Primär biliäre Cholangitis (PBC)
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- PBC, primär biliäre Zirrhose, PBZ, autoimmune Gallengangsentzündung, AMA-positive Cholestase
- Fachgebiet
- Innere Medizin · Leber & Gallenwege
- Bilder
- Histologie 1 · Blutausstrich & Zytologie 1
- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
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Histologie
Blutausstrich & ZytologieDefinition
Die primär biliäre Cholangitis (PBC) ist eine chronische, nichteitrige, granulomatöse und destruierende Entzündung der kleinen intrahepatischen Gallengänge, vermutlich autoimmuner Ursache. Sie führt zu chronischer Cholestase und kann über Jahre in eine Zirrhose übergehen. Der frühere Name „primär biliäre Zirrhose" wurde 2014 aufgegeben, weil viele Patienten heute in frühen Stadien ohne Zirrhose erkannt werden; die Abkürzung PBC blieb erhalten.
Vorkommen & Epidemiologie
Etwa 90–95 % der Betroffenen sind Frauen, meist im Alter von 40 bis 70 Jahren. Die Prävalenz wird mit etwa 2 bis 40 pro 100.000 Einwohner angegeben; die Inzidenz nimmt zu. Männer sind oft weniger symptomatisch.
Ätiopathogenese
Angenommen wird ein Zusammenspiel genetischer Faktoren und Umwelteinflüssen; Rauchen und häufige Harnwegsinfekte gehen mit einem höheren Erkrankungsrisiko einher. Bei 90–95 % finden sich antimitochondriale Antikörper (AMA) gegen Antigene der inneren Mitochondrienmembran. Die Immunreaktion zerstört die Epithelien der interlobulären und septalen Gallengänge, sodass Galle sich staut und die Leber geschädigt wird.
Häufig bestehen weitere Autoimmunerkrankungen, besonders Sjögren-Syndrom, systemische Sklerose bzw. CREST-Syndrom und Autoimmunthyreoiditis.
Klinik
Viele Patienten werden heute zufällig durch erhöhte Cholestaseparameter entdeckt. Bis zu 80 % leiden an Fatigue und Juckreiz, der oft schon vor dem Ikterus auftritt. Weitere Beschwerden und Befunde:
- Missempfindungen im rechten Oberbauch, vergrößerte derbe Leber, Splenomegalie
- Sicca-Symptomatik und Arthralgien
- Xanthelasmen und Hyperpigmentierung der Haut
- Ikterus als Zeichen fortgeschrittener Erkrankung
- Fettmalabsorption mit Mangel an fettlöslichen Vitaminen und Osteoporose
- im Spätstadium Zeichen der Zirrhose und portalen Hypertension
Histologie
Typisch ist eine Cholangitis der interlobulären und septalen Gallengänge. Die floriden Gallengangsläsionen mit ausgeprägter Entzündung um die Gänge, Nekrosen und Granulomen gelten als nahezu pathognomonisch. Das Infiltrat besteht vorwiegend aus Lymphozyten und mononukleären Zellen. Im Verlauf gehen Gallengänge verloren (Duktopenie). Die Stadieneinteilung erfolgt nach Ludwig oder Scheuer.
Diagnostik
Die Diagnose PBC wird gestellt, wenn mindestens zwei von drei Kriterien erfüllt sind:
- chronisch erhöhte Cholestaseparameter (vor allem alkalische Phosphatase) über mehr als 6 Monate
- antimitochondriale Antikörper oder PBC-spezifische antinukleäre Antikörper
- typische Histologie
Weitere Befunde und Untersuchungen:
- AP und γ-GT erhöht, Bilirubin anfangs meist normal; ein Anstieg zeigt Fortschreiten an
- IgM häufig erhöht, Cholesterin oft erhöht
- AMA-M2 im ELISA: Sensitivität etwa 90 %, Spezifität etwa 96 %; PBC-spezifische ANA gegen sp100 („nuclear dots") und gp210 (Kernmembranmuster), besonders bei AMA-negativen Patienten
- Sonographie zum Ausschluss einer Gallenwegsobstruktion; vergrößerte Lymphknoten an der Leberpforte sind häufig
- Elastographie zur Einschätzung des Fibrosestadiums
- Leberbiopsie bei unklarer Diagnose oder Verdacht auf eine zusätzliche Lebererkrankung
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Weiterführende Literatur (frei zugänglich)
Querverweise
Hinweis: Lerninhalt für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.