Magenkarzinom

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Synonyme
Magenkrebs, Magen-Ca, Adenokarzinom des Magens, Siegelringzellkarzinom, Linitis plastica, Kardiakarzinom
Fachgebiet
Innere Medizin · Gastroenterologie
Bilder
Endoskopie 1 · Röntgen 1 · Histologie 1 · Makropräparat 1
Stand
10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
  1. Bilder (4)
  2. Definition
  3. Einteilung
  4. Vorkommen & Epidemiologie
  5. Ätiopathogenese
  6. Klinik
  7. Diagnostik
  8. Weiterlernen in der App
  9. Weiterführende Literatur (frei zugänglich)
  10. Querverweise

Bilder (4)

Magenkarzinom (Magenkrebs) – Gastroskopie: ulzerierender Tumor der Magenkorpusvorderwand mit wallartigem Rand und konvergierenden Falten (Borrmann Typ 3)Endoskopie
Gastroskopie: ulzerierender Tumor der Magenkorpusvorderwand mit wallartigem Rand und konvergierenden Falten (Borrmann Typ 3)Bild: 藤澤孝志 (Wikimedia Commons) · CC BY-SA 3.0 · Quelle
Magenkarzinom (Magenkrebs) – Röntgenbild: Magen-Doppelkontrastdarstellung: Tumor im oberen Magenanteil (Borrmann Typ 2)Röntgen
Magen-Doppelkontrastdarstellung: Tumor im oberen Magenanteil (Borrmann Typ 2)Bild: 藤澤孝志 (Wikimedia Commons) · CC BY-SA 3.0 · Quelle
Magenkarzinom (Magenkrebs) – Histologie (HE): diffus wachsendes, wenig kohäsives Karzinom mit SiegelringzellenHistologie
Histologie (HE): diffus wachsendes, wenig kohäsives Karzinom mit SiegelringzellenBild: Caesche (Wikimedia Commons) · CC BY-SA 4.0 · Quelle · bearbeitet (verkleinert, zugeschnitten)
Magenkarzinom (Magenkrebs) – Makropräparat: Eröffneter Magen: ulzeriertes Karzinom mit aufgeworfenem Rand und nekrotischem GrundMakropräparat
Eröffneter Magen: ulzeriertes Karzinom mit aufgeworfenem Rand und nekrotischem GrundBild: Ed Uthman (Wikimedia Commons) · CC BY 2.0 · Quelle
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Definition

Das Magenkarzinom ist ein bösartiger Tumor des Magens. Das Adenokarzinom macht etwa 95 % der bösartigen Magentumoren aus; seltener sind lokalisierte Magenlymphome, gastrointestinale Stromatumoren und Leiomyosarkome.

Einteilung

Makroskopische Einteilung des Adenokarzinoms:

  • Protrudierend: polypöser oder pilzförmiger Tumor.
  • Penetrierend: ulzerierter Tumor.
  • Oberflächlich ausbreitend: Ausbreitung entlang der Schleimhaut oder oberflächliche Infiltration der Magenwand.
  • Linitis plastica: diffuse Infiltration der Magenwand mit fibröser Reaktion und starrem „Lederflaschenmagen".
  • Mischformen: Merkmale von zwei oder mehr Typen; größte Gruppe.

Vorkommen & Epidemiologie

In Deutschland erkrankten 2023 etwa 9.040 Männer und 5.580 Frauen an Magenkrebs; Frauen erkranken im Mittel mit 74, Männer mit 71 Jahren. Erkrankungs- und Sterberaten sinken seit Jahrzehnten, am stärksten bei Tumoren des Magenausgangs. Bei Männern liegen die Tumoren etwa doppelt so häufig wie bei Frauen am Mageneingang (Kardia). In knapp 40 % der Fälle mit dokumentiertem Stadium bestehen bei Diagnose bereits Fernmetastasen.

