Magenkarzinom
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- Magenkrebs, Magen-Ca, Adenokarzinom des Magens, Siegelringzellkarzinom, Linitis plastica, Kardiakarzinom
- Fachgebiet
- Innere Medizin · Gastroenterologie
- Bilder
- Endoskopie 1 · Röntgen 1 · Histologie 1 · Makropräparat 1
- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
Bilder (4)
Endoskopie
Röntgen
Histologie
MakropräparatDefinition
Das Magenkarzinom ist ein bösartiger Tumor des Magens. Das Adenokarzinom macht etwa 95 % der bösartigen Magentumoren aus; seltener sind lokalisierte Magenlymphome, gastrointestinale Stromatumoren und Leiomyosarkome.
Einteilung
Makroskopische Einteilung des Adenokarzinoms:
- Protrudierend: polypöser oder pilzförmiger Tumor.
- Penetrierend: ulzerierter Tumor.
- Oberflächlich ausbreitend: Ausbreitung entlang der Schleimhaut oder oberflächliche Infiltration der Magenwand.
- Linitis plastica: diffuse Infiltration der Magenwand mit fibröser Reaktion und starrem „Lederflaschenmagen".
- Mischformen: Merkmale von zwei oder mehr Typen; größte Gruppe.
Vorkommen & Epidemiologie
In Deutschland erkrankten 2023 etwa 9.040 Männer und 5.580 Frauen an Magenkrebs; Frauen erkranken im Mittel mit 74, Männer mit 71 Jahren. Erkrankungs- und Sterberaten sinken seit Jahrzehnten, am stärksten bei Tumoren des Magenausgangs. Bei Männern liegen die Tumoren etwa doppelt so häufig wie bei Frauen am Mageneingang (Kardia). In knapp 40 % der Fälle mit dokumentiertem Stadium bestehen bei Diagnose bereits Fernmetastasen.
Weltweit ist Magenkrebs die fünfthäufigste Krebserkrankung, mit großen regionalen Unterschieden: sehr hohe Inzidenz in Ostasien und Osteuropa, niedrigste in Afrika. Die Häufigkeit nimmt mit dem Alter zu.
Ätiopathogenese
- Helicobacter pylori: wichtigster Risikofaktor, besonders bei ausgedehnter intestinaler Metaplasie.
- Autoimmune atrophische Gastritis.
- Epstein-Barr-Virus: etwa 5–10 % der Magenkarzinome.
- Rauchen und Alkohol.
- Ernährung: durch Einsalzen konservierte Lebensmittel, hoher Salzkonsum und verarbeitete Fleischprodukte; für verarbeitetes Fleisch berichtet die Internationale Agentur für Krebsforschung der WHO einen positiven Zusammenhang.
- Magenpolypen: adenomatöse Polypen, besonders multiple, über 2 cm große oder villöse, haben das höchste Entartungsrisiko.
- Refluxkrankheit: Hinweise auf ein erhöhtes Risiko für Tumoren am Übergang zur Speiseröhre.
- Weitere Faktoren: postoperativ veränderter Magen, niedriger sozioökonomischer Status.
- Familiäre und genetische Faktoren: Verwandte ersten Grades haben ein zwei- bis dreifach höheres Risiko. Das hereditäre diffuse Magenkarzinom beruht auf Mutationen im CDH1-Gen (autosomal-dominant, hohe Penetranz; Erkrankung im Mittel mit 38 Jahren, Lebenszeitrisiko etwa 80 %). Weitere Syndrome sind familiäre adenomatöse Polyposis, Lynch-Syndrom, juvenile Polyposis und Peutz-Jeghers-Syndrom.
Klinik
- Frühe Beschwerden: unspezifisch, oft dyspeptisch wie bei einem Ulkus; sie werden leicht verkannt.
- Später: frühes Sättigungsgefühl bei Obstruktion des Pylorus oder nicht dehnbarem Magen (Linitis plastica), Dysphagie bei Kardiakarzinom, Gewichts- und Kraftverlust.
- Blutung: massive Hämatemesis oder Meläna sind selten, eine Anämie durch okkulten Blutverlust ist häufiger.
- Erstmanifestation durch Metastasen: z. B. Ikterus, Aszites oder Frakturen.
- Befunde im Spätstadium: epigastrischer Tumor, Lymphknoten am Nabel, links supraklavikulär oder links axillär, Hepatomegalie, Tumor im Ovar oder im Rektum; Metastasen in Lunge, Zentralnervensystem und Knochen.
Diagnostik
- Endoskopie mit mehreren Biopsien und Bürstenzytologie: bei Verdacht auf ein Magenkarzinom; eine auf die Mukosa beschränkte Biopsie kann submuköses Tumorgewebe verfehlen.
- Röntgen-Doppelkontrastuntersuchung: kann Läsionen zeigen, ersetzt die Endoskopie aber kaum.
- CT von Thorax und Abdomen: Ausbreitungsdiagnostik bei gesichertem Karzinom.
- Endosonographie: bei fehlendem Metastasennachweis im CT zur Bestimmung der Tiefenausdehnung und des regionären Lymphknotenbefalls.
- Labor: Blutbild, Elektrolyte und Leberwerte (Anämie, Allgemeinzustand, Lebermetastasen); CEA-Bestimmung.
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Weiterführende Literatur (frei zugänglich)
Querverweise
Weitere Themen: Gastroenterologie
Hinweis: Lerninhalt für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.