Primär sklerosierende Cholangitis (PSC)

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Synonyme
PSC, sklerosierende Cholangitis, Gallengangsentzündung bei Colitis, Small-duct-PSC
Fachgebiet
Innere Medizin · Leber & Gallenwege
Bilder
Sonographie 1
Stand
10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
  1. Bilder (1)
  2. Definition
  3. Einteilung
  4. Vorkommen & Epidemiologie
  5. Ätiopathogenese
  6. Klinik
  7. Diagnostik
  8. Weiterlernen in der App
  9. Weiterführende Literatur (frei zugänglich)
  10. Querverweise

Bilder (1)

Primär sklerosierende Cholangitis (PSC) – Sonographie bei sklerosierender Cholangitis: Gallengang mit verdickter, echoreicher Wand im LängsschnittSonographie
Sonographie bei sklerosierender Cholangitis: Gallengang mit verdickter, echoreicher Wand im LängsschnittBild: Mme Mim (Wikimedia Commons) · CC BY-SA 4.0 · Quelle

Definition

Die PSC ist eine chronische, fortschreitende cholestatische Lebererkrankung. Entzündung und Fibrose führen zu Strikturen und Erweiterungen der intra- und/oder extrahepatischen Gallengänge. Die Diagnose stützt sich auf typische Gallengangsveränderungen in der Cholangiographie nach Ausschluss anderer Ursachen einer sekundären Cholangitis.

Einteilung

  • Klassische PSC: Befall der großen und kleinen Gallengänge, häufig mit chronisch entzündlicher Darmerkrankung
  • Small-duct-PSC: etwa 5 % der Patienten; nur die kleinen Gallengänge betroffen, Cholangiogramm unauffällig, Diagnose nur histologisch; Übergang in die klassische Form ist möglich
  • PSC mit Merkmalen einer Autoimmunhepatitis (Überlappungsform)

Vorkommen & Epidemiologie

Die Prävalenz beträgt etwa 10 pro 100.000. Über 60 % der Patienten sind Männer; die Erkrankung manifestiert sich meist zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr, kommt aber auch bei Kindern und älteren Menschen vor. Eine PSC findet sich bei 2,4–7,5 % der Patienten mit Colitis ulcerosa und bei 1,2–3,4 % der Patienten mit Morbus Crohn.

Ätiopathogenese

Die Ursache ist unbekannt. Für immunvermittelte Mechanismen sprechen die enge Verbindung mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (bei 60–80 % der PSC-Patienten in Nordeuropa und Nordamerika) und der häufige Nachweis von Autoantikörpern wie ANA und atypischen pANCA. Auch eine genetische Komponente besteht: Verwandte ersten Grades haben ein deutlich erhöhtes Erkrankungsrisiko.

Die begleitende Darmerkrankung zeigt häufig ein eigenes Muster: Pankolitis, Aussparung des Rektums und Backwash-Ileitis sind häufiger als bei Colitis ulcerosa ohne PSC.

Klinik

Bis zu 50 % der Patienten sind bei Diagnosestellung beschwerdefrei und fallen nur durch erhöhte Leberwerte auf. Typische Beschwerden sind Schmerzen im rechten Oberbauch, Juckreiz, Ikterus, Müdigkeit und Abgeschlagenheit; Fieberschübe weisen auf bakterielle Cholangitiden hin. Bei der Untersuchung finden sich vor allem Hepato- und Splenomegalie.

Komplikationen im Verlauf:

  • bakterielle Cholangitiden (bei etwa 40 %) und Gallensteine bzw. Choledocholithiasis (bei etwa 50 %)
  • dominante Strikturen der großen Gallengänge
  • Cholangiokarzinom bei 10–20 % der Patienten, außerdem erhöhtes Risiko für Gallenblasenkarzinome
  • erhöhtes Risiko eines kolorektalen Karzinoms bei gleichzeitiger chronisch entzündlicher Darmerkrankung
  • biliäre Zirrhose mit portaler Hypertension

Diagnostik

  • Labor: alkalische Phosphatase und γ-GT meist erhöht; eine normale AP (bei bis zu 20 %) schließt die PSC nicht aus, die Werte schwanken oft. Transaminasen meist nur 2- bis 3-fach erhöht, Bilirubin anfangs meist normal.
  • Autoantikörper: ANA und pANCA häufig positiv, aber nicht beweisend; AMA negativ
  • IgG4 einmalig bei Diagnosestellung zur Abgrenzung der IgG4-assoziierten Cholangitis; erhöhte IgG4-Werte (über 1,4 g/l) kommen jedoch auch bei 10–15 % der PSC-Patienten vor
  • MRCP als wichtigstes Verfahren der Cholangiographie: perlschnurartiges Bild aus Strikturen und vorgeschalteten Erweiterungen der Gallengänge
  • Leberbiopsie nur bei Verdacht auf Small-duct-PSC oder Überlappung mit einer Autoimmunhepatitis; typisch ist eine konzentrische, zwiebelschalenartige Fibrose um die Gallengänge
  • Bei bekannter chronisch entzündlicher Darmerkrankung sprechen dauerhaft erhöhte Cholestaseparameter für eine PSC; die Darmerkrankung kann aber auch erst nach der PSC diagnostiziert werden

Weiterlernen in der App

In der InnereFuchs-App lernst du Primär sklerosierende Cholangitis (PSC) mit Karteikarten, Prüfungsfragen und Bildaufgaben (EKG, Röntgen-Thorax, Sonographie, Labor) – kostenlos, im Browser oder als App.

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Weiterführende Literatur (frei zugänglich)

  1. DGVS/AWMF 021-027: S2k-Leitlinie Autoimmune Lebererkrankungen (Stand 2017)
  2. MSD Manual Professional: Primary Sclerosing Cholangitis (PSC)

Querverweise

Hinweis: Lerninhalt für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.