeburt nach dem 30. Lebensjahr.
Klinik
- Die Brust ist knotig und dicht, häufig druckschmerzhaft und fühlt sich schwer an; manche Frauen beschreiben brennende Schmerzen.
- Zysten und unscharf begrenzte Knoten liegen meist im oberen äußeren Brustbereich; schmerzhafte, gummiartige Knoten bei Frauen im reproduktiven Alter mit ähnlicher Vorgeschichte sprechen für fibrozystische Veränderungen.
Histologie
- Zu den nicht proliferativen Veränderungen zählen einfache Zysten, Gangektasie, apokrine Metaplasie, leichte Epithelhyperplasie ohne Proliferation und Stromafibrose.
- Unterschieden werden nicht proliferative Veränderungen sowie proliferative Läsionen ohne und mit Atypie; nicht proliferative Befunde erhöhen das Brustkrebsrisiko nicht wesentlich, proliferative ohne Atypie etwa um das 1,5- bis 2-Fache, atypische Hyperplasien etwa um das 4- bis 5-Fache.
Diagnostik
Typische Bildbefunde
- Sonographie (Einfache Mammazyste): Der Herd ist vollständig echoleer, sehr scharf und glatt berandet und zeigt hinter sich eine kräftige Schallverstärkung. Seitlich fallen schmale Schallschatten auf; Binnenechos, Septen oder solide Anteile fehlen.
- Mammographie (Benigne Verkalkungen): Zwei parallel verlaufende, feine Kalklinien ziehen wie Straßenbahnschienen über größere Strecken durch beide Brüste; daneben liegen einzelne runde, glatt begrenzte Verkalkungen. Kein gruppierter feiner Kalk, kein Herd.
- Mammographie (Benigne Verkalkungen): Innerhalb eines glatt begrenzten Herdes liegt eine grobschollige, kräftig verkalkte Struktur, die an Popcorn erinnert. Die Verkalkung ist groß, unregelmäßig geformt, aber scharf begrenzt; das umgebende Gewebe ist unauffällig.
- Die Sonographie ist bei jüngeren Frauen und dichtem Drüsengewebe das bevorzugte erste Bildgebungsverfahren und unterscheidet zystische von soliden Befunden; die Mammographie dient dem Karzinomausschluss.
- Solide Befunde werden durch eine bildgesteuerte Stanzbiopsie histologisch gesichert.
Weiterlernen in der App
Weiterführende Literatur (Auswahl)
Querverweise
Weitere Themen: Brust (Mamma)
Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.