Silikose

Synonyme
Staublunge, Quarzstaublunge, Steinstaublunge, Pneumokoniose, Bergmannslunge
Fachgebiet
Innere Medizin · Pneumologie
Bilder
Röntgen 2 · Histologie 1 · Makropräparat 1
Stand
10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
  1. Bilder (4)
  2. Definition
  3. Einteilung
  4. Ätiopathogenese
  5. Klinik
  6. Histologie
  7. Diagnostik
  8. Weiterlernen in der App
  9. Weiterführende Literatur (frei zugänglich)
  10. Querverweise

Bilder (4)

Silikose – Röntgen-Thorax p.a.: einfache Silikose mit zahlreichen kleinen, rundlichen Knötchen, betont in den Ober- und MittelfeldernRöntgen
Röntgen-Thorax p.a.: einfache Silikose mit zahlreichen kleinen, rundlichen Knötchen, betont in den Ober- und MittelfeldernBild: Gumersindorego (Wikimedia Commons) · CC BY-SA 3.0 · Quelle
Silikose – Röntgen-Thorax p.a.: Silikose mit multiplen kleinnodulären Verdichtungen beider Lungen; nebenbefundlich alte Rippenfrakturen linksRöntgen
Röntgen-Thorax p.a.: Silikose mit multiplen kleinnodulären Verdichtungen beider Lungen; nebenbefundlich alte Rippenfrakturen linksBild: Hellerhoff (Wikimedia Commons) · CC BY-SA 3.0 · Quelle
Silikose – Histologie (HE): silikotisches Knötchen aus konzentrisch geschichtetem, zellarmem Kollagen (noduläre Fibrose)Histologie
Histologie (HE): silikotisches Knötchen aus konzentrisch geschichtetem, zellarmem Kollagen (noduläre Fibrose)Bild: Yale Rosen from USA (Wikimedia Commons) · CC BY-SA 2.0 · Quelle
Silikose – Makropräparat: Ganzlungenschnitt: Silikose mit dunkel pigmentierten, konfluierenden fibrotischen Schwielen (progressive massive Fibrose)Makropräparat
Ganzlungenschnitt: Silikose mit dunkel pigmentierten, konfluierenden fibrotischen Schwielen (progressive massive Fibrose)Bild: Gabacho1ro (Wikimedia Commons) · CC BY-SA 3.0 · Quelle
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Definition

Die Silikose ist eine Pneumokoniose durch Einatmen von lungengängigem kristallinem Siliziumdioxid (meist Quarz). Kennzeichnend ist eine knötchenförmige Lungenfibrose. Amorphes Siliziumdioxid wie Glas oder Kieselgur hat keine kristalline Struktur und verursacht keine Silikose.

Einteilung

  • Chronische Silikose: häufigste Form, entwickelt sich langsam und tritt typischerweise Jahrzehnte nach der ersten Exposition auf. Bei der einfachen Form bleiben die Knötchen getrennt und schränken die Lungenfunktion nicht ein; bei der komplizierten Form (progressive massive Fibrose) verschmelzen sie zu großen Konglomeraten, meist in den Oberfeldern.
  • Akzelerierte Silikose: wie die chronische Form, aber bei hoher Exposition mit Beginn innerhalb von 5–10 Jahren nach der ersten Exposition.
  • Akute Silikose (Silikoproteinose): nach intensiver Exposition über kurze Zeit; Beginn Wochen bis einige Jahre nach der ersten Exposition, ähnlich einer pulmonalen alveolären Proteinose.

Ätiopathogenese

Am stärksten gefährdet sind Menschen, die Gestein und Sand bewegen oder sprengen (Bergleute, Steinbrucharbeiter, Steinmetze, Bauarbeiter) oder quarzhaltige Schleifmittel verwenden (Sandstrahler, Glasmacher, Gießer, Edelstein- und Keramikarbeiter, Töpfer). Schwere Ausbrüche wurden auch in der Natursteinverarbeitung beobachtet. Inzidenz und Schweregrad hängen von Dauer und Intensität der Exposition sowie von Form und Oberfläche der Partikel ab.

Pathophysiologie: Alveolarmakrophagen nehmen die Quarzpartikel auf und setzen Zytokine, reaktive Sauerstoffspezies und weitere Mediatoren frei, die Entzündung und Fibrose fördern. Quarzbeladene Makrophagen fördern die Bildung des pathognomonischen silikotischen Knötchens.

Klinik

  • Chronische Silikose: kann symptomlos sein; viele Patienten entwickeln fortschreitende Atemnot und Husten. Bei fortgeschrittener Erkrankung Konsolidierungen, pulmonale Hypertonie und respiratorische Insuffizienz mit oder ohne Rechtsherzinsuffizienz; bei progressiver massiver Fibrose schwere chronische Atemwegsbeschwerden.
  • Akute Silikose: rasch zunehmende Atemnot, Gewichtsverlust und Erschöpfung mit diffusen beidseitigen Rasselgeräuschen; Hypoxämie häufig.
  • Komplikationen: erhöhtes Risiko für Tuberkulose und andere Mykobakteriosen, COPD, Lungenkrebs und systemische Autoimmunerkrankungen.

Histologie

Das silikotische Knötchen enthält anfangs Kollagenfasern und verstreute doppelbrechende Quarzpartikel, die am besten im polarisierten Licht sichtbar sind. Mit zunehmender Reife liegen die Kollagenfasern zentral und werden von einer äußeren Schicht aus Entzündungszellen umgeben.

Diagnostik

  • Berufsanamnese: Dauer der Exposition, Schutzmaßnahmen am Arbeitsplatz und zeitlicher Verlauf der Beschwerden; die Silikose wird weiterhin zu selten diagnostiziert.
  • Röntgen-Thorax: Einstufung nach der ILO-Klassifikation der Pneumokoniosen. Bei einfacher Silikose überwiegend in den Oberlappen beidseitige, 1–3 mm große retikulonoduläre Verdichtungen; verkalkte hiläre und mediastinale Lymphknoten, gelegentlich eierschalenartig (nicht pathognomonisch). Bei komplizierter Silikose große Verschattungen bzw. verkalkte Konglomerate.
  • CT-Thorax: empfindlicher als das Röntgenbild; bei akuter Silikose diffuse alveoläre, basal betonte Verdichtungen ähnlich einer alveolären Proteinose.

Weiterlernen in der App

In der InnereFuchs-App lernst du Silikose mit Karteikarten, Prüfungsfragen und Bildaufgaben (EKG, Röntgen-Thorax, Sonographie, Labor) – kostenlos, im Browser oder als App.

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Weiterführende Literatur (frei zugänglich)

  1. MSD Manual Profi-Ausgabe: Silikose
  2. StatPearls: Silicosis

Querverweise

Hinweis: Lerninhalt für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.