Monoklonale Gammopathie unklarer Signifikanz (MGUS)
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- monoklonale Gammopathie, Paraproteinämie, M-Gradient, Paraprotein, Gammopathie
- Fachgebiet
- Innere Medizin · Hämatologie & Onkologie
- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
Definition
Die monoklonale Gammopathie unklarer Signifikanz (MGUS) ist eine asymptomatische, prämaligne klonale Plasmazellerkrankung. Ein M-Protein ist in Serum oder Urin nachweisbar, ohne dass ein multiples Myelom oder eine verwandte lymphoplasmozytische Neoplasie vorliegt. Die MGUS ist obligate Vorstufe von multiplem Myelom, Morbus Waldenström und AL-Amyloidose.
Einteilung
Diagnosekriterien (IMWG 2014):
- Serum-M-Protein < 3 g/dl
- klonale Plasmazellen im Knochenmark < 10 %
- keine Endorganschäden durch die Plasmazellerkrankung (keine CRAB-Kriterien: Hyperkalzämie, Niereninsuffizienz, Anämie, Knochenläsionen)
Subtypen nach Isotyp:
- Nicht-IgM-MGUS (IgG, IgA, selten IgD): Übergang vor allem in ein multiples Myelom
- IgM-MGUS: Übergang vor allem in ein lymphoplasmozytisches Lymphom/Morbus Waldenström
- Leichtketten-MGUS: pathologischer Quotient der freien Leichtketten (< 0,26 oder > 1,65) ohne Schwerkette
Vorkommen & Epidemiologie
Die Häufigkeit nimmt mit dem Alter zu: etwa 3 % der Menschen ab 50 Jahren und etwa 5 % ab 70 Jahren haben eine MGUS; unter 40 Jahren ist sie selten (< 0,3 %). Männer sind häufiger betroffen als Frauen, Menschen afrikanischer Abstammung zwei- bis dreimal häufiger. Das Risiko des Übergangs in eine maligne Erkrankung liegt bei etwa 1 % pro Jahr.
Ätiopathogenese
Aus einem polyklonalen Hintergrund geht eine monoklonale Plasmazellpopulation hervor. Etwa die Hälfte der MGUS zeigt Aneuploidie, besonders Hyperdiploidie; daneben kommen Translokationen am Immunglobulin-Schwerkettenlocus vor. Autoimmunerkrankungen und chronische Immunstimulation sind mit einem erhöhten MGUS-Risiko verbunden. Eine MGUS kann auch zusammen mit anderen Erkrankungen auftreten.
Klinik
Die MGUS verursacht meist keine Beschwerden und wird zufällig bei einer Eiweißelektrophorese entdeckt. Möglich sind eine periphere Neuropathie sowie vermehrter Knochenabbau mit erhöhtem Frakturrisiko. Warnzeichen für einen Übergang sind u. a. ausgeprägte Müdigkeit, Nachtschweiß, Fieber, ungewollter Gewichtsverlust, Knochenschmerzen, Organomegalie, Lymphknotenschwellung, Blutungsneigung, ungeklärte Anämie, Hyperkalzämie oder Nierenfunktionsverschlechterung.
Diagnostik
- Serumeiweißelektrophorese mit Immunfixation in Serum und Urin, quantitative Immunglobuline und freie Leichtketten im Serum
- Blutbild, Calcium und Kreatinin zum Ausschluss von CRAB-Kriterien
- Risikofaktoren für einen Übergang: pathologischer Leichtkettenquotient, Nicht-IgG-Isotyp und M-Protein ≥ 1,5 g/dl; außerdem > 5 % klonale Plasmazellen und Verminderung der nicht betroffenen Immunglobuline
- Knochenmarkpunktion und Skelettbildgebung bei höherem Risiko oder klinischen bzw. laborchemischen Auffälligkeiten; bei IgG-MGUS mit M-Protein < 1,5 g/dl und normalem Leichtkettenquotienten ohne Warnzeichen verzichtbar
- Bei Frakturrisiko Skelettröntgen und Knochendichtemessung
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Weiterführende Literatur (frei zugänglich)
Querverweise
Weitere Themen: Hämatologie & Onkologie
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Hinweis: Lerninhalt für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.