Psoriasis-Arthritis
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- Psoriasisarthritis, Arthritis psoriatica, Schuppenflechte mit Gelenkbeteiligung, Gelenkpsoriasis, PsA, CASPAR
- Fachgebiet
- Innere Medizin · Rheumatologie & Immunologie
- Bilder
- Klinik 2 · MRT 2
- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
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MRT
MRTDefinition
Die Psoriasis-Arthritis (PsA) ist eine chronisch-entzündliche, seronegative Spondyloarthritis bei Menschen mit Psoriasis der Haut oder Nägel. Sie betrifft periphere Gelenke, Sehnenansätze (Enthesen) und das Achsenskelett. Der Befall ist oft asymmetrisch und schließt häufig die distalen Interphalangealgelenke ein. Die Schwere von Haut- und Gelenkbefall stimmt häufig nicht überein.
Einteilung
Subtypen nach Moll und Wright:
- Asymmetrische Oligoarthritis (bis 4 Gelenke): häufigste Form bei Erstmanifestation, etwa 60 %
- Polyarthritis: oft symmetrisch, der rheumatoiden Arthritis ähnlich
- Distaler Typ mit überwiegendem Befall der Endgelenke: etwa 5 %
- Arthritis mutilans: schwerste, rasch destruierende Form mit Knochenresorption und Teleskopfingern
- Axialer Typ mit Sakroiliitis und Spondylitis
CASPAR-Klassifikationskriterien: entzündliche Gelenk-, Wirbelsäulen- oder Enthesenerkrankung plus mindestens 3 Punkte aus: aktuelle Psoriasis (2 Punkte) oder Psoriasis in der Vorgeschichte bzw. in der Familie (1 Punkt); je 1 Punkt für psoriatische Nageldystrophie, negativen Rheumafaktor, Daktylitis (aktuell oder dokumentiert), gelenknahe Knochenneubildung im Röntgenbild.
Vorkommen & Epidemiologie
Eine PsA entwickelt sich bei etwa 20 % der Menschen mit Psoriasis. Die Prävalenz in der Allgemeinbevölkerung liegt weltweit zwischen 0,1 und 1 %. Bei HIV-Infektion ist die PsA häufiger.
Ätiopathogenese
Genetische und Umweltfaktoren wirken zusammen. Das Risiko ist bei HLA-B27 und weiteren Allelen (HLA-Cw6, HLA-B38, HLA-B39, HLA-DR) in der Familie erhöht. Schwere Haut- und Nagelpsoriasis sowie Uveitis sind mit der Entwicklung einer PsA assoziiert; auch körperliche Traumen gelten als Auslöser. Meist geht die Hautpsoriasis der Arthritis voraus, sie kann aber gleichzeitig oder erst später auftreten.
Klinik
- Befall kleiner, mittlerer und großer Gelenke, bevorzugt der distalen Interphalangealgelenke von Fingern und Zehen.
- Daktylitis (Wurstfinger oder -zehe) durch Entzündung der Beugesehnen; häufig und asymmetrisch, bei 40–50 %.
- Enthesitis (z. B. Achillessehne, Patellasehne, Epikondylen, Dornfortsätze) bei 30–50 %.
- Axialer Befall, besonders bei HLA-B27-positiven Männern, meist als asymmetrische Sakroiliitis.
- Haut und Nägel: Psoriasisherde, teils versteckt an Kopfhaut, Ohren, Gesäßfalte oder Nabel; Nageltüpfel, Onycholyse, Hyperkeratose.
- Uveitis als häufigste extraartikuläre Manifestation.
- Rheumaknoten fehlen; Haut- und Gelenkbeschwerden können sich gleichzeitig bessern oder verschlechtern.
Diagnostik
- Die Diagnose ist klinisch und erfordert den Ausschluss anderer Erkrankungen. Bei seronegativer Arthritis mit Endgelenkbefall, Asymmetrie, Befall der unteren Wirbelsäule, Enthesitis oder Daktylitis wird gezielt nach Psoriasis, Nageltüpfeln und familiärer Psoriasis gesucht.
- Rheumafaktor meist negativ, gelegentlich positiv; Anti-CCP nur selten nachweisbar.
- Röntgen: Befall der Endgelenke, Resorption der Endphalangen, becherförmige Ausziehung der proximalen Phalangen (Pencil-in-cup), Arthritis mutilans, proliferative Knochenneubildung, Enthesitis an Achillessehnen- und Plantarfaszienansatz.
- Sonographie erfasst Synovitis, Enthesitis, Daktylitis, Tenosynovitis und Nagelveränderungen, oft früher als die klinische Untersuchung.
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Weiterführende Literatur (frei zugänglich)
Querverweise
Weitere Themen: Rheumatologie & Immunologie
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Hinweis: Lerninhalt für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.