Ösophaguskarzinom
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- Speiseröhrenkrebs, Ösophagus-Ca, Plattenepithelkarzinom der Speiseröhre, Adenokarzinom der Speiseröhre, Barrett-Karzinom
- Fachgebiet
- Innere Medizin · Gastroenterologie
- Bilder
- Endoskopie 1 · CT 1 · Röntgen 1 · Histologie 1 · Makropräparat 1
- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
Bilder (5)
Endoskopie
CT
Röntgen
Histologie
MakropräparatDefinition
Das Ösophaguskarzinom ist ein bösartiger Tumor der Speiseröhre. In den oberen zwei Dritteln ist das Plattenepithelkarzinom der häufigste Typ, im distalen Drittel das Adenokarzinom. Ein Adenokarzinom des distalen Ösophagus ist schwer von einem in die Speiseröhre einwachsenden Kardiakarzinom zu unterscheiden.
Einteilung
- Plattenepithelkarzinom: weltweit häufigster Typ; Varianten sind das Spindelzellkarzinom (schlecht differenziert) und das verruköse Karzinom (gut differenziert).
- Adenokarzinom: im distalen Ösophagus, meist auf dem Boden eines Barrett-Ösophagus.
- Seltene bösartige Tumoren: u. a. mukoepidermoides und adenosquamöses Karzinom, adenoid-zystisches Karzinom, kleinzelliges Karzinom, Karzinoid, Sarkom, primäres malignes Melanom.
- Metastasen anderer Tumoren in der Speiseröhre sind extrem selten.
Vorkommen & Epidemiologie
In Deutschland erkrankten 2023 etwa 5.820 Männer und 1.780 Frauen an Speiseröhrenkrebs. Männer erkranken dreimal so häufig und im Mittel mit 68 Jahren vier Jahre früher als Frauen. Plattenepithelkarzinome machen etwa 42 % aus; der Anteil der Adenokarzinome, die fast ausschließlich am Übergang zum Magen auftreten, ist auf etwa 48 % gestiegen, bei Männern auf 52 %. Nur knapp jeder dritte Tumor wird in einem frühen Stadium (UICC I/II) entdeckt.
Weltweit war Speiseröhrenkrebs 2022 die elfthäufigste Krebsdiagnose mit etwa 511.000 Neuerkrankungen.
Ätiopathogenese
- Alkohol und Tabak (in jeder Form); beim Plattenepithelkarzinom verstärken sich beide Faktoren gegenseitig, und das Risiko steigt mit der täglich getrunkenen Alkoholmenge.
- Gastroösophageale Refluxkrankheit und Barrett-Ösophagus: vor allem für das Adenokarzinom; beim Adenokarzinom ist Alkohol kein wichtiger Risikofaktor, Rauchen trägt jedoch bei.
- Adipositas: vor allem für das Adenokarzinom, wahrscheinlich über die Förderung des Refluxes.
- Höheres Alter und männliches Geschlecht.
- Achalasie: steigert das Risiko für beide Typen deutlich.
- Weitere Faktoren: Infektion mit humanen Papillomviren, Verätzung mit Lauge oder anderen ätzenden Substanzen (mit Striktur), Ösophagusmembranen beim Plummer-Vinson-Syndrom, frühere Strahlenexposition der Speiseröhre.
- Genetische Syndrome: u. a. Tylosis, familiärer Barrett-Ösophagus, Bloom-Syndrom, Fanconi-Anämie; auch eine familiäre Häufung ist bekannt.
Klinik
Frühe Stadien verlaufen meist beschwerdefrei.
- Progrediente Dysphagie: zuerst für feste, dann für breiige Speisen und schließlich für Flüssigkeiten und Speichel.
- Gewichtsverlust: nahezu regelhaft, auch bei gutem Appetit.
- Thoraxschmerz, oft in den Rücken ausstrahlend.
- Heiserkeit durch Stimmlippenlähmung bei Kompression des N. laryngeus recurrens; Nervenkompression kann auch Wirbelsäulenschmerzen, Schluckauf oder eine Zwerchfelllähmung verursachen.
- Intraluminales Wachstum: Odynophagie, Erbrechen, Hämatemesis, Meläna, Eisenmangelanämie, Aspiration und Husten.
- Ösophagotracheale bzw. -bronchiale Fisteln: Lungenabszess und Pneumonie.
- Weitere Befunde: Vena-cava-superior-Syndrom, maligner Pleuraerguss mit Dyspnoe, maligner Aszites, Knochenschmerzen.
- Ausbreitung: lymphogen zu jugulären, zervikalen, supraklavikulären, mediastinalen und zöliakalen Lymphknoten; Fernmetastasen vor allem in Lunge und Leber, seltener in Knochen, Herz, Gehirn, Nebennieren, Nieren und Peritoneum.
Diagnostik
- Endoskopie mit Biopsie: sichert die Diagnose.
- CT von Thorax, Abdomen und Becken sowie Ganzkörper-PET-CT: Ausbreitungsdiagnostik.
- Endosonographie: Beurteilung von Tiefenausdehnung und regionären Lymphknoten.
- Labor: Blutbild (Eisenmangelanämie bei chronischem Blutverlust).
Weiterlernen in der App
Weiterführende Literatur (frei zugänglich)
Querverweise
Weitere Themen: Gastroenterologie
Hinweis: Lerninhalt für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.