Weltweit ist Magenkrebs die fünfthäufigste Krebserkrankung, mit großen regionalen Unterschieden: sehr hohe Inzidenz in Ostasien und Osteuropa, niedrigste in Afrika. Die Häufigkeit nimmt mit dem Alter zu.

Ätiopathogenese

  • Helicobacter pylori: wichtigster Risikofaktor, besonders bei ausgedehnter intestinaler Metaplasie.
  • Autoimmune atrophische Gastritis.
  • Epstein-Barr-Virus: etwa 5–10 % der Magenkarzinome.
  • Rauchen und Alkohol.
  • Ernährung: durch Einsalzen konservierte Lebensmittel, hoher Salzkonsum und verarbeitete Fleischprodukte; für verarbeitetes Fleisch berichtet die Internationale Agentur für Krebsforschung der WHO einen positiven Zusammenhang.
  • Magenpolypen: adenomatöse Polypen, besonders multiple, über 2 cm große oder villöse, haben das höchste Entartungsrisiko.
  • Refluxkrankheit: Hinweise auf ein erhöhtes Risiko für Tumoren am Übergang zur Speiseröhre.
  • Weitere Faktoren: postoperativ veränderter Magen, niedriger sozioökonomischer Status.
  • Familiäre und genetische Faktoren: Verwandte ersten Grades haben ein zwei- bis dreifach höheres Risiko. Das hereditäre diffuse Magenkarzinom beruht auf Mutationen im CDH1-Gen (autosomal-dominant, hohe Penetranz; Erkrankung im Mittel mit 38 Jahren, Lebenszeitrisiko etwa 80 %). Weitere Syndrome sind familiäre adenomatöse Polyposis, Lynch-Syndrom, juvenile Polyposis und Peutz-Jeghers-Syndrom.

Klinik

  • Frühe Beschwerden: unspezifisch, oft dyspeptisch wie bei einem Ulkus; sie werden leicht verkannt.
  • Später: frühes Sättigungsgefühl bei Obstruktion des Pylorus oder nicht dehnbarem Magen (Linitis plastica), Dysphagie bei Kardiakarzinom, Gewichts- und Kraftverlust.
  • Blutung: massive Hämatemesis oder Meläna sind selten, eine Anämie durch okkulten Blutverlust ist häufiger.
  • Erstmanifestation durch Metastasen: z. B. Ikterus, Aszites oder Frakturen.
  • Befunde im Spätstadium: epigastrischer Tumor, Lymphknoten am Nabel, links supraklavikulär oder links axillär, Hepatomegalie, Tumor im Ovar oder im Rektum; Metastasen in Lunge, Zentralnervensystem und Knochen.

Diagnostik

  • Endoskopie mit mehreren Biopsien und Bürstenzytologie: bei Verdacht auf ein Magenkarzinom; eine auf die Mukosa beschränkte Biopsie kann submuköses Tumorgewebe verfehlen.
  • Röntgen-Doppelkontrastuntersuchung: kann Läsionen zeigen, ersetzt die Endoskopie aber kaum.
  • CT von Thorax und Abdomen: Ausbreitungsdiagnostik bei gesichertem Karzinom.
  • Endosonographie: bei fehlendem Metastasennachweis im CT zur Bestimmung der Tiefenausdehnung und des regionären Lymphknotenbefalls.
  • Labor: Blutbild, Elektrolyte und Leberwerte (Anämie, Allgemeinzustand, Lebermetastasen); CEA-Bestimmung.

Weiterlernen in der App

In der InnereFuchs-App lernst du Magenkarzinom mit Karteikarten, Prüfungsfragen und Bildaufgaben (EKG, Röntgen-Thorax, Sonographie, Labor) – kostenlos, im Browser oder als App.

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Weiterführende Literatur (frei zugänglich)

  1. MSD Manual Professional: Stomach Cancer
  2. RKI / Zentrum für Krebsregisterdaten: Magenkrebs
  3. StatPearls: Gastric Cancer

Querverweise

Hinweis: Lerninhalt für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.