Primäre Myelofibrose
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- Osteomyelofibrose, Myelofibrose, idiopathische Myelofibrose, Knochenmarkfibrose, myeloproliferative Neoplasie
- Fachgebiet
- Innere Medizin · Hämatologie & Onkologie
- Bilder
- Blutausstrich & Zytologie 1 · Histologie 1
- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
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Blutausstrich & Zytologie
HistologieDefinition
Die primäre Myelofibrose (PMF) ist eine chronische myeloproliferative Neoplasie mit Knochenmarkfibrose, extramedullärer Blutbildung (vor allem in der Milz), Splenomegalie und Anämie mit kernhaltigen roten Vorstufen und tränenförmigen Erythrozyten im Blut. Die WHO-Klassifikation unterscheidet eine präfibrotische von der fibrotischen PMF. Abzugrenzen ist die sekundäre Myelofibrose bei anderen Erkrankungen.
Vorkommen & Epidemiologie
Der Erkrankungsgipfel liegt zwischen 50 und 70 Jahren; Männer sind häufiger betroffen.
Ätiopathogenese
Ausgangspunkt ist die neoplastische Transformation einer pluripotenten hämatopoetischen Stammzelle mit Proliferation atypischer Megakaryozyten und Granulozyten. Die Nachkommen des Klons stimulieren nicht-neoplastische Fibroblasten zu vermehrter Kollagenbildung; es entstehen Retikulin- und Kollagenfibrose und Osteosklerose. Treibermutationen betreffen JAK2, CALR oder MPL; selten ist keine davon nachweisbar (triple-negative PMF). Weitere Mutationen, besonders in TET2, ASXL1 und DNMT3A, finden sich bei vielen MPN; seltenere Zusatzmutationen (z. B. in SRSF2, U2AF1, EZH2) sind bei PMF häufiger als bei PV und ET.
Eine sekundäre Myelofibrose kommt u. a. bei Knochenmarkmetastasen, Lymphomen, Leukämien, multiplem Myelom, Tuberkulose, Benzol- oder Strahlenexposition sowie nach PV oder ET vor.
Klinik
- Häufig lange beschwerdefrei.
- Anämie mit Müdigkeit und Leistungsminderung, im Verlauf zunehmend.
- Splenomegalie, teils mit Milzinfarkten; Hepatomegalie bei einem Teil.
- In späteren Stadien Krankheitsgefühl, Gewichtsverlust und Fieber.
- Lymphknotenvergrößerung ist selten.
- Extramedulläre Blutbildung kann die Funktion des betroffenen Organs stören.
- Im Verlauf Knochenmarkversagen mit Thrombozytopenie; Übergang in eine akute Leukämie möglich.
Diagnostik
- Blutbild und Ausstrich: Anämie; Poikilozytose mit tränenförmigen Erythrozyten (Dakryozyten); leukoerythroblastisches Blutbild mit kernhaltigen roten Vorstufen und unreifen Granulozyten; Leukozyten meist erhöht, aber variabel; Thrombozyten anfangs hoch, normal oder niedrig, später meist erniedrigt.
- LDH häufig erhöht.
- Knochenmarkbiopsie: Fibrose in der Retikulin- oder Trichromfärbung; atypische Megakaryozyten.
- Molekulargenetik: Nachweis von JAK2-, CALR- oder MPL-Mutation sichert die Diagnose; erweiterte Gensequenzierung (myeloisches Panel) erfasst zusätzliche Mutationen.
- Ausschluss sekundärer Ursachen einer Myelofibrose.
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Weiterführende Literatur (frei zugänglich)
Querverweise
Weitere Themen: Hämatologie & Onkologie
- Anämie (Einteilung und Abklärung)
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Hinweis: Lerninhalt für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.