Primär sklerosierende Cholangitis (PSC)
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- PSC, sklerosierende Cholangitis, Gallengangsentzündung bei Colitis, Small-duct-PSC
- Fachgebiet
- Innere Medizin · Leber & Gallenwege
- Bilder
- Sonographie 1
- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
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SonographieDefinition
Die PSC ist eine chronische, fortschreitende cholestatische Lebererkrankung. Entzündung und Fibrose führen zu Strikturen und Erweiterungen der intra- und/oder extrahepatischen Gallengänge. Die Diagnose stützt sich auf typische Gallengangsveränderungen in der Cholangiographie nach Ausschluss anderer Ursachen einer sekundären Cholangitis.
Einteilung
- Klassische PSC: Befall der großen und kleinen Gallengänge, häufig mit chronisch entzündlicher Darmerkrankung
- Small-duct-PSC: etwa 5 % der Patienten; nur die kleinen Gallengänge betroffen, Cholangiogramm unauffällig, Diagnose nur histologisch; Übergang in die klassische Form ist möglich
- PSC mit Merkmalen einer Autoimmunhepatitis (Überlappungsform)
Vorkommen & Epidemiologie
Die Prävalenz beträgt etwa 10 pro 100.000. Über 60 % der Patienten sind Männer; die Erkrankung manifestiert sich meist zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr, kommt aber auch bei Kindern und älteren Menschen vor. Eine PSC findet sich bei 2,4–7,5 % der Patienten mit Colitis ulcerosa und bei 1,2–3,4 % der Patienten mit Morbus Crohn.
Ätiopathogenese
Die Ursache ist unbekannt. Für immunvermittelte Mechanismen sprechen die enge Verbindung mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (bei 60–80 % der PSC-Patienten in Nordeuropa und Nordamerika) und der häufige Nachweis von Autoantikörpern wie ANA und atypischen pANCA. Auch eine genetische Komponente besteht: Verwandte ersten Grades haben ein deutlich erhöhtes Erkrankungsrisiko.
Die begleitende Darmerkrankung zeigt häufig ein eigenes Muster: Pankolitis, Aussparung des Rektums und Backwash-Ileitis sind häufiger als bei Colitis ulcerosa ohne PSC.
Klinik
Bis zu 50 % der Patienten sind bei Diagnosestellung beschwerdefrei und fallen nur durch erhöhte Leberwerte auf. Typische Beschwerden sind Schmerzen im rechten Oberbauch, Juckreiz, Ikterus, Müdigkeit und Abgeschlagenheit; Fieberschübe weisen auf bakterielle Cholangitiden hin. Bei der Untersuchung finden sich vor allem Hepato- und Splenomegalie.
Komplikationen im Verlauf:
- bakterielle Cholangitiden (bei etwa 40 %) und Gallensteine bzw. Choledocholithiasis (bei etwa 50 %)
- dominante Strikturen der großen Gallengänge
- Cholangiokarzinom bei 10–20 % der Patienten, außerdem erhöhtes Risiko für Gallenblasenkarzinome
- erhöhtes Risiko eines kolorektalen Karzinoms bei gleichzeitiger chronisch entzündlicher Darmerkrankung
- biliäre Zirrhose mit portaler Hypertension
Diagnostik
- Labor: alkalische Phosphatase und γ-GT meist erhöht; eine normale AP (bei bis zu 20 %) schließt die PSC nicht aus, die Werte schwanken oft. Transaminasen meist nur 2- bis 3-fach erhöht, Bilirubin anfangs meist normal.
- Autoantikörper: ANA und pANCA häufig positiv, aber nicht beweisend; AMA negativ
- IgG4 einmalig bei Diagnosestellung zur Abgrenzung der IgG4-assoziierten Cholangitis; erhöhte IgG4-Werte (über 1,4 g/l) kommen jedoch auch bei 10–15 % der PSC-Patienten vor
- MRCP als wichtigstes Verfahren der Cholangiographie: perlschnurartiges Bild aus Strikturen und vorgeschalteten Erweiterungen der Gallengänge
- Leberbiopsie nur bei Verdacht auf Small-duct-PSC oder Überlappung mit einer Autoimmunhepatitis; typisch ist eine konzentrische, zwiebelschalenartige Fibrose um die Gallengänge
- Bei bekannter chronisch entzündlicher Darmerkrankung sprechen dauerhaft erhöhte Cholestaseparameter für eine PSC; die Darmerkrankung kann aber auch erst nach der PSC diagnostiziert werden
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Weiterführende Literatur (frei zugänglich)
Querverweise
Hinweis: Lerninhalt für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.