Pankreaskarzinom
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- Bauchspeicheldrüsenkrebs, Pankreas-Ca, duktales Adenokarzinom des Pankreas, Pankreaskopfkarzinom, PDAC
- Fachgebiet
- Innere Medizin · Gastroenterologie
- Bilder
- CT 1 · Histologie 1 · Makropräparat 1
- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
Bilder (3)
CT
Histologie
MakropräparatDefinition
Das Pankreaskarzinom ist ein bösartiger Tumor der Bauchspeicheldrüse, meist ein duktales Adenokarzinom. Die meisten Pankreaskarzinome sind exokrine Tumoren aus Gang- und Azinuszellen; Adenokarzinome des exokrinen Pankreas gehen neunmal häufiger von Gangzellen als von Azinuszellen aus. Das Azinuszellkarzinom ist selten. Neuroendokrine Tumoren des Pankreas werden gesondert betrachtet.
Einteilung
Nach der Lage werden Karzinome des Pankreaskopfs (überwiegende Mehrzahl) von Karzinomen in Korpus und Schwanz unterschieden; daraus ergeben sich unterschiedliche Leitsymptome. Weitere, seltenere Formen exokriner Tumoren sind das Zystadenokarzinom und intraduktale papillär-muzinöse Neoplasien. Bei Diagnose haben 90 % der Patienten einen lokal fortgeschrittenen Tumor mit Befall retroperitonealer Strukturen, regionärer Lymphknoten oder Metastasen in Leber oder Lunge.
Vorkommen & Epidemiologie
In Deutschland erkrankten 2023 etwa 19.900 Menschen an Bauchspeicheldrüsenkrebs; das Pankreaskarzinom ist bei beiden Geschlechtern die vierthäufigste Krebstodesursache. Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei 76 Jahren (Frauen) bzw. 72 Jahren (Männer). Seit Ende der 1990er-Jahre sind die altersstandardisierten Erkrankungsraten leicht gestiegen, besonders ab 65 Jahren. Frühe Stadien verursachen oft keine oder nur unspezifische Beschwerden, sodass der Tumor häufig spät erkannt wird.
Ätiopathogenese
Risikofaktoren:
- Rauchen, aktiv und passiv
- starkes Übergewicht (Adipositas), Diabetes mellitus Typ 2
- chronische Pankreatitis
- sehr hoher Alkoholkonsum
- Exposition gegenüber Chemikalien wie beta-Naphthylamin, Benzidin, Asbest, Benzol und chlorierten Kohlenwasserstoffen
- Infektionen mit Helicobacter pylori und Hepatitis B werden mit der Entstehung in Verbindung gebracht
- familiäre Belastung; etwa 10 % der Pankreaskarzinome haben eine genetische Komponente, z. B. hereditäre Pankreatitis, Peutz-Jeghers-Syndrom, Lynch-Syndrom, CDKN2A-Mutation oder Mutationen in BRCA1, BRCA2, PALB2 und ATM
Klinik
Etwa 80 % der Adenokarzinome liegen im Pankreaskopf; daher steht häufig ein Verschlussikterus im Vordergrund.
Die Beschwerden sind unspezifisch und führen oft erst spät zur Diagnose.
- starke Oberbauchschmerzen, meist in den Rücken ausstrahlend, und Gewichtsverlust bei den meisten Patienten
- Pankreaskopfkarzinom: Verschlussikterus (mit Juckreiz) bei 80–90 %
- Korpus- und Schwanzkarzinom: Verschluss der Milzvene mit Splenomegalie, Magen- und Ösophagusvarizen und gastrointestinaler Blutung
- Diabetes mellitus bei bis zur Hälfte der Patienten (Polyurie, Polydipsie)
- exokrine Pankreasinsuffizienz mit Malabsorption: Blähungen, wässrige, fettige oder übelriechende Durchfälle, Gewichtsverlust und Vitaminmangel
Diagnostik
Tumormarker und Ausbreitung
- CA 19-9 ist der gebräuchliche Tumormarker, aber nicht bei allen Patienten erhöht und nicht als Suchtest geeignet
- Zur lokalen Ausbreitung wird eine Infiltration von Truncus coeliacus, A. mesenterica superior, A. hepatica communis, Pfortader und V. mesenterica superior beurteilt; dazu kommt die Suche nach Tumorabsiedlungen außerhalb des Pankreas
- Bildgebung: CT des Abdomens in Pankreastechnik (drei Kontrastmittelphasen, Schichtdicke höchstens 5 mm) oder MRT mit MRCP, je nach Verfügbarkeit
- Endosonographie mit Feinnadelpunktion: Gewebediagnose und Beurteilung der Ausdehnung; MRT/MRCP oder Endosonographie erkennen auch kleine, im CT nicht sichtbare Tumoren
- auch bei offensichtlich fortgeschrittener Erkrankung wird eine Gewebeprobe gewonnen (Endosonographie oder perkutane Punktion)
- Labor: erhöhte alkalische Phosphatase und erhöhtes Bilirubin sprechen für einen Gallengangsverschluss oder Lebermetastasen; Amylase und Lipase sind meist normal
- CA 19-9: für die Verlaufsbeurteilung, nicht als Suchtest für die Bevölkerung geeignet; nicht bei allen Patienten erhöht
- genetische Untersuchung: wird heute allen Patienten mit Pankreaskarzinom angeboten
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Weiterführende Literatur (frei zugänglich)
Querverweise
Weitere Themen: Gastroenterologie
Hinweis: Lerninhalt für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.