Hepatitis C

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Synonyme
HCV, Leberentzündung Typ C, Non-A-non-B-Hepatitis, chronische Hepatitis C
Fachgebiet
Innere Medizin · Leber & Gallenwege
Bilder
Histologie 1
Stand
10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
  1. Bilder (1)
  2. Definition
  3. Einteilung
  4. Vorkommen & Epidemiologie
  5. Ätiopathogenese
  6. Klinik
  7. Diagnostik
  8. Weiterlernen in der App
  9. Weiterführende Literatur (frei zugänglich)
  10. Querverweise

Bilder (1)

Hepatitis C (Leberentzündung) – Spätstadium – Histologie (HE) bei chronischer Hepatitis C: bindegewebige Septen zwischen Leberläppchen mit chronischer Entzündung (fortgeschrittene Fibrose bis Zirrhose)Histologie
Histologie (HE) bei chronischer Hepatitis C: bindegewebige Septen zwischen Leberläppchen mit chronischer Entzündung (fortgeschrittene Fibrose bis Zirrhose)Bild: Mikael Häggström , M.D. Author info - Reusing images - Conflicts of interest: None Mikael Häggström , M.D. Consent note : Consent from the patient or patient's relatives is regarded as redundant, because of absence of identifiable features ( List of HIPAA identifiers ) in the media and case information ( See also HIPAA case reports guidance ). (Wikimedia Commons) · CC0 · Quelle

Definition

Die Hepatitis C ist eine Infektion der Leber mit dem Hepatitis-C-Virus (HCV), einem umhüllten, einzelsträngigen RNA-Virus mit Plusstrang-Polarität aus der Familie der Flaviviridae. Das Virus wurde 1989 identifiziert; zuvor sprach man von „Non-A-non-B-Hepatitis". Wegen einer hohen Mutationsrate ist HCV genetisch sehr variabel.

Die Infektion wird in den ersten 6 Monaten als akut bezeichnet; besteht sie länger, liegt eine chronische Hepatitis C vor.

Einteilung

Es werden die Genotypen 1 bis 7 mit über 60 Subtypen unterschieden. Weltweit, auch in Europa und Nordamerika, ist Genotyp 1 am häufigsten (46 %), gefolgt von Genotyp 3 (30 %).

Vorkommen & Epidemiologie

Nach WHO-Schätzungen sind etwa 71 Millionen Menschen chronisch mit HCV infiziert, rund 1 % der Weltbevölkerung. In Deutschland lag die Anti-HCV-Prävalenz der Allgemeinbevölkerung in der Studie DEGS1 bei 0,3 %. Deutlich höher ist sie bei Menschen mit injizierendem Drogenkonsum (37–75 %) und bei Gefängnisinsassen (8,6–17,6 %). Gemeldete Erstdiagnosen betreffen Männer mehr als doppelt so häufig wie Frauen, mit einem Gipfel im Alter von 30–39 Jahren.

Ätiopathogenese

HCV wird parenteral über Blut übertragen. Weltweit sind die unsichere Wiederverwendung von Nadeln in der Medizin und Drogenkonsum die Hauptursachen neuer Infektionen; in Deutschland betrifft HCV vor allem Menschen, die Drogen konsumieren oder konsumiert haben. Risiko bergen das Teilen von Nadeln, Filtern, Löffeln und anderem Zubehör sowie gemeinsam genutzte Röhrchen beim nasalen Drogenkonsum.

Sexuelle Übertragung ist insgesamt selten, kommt aber bei verletzungsträchtigen Sexualpraktiken vor, vor allem bei HIV-positiven Männern, die Sex mit Männern haben. Das Risiko einer Übertragung von der Mutter auf das Kind liegt bei 3–10 %. Nach Nadelstichverletzung mit HCV-haltigem Blut beträgt das Infektionsrisiko im Mittel unter 1 %. Blutprodukte spielen in Deutschland seit der Testung ab 1991 keine relevante Rolle mehr.

Das Fortschreiten der Fibrose wird unter anderem durch Alkohol, Übergewicht, Insulinresistenz, Typ-2-Diabetes, höheres Alter bei Infektion und eine Koinfektion mit HIV oder HBV beschleunigt.

Klinik

Akute Hepatitis C

Antikörper werden meist 7–8 Wochen nach Infektion nachweisbar. Etwa 75 % der akuten Infektionen verlaufen ohne auffällige Symptome oder nur grippeähnlich; etwa 25 % entwickeln eine meist milde Hepatitis mit Ikterus. Fulminante Verläufe sind sehr selten. Bei 15–40 % klingt die Infektion spontan ab, bei etwa 60–85 % wird sie chronisch.

Chronische Hepatitis C

Die chronische Hepatitis C verläuft oft uncharakteristisch mit Müdigkeit, Oberbauchbeschwerden, Leistungsminderung, teils Juckreiz und Gelenkbeschwerden. Etwa 16–20 % entwickeln nach 20 Jahren eine Leberzirrhose. Bei HCV-bedingter Zirrhose liegt das jährliche Risiko eines hepatozellulären Karzinoms bei 2–4 %.

Häufig sind extrahepatische Manifestationen: eine durch kälteausfallende Immunglobuline verursachte Immunkomplexvaskulitis mit Purpura, Arthralgien und Glomerulonephritis, B-Zell-Lymphome, Diabetes mellitus, Lichen ruber planus, Porphyria cutanea tarda, Sjögren-Syndrom, chronische Niereninsuffizienz und Depression.

Diagnostik

  • Anti-HCV (Immunoassay) als Suchtest; bei positivem Ergebnis folgt der direkte Virusnachweis, weil Antikörper nicht zwischen abgelaufener und bestehender Infektion unterscheiden
  • HCV-RNA (PCR) oder HCV-Core-Antigen belegen eine aktive Infektion; die RNA ist schon wenige Tage nach Infektion messbar und daher bei Verdacht auf eine frische Infektion auch bei negativem Antikörpertest entscheidend
  • Anti-HCV positiv und HCV-RNA negativ spricht für eine abgelaufene Infektion
  • Genotypisierung und Viruslast ergänzen die Charakterisierung
  • Leberschaden: Transaminasen (oft nur mäßig erhöht), Syntheseparameter, Blutbild; Fibrosebeurteilung nichtinvasiv mit Elastographie oder Scores wie APRI und FIB-4
  • Untersuchung auf HBV- und HIV-Koinfektion

Weiterlernen in der App

In der InnereFuchs-App lernst du Hepatitis C mit Karteikarten, Prüfungsfragen und Bildaufgaben (EKG, Röntgen-Thorax, Sonographie, Labor) – kostenlos, im Browser oder als App.

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Weiterführende Literatur (frei zugänglich)

  1. RKI-Ratgeber: Hepatitis C
  2. MSD Manual Professional: Hepatitis C, Chronic
  3. MSD Manual Professional: Hepatitis C, Acute

Querverweise

Hinweis: Lerninhalt für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.