B3-Läsionen der Brust
Prüfungsrelevanz: in 4 von 197 Prüfungsprotokollen · Rang 111
- Synonyme
- atypische duktale Hyperplasie, ADH, flache epitheliale Atypie, radiäre Narbe
- Fachgebiet
- Gynäkologie · Brust (Mamma)
- Bilder
- Sonographie 2
- Prüfungsrelevanz
- 4 von 197 Protokollen · Rang 111
- In der App
- 1 Karteikarten · GynFuchs
- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
Bilder (2)
Sonographie
SonographieDefinition
- B3-Läsionen sind Läsionen der Brust mit unsicherem malignem Potenzial: eine heterogene Gruppe mit grenzwertigem histologischem Spektrum und variablem, insgesamt niedrigem Risiko einer begleitenden Malignität.
Einteilung
B-Klassifikation
- B-Klassifikation: Die Einteilung von B1 bis B5 beschreibt die Dignitätseinschätzung des Stanzmaterials von Normalgewebe bis Malignom.
- B3-Läsionen: Zu den B3-Läsionen mit unsicherem malignem Potenzial gehören atypische duktale Hyperplasie, flache epitheliale Atypie, lobuläre Neoplasie und das Papillom.
- Dazu zählen atypische duktale Hyperplasie (ADH), flache epitheliale Atypie, klassische lobuläre Neoplasie, papilläre Läsionen, benigne Phylloides-Tumoren und radiäre Narben.
- Wird im Folgegewebe ein Karzinom gefunden, wird ein DCIS als B5a und ein invasives Karzinom als B5b eingestuft.
Vorkommen & Epidemiologie
Epidemiologie
- 4–9 % aller Stanzbiopsien werden als B3 klassifiziert, mit steigender Tendenz durch MRT und Vakuumbiopsie; der positive prädiktive Wert für Malignität ist von 29 auf 10 % gesunken.
- Atypische Hyperplasien (ADH und atypische lobuläre Hyperplasie) finden sich in 4–10 % der benignen Brustbiopsien, die wegen Bildgebungs- oder Tastbefunden erfolgen.
Klinik
- Die ADH wird meist zufällig in Nadelbiopsien entdeckt, die wegen auffälliger Mammographiebefunde erfolgen; die flache epitheliale Atypie zeigt sich mammographisch meist als Mikroverkalkungen.
Histologie
- Histologisch entspricht die ADH weitgehend einem niedriggradigen DCIS; abgegrenzt wird über die Ausdehnung: unter 2 mm wird eine ADH, über 2 mm ein niedriggradiges DCIS diagnostiziert.
- Die ADH erhöht das Brustkrebsrisiko etwa um das Fünffache; sie gilt als Risikoläsion, nicht als Vorläuferläsion, da das assoziierte Karzinom an beliebiger Stelle beider Brüste und nicht nur im Bereich der ADH auftreten kann.
Diagnostik
- Die Diagnose wird an der Stanzbiopsie (meist 14G) oder Vakuumbiopsie (7G–11G) unter Ultraschall-, stereotaktischer oder MRT-Steuerung gestellt.
- Die Rate eines Karzinomnachweises im Folgegewebe variiert je nach Läsion; in den Daten der Konsensuskonferenz war sie bei der ADH am höchsten (27,6 %) und bei papillären Läsionen deutlich niedriger (7,8 %).
Weiterlernen in der App
Weiterführende Literatur (Auswahl)
Querverweise
Weitere Themen: Brust (Mamma)
Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.