Uveitis bei rheumatischen Erkrankungen

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Synonyme
Regenbogenhautentzündung, Iritis, Iridozyklitis, Aderhautentzündung, HLA-B27-Uveitis, Panuveitis
Fachgebiet
Innere Medizin · Rheumatologie & Immunologie
Bilder
Klinik 1 · Angiographie 1
Stand
10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
  1. Bilder (2)
  2. Definition
  3. Einteilung
  4. Ätiopathogenese
  5. Klinik
  6. Diagnostik
  7. Weiterlernen in der App
  8. Weiterführende Literatur (frei zugänglich)
  9. Querverweise

Bilder (2)

Uveitis bei rheumatischen Erkrankungen – klinisches Foto: Spaltlampe im regredienten Licht bei Uveitis anterior: zahlreiche feine, punktförmige Hornhautrückflächenbeschläge
Spaltlampe im regredienten Licht bei Uveitis anterior: zahlreiche feine, punktförmige HornhautrückflächenbeschlägeBild: Pratik Y. Gogri, Somen L. Misra, Raghunandan N. Kothari, Akshay J. Bhandari, Hitesh V. Gidwani (Wikimedia Commons) · CC BY 4.0 · Quelle
Uveitis bei rheumatischen Erkrankungen – Weitwinkel-Fluoreszenzangiographie bei aktiver Uveitis: Farbstoffaustritt aus peripheren NetzhautgefäßenAngiographie
Weitwinkel-Fluoreszenzangiographie bei aktiver Uveitis: Farbstoffaustritt aus peripheren NetzhautgefäßenBild: Ying Chi, Chunying Guo, Yuan Peng, Lijun Qiao, Liu Yang (Wikimedia Commons) · CC BY 4.0 · Quelle
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Definition

Uveitis bezeichnet eine Entzündung der Uvea, also von Iris, Ziliarkörper und Aderhaut; Netzhaut, Vorderkammer und Glaskörper sind oft mitbetroffen. Etwa die Hälfte der Fälle ist idiopathisch. Zahlreiche rheumatische Systemerkrankungen gehen mit einer Uveitis einher, vor allem Spondyloarthritiden, juvenile idiopathische Arthritis, Sarkoidose und Morbus Behçet.

Einteilung

Nach der anatomischen Lokalisation:

  • Anteriore Uveitis (Iritis, Iridozyklitis): u. a. bei Spondyloarthritiden, juveniler idiopathischer Arthritis, Herpesviren, tubulointerstitieller Nephritis mit Uveitis (TINU)
  • Intermediäre Uveitis: u. a. bei Sarkoidose, multipler Sklerose, Tuberkulose
  • Posteriore Uveitis (Retinitis, Chorioiditis): u. a. bei Toxoplasmose, Zytomegalievirus, Tuberkulose
  • Panuveitis: Befall aller Abschnitte, z. B. Vogt-Koyanagi-Harada-Syndrom, Morbus Behçet

Ätiopathogenese

  • Spondyloarthritiden: häufige Ursache der anterioren Uveitis, am häufigsten bei ankylosierender Spondylitis, ferner bei reaktiver Arthritis, chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen und Psoriasis-Arthritis; meist HLA-B27-positiv, Männer häufiger.
  • Juvenile idiopathische Arthritis: chronische beidseitige Iridozyklitis, besonders bei der oligoartikulären Form.
  • Rheumatoide Arthritis: keine isolierte Uveitis, aber Skleritis mit möglicher sekundärer Uveitis.
  • Sarkoidose: bis zu 25 % aller Uveitisfälle; bei 10–50 % der weißen Sarkoidosepatienten, häufiger bei Menschen afrikanischer Herkunft und Älteren.
  • Morbus Behçet: häufige Uveitisursache entlang der früheren Seidenstraße; HLA-B51-Assoziation.
  • Vogt-Koyanagi-Harada-Syndrom: vermutete Autoimmunreaktion gegen melaninhaltige Zellen von Uvea, Haut, Innenohr und Meningen.
  • Selten lösen auch Medikamente eine (meist anteriore) Uveitis aus.

Klinik

  • Anteriore Uveitis: Augenschmerz, perikorneale (ziliare) Rötung, Sehminderung und echte Lichtscheu; an der Spaltlampe Zellen und Tyndall-Effekt in der Vorderkammer, Hornhautrückflächenpräzipitate, hintere Synechien, bei schwerem Verlauf Hypopyon.
  • HLA-B27-assoziierte Uveitis: typischerweise einseitig, aber häufig rezidivierend, teils mit Seitenwechsel.
  • Uveitis bei juveniler idiopathischer Arthritis: oft ohne Schmerz, Lichtscheu und Rötung („weiße Iritis“), nur mit Verschwommensehen und Miosis oder ganz symptomlos.
  • Intermediäre und posteriore Uveitis: meist schmerzlos mit Mouches volantes und Sehminderung; Glaskörperzellen, „Schneebälle“ und „Schneebank“, zystoides Makulaödem.
  • Sarkoidose: granulomatöse („speckige“) Präzipitate, Granulome von Bindehaut, Iris, Netzhaut oder Aderhaut, retinale Vaskulitis.
  • Morbus Behçet: schwere anteriore Uveitis mit Hypopyon, Retinitis, retinale Vaskulitis, Papillenentzündung; häufige Rezidive.
  • Vogt-Koyanagi-Harada-Syndrom: früh Tinnitus, Schwindel, Kopfschmerzen und Meningismus, später Vitiligo, Poliosis und Alopezie; seröse Netzhautablösung.

Diagnostik

  • Spaltlampenuntersuchung: Zellen und Tyndall-Effekt in der Vorderkammer sichern die anteriore Uveitis.
  • Ophthalmoskopie in Mydriasis (indirekt empfindlicher als direkt) für intermediäre und posteriore Befunde.
  • Augeninnendruck: bei Uveitis oft (nicht immer) eher niedrig.
  • Ursachensuche nach Begleitbefunden: u. a. HLA-B27 bei Spondyloarthritis-Verdacht, Bindehautbiopsie bei Verdacht auf Sarkoidose, Urin-β2-Mikroglobulin und ggf. Nierenbiopsie bei TINU; der Morbus Behçet wird klinisch anhand der systemischen Manifestationen diagnostiziert.

Weiterlernen in der App

In der InnereFuchs-App lernst du Uveitis bei rheumatischen Erkrankungen mit Karteikarten, Prüfungsfragen und Bildaufgaben (EKG, Röntgen-Thorax, Sonographie, Labor) – kostenlos, im Browser oder als App.

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Weiterführende Literatur (frei zugänglich)

  1. MSD Manual Professional: Uveitis Caused by Systemic Rheumatic Disease
  2. MSD Manual Professional: Overview of Uveitis
  3. MSD Manual Professional: Ankylosing Spondylitis

Querverweise

Hinweis: Lerninhalt für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.