Hypercholesterinämie und familiäre Hypercholesterinämie

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Synonyme
erhöhtes Cholesterin, hohe Cholesterinwerte, Hyperlipidämie, FH, familiäre Hypercholesterinämie, Fettstoffwechselstörung
Fachgebiet
Innere Medizin · Kardiologie
Bilder
Klinik 2
Stand
10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
  1. Bilder (2)
  2. Definition
  3. Einteilung
  4. Ätiopathogenese
  5. Klinik
  6. Diagnostik
  7. Weiterlernen in der App
  8. Weiterführende Literatur (frei zugänglich)
  9. Querverweise

Bilder (2)

Hypercholesterinämie und familiäre Hypercholesterinämie – Hand – klinisches Foto: Tuberöse Xanthome an den Händen
Tuberöse Xanthome an den Händen (Hand)Bild: Anita A Kumar , Ghanshyam Palamaner Subash Shantha , Yadav Srinivasan , N Senthil , K Rajkumar , Neeta Paunikar and MK Sudhakar (Wikimedia Commons) · CC BY 2.0 · Quelle
Hypercholesterinämie und familiäre Hypercholesterinämie – klinisches Foto: Arcus lipoides corneae
Arcus lipoides corneaeBild: Afrodriguezg (Wikimedia Commons) · CC BY-SA 4.0 · Quelle
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Definition

Eine Hypercholesterinämie ist eine Form der Dyslipidämie mit erhöhtem Plasmacholesterin, insbesondere LDL-Cholesterin, die zur Entstehung der Atherosklerose beiträgt. Die familiäre Hypercholesterinämie (FH) ist eine erbliche Störung der LDL-Clearance, meist durch einen Defekt des LDL-Rezeptors.

Einteilung

  • Nach Lipidmuster: isolierte (reine) Hypercholesterinämie, isolierte Hypertriglyzeridämie oder kombinierte (gemischte) Hyperlipidämie; die frühere Einteilung nach Fredrickson-Phänotypen ist weitgehend ersetzt.
  • Nach Ursache: primär (genetisch) oder sekundär.
  • Heterozygote FH: Häufigkeit etwa 1:200; Gesamtcholesterin etwa 6,5–13 mmol/l (250–500 mg/dl).
  • Homozygote FH: Häufigkeit etwa 1:250.000 bis 1:1 Million; Gesamtcholesterin über 13 mmol/l (über 500 mg/dl).
  • Familiär defektes Apolipoprotein B-100: Defekt der LDL-Rezeptor-Bindungsregion, dominant, etwa 1:700.
  • Gain-of-function-Mutationen von PCSK9: vermehrter Abbau der LDL-Rezeptoren, dominant, Bild wie bei FH.
  • Polygene Hypercholesterinämie: häufig, Gesamtcholesterin etwa 6,5–9,0 mmol/l (250–350 mg/dl).

Ätiopathogenese

  • Primär: Mutationen einzelner oder mehrerer Gene, die zu Überproduktion oder verminderter Clearance von LDL führen. Bei der FH (kodominanter Erbgang) ist die LDL-Clearance durch den Rezeptordefekt vermindert.
  • Sekundär: in Ländern mit hohem Einkommen vor allem eine bewegungsarme Lebensweise mit übermäßiger Zufuhr von Kalorien, gesättigten Fetten, Cholesterin und Transfetten; daneben Diabetes mellitus, chronische Nierenerkrankung, primär biliäre Cholangitis und andere cholestatische Lebererkrankungen, Hypothyreose, übermäßiger Alkoholkonsum und bestimmte Medikamente.

Klinik

  • Die Hypercholesterinämie selbst verursacht keine Beschwerden; klinisch bedeutsam sind die Folgen der Atherosklerose.
  • Heterozygote FH: Sehnenxanthome, Arcus corneae, vorzeitige koronare Herzkrankheit (etwa 30.–50. Lebensjahr); die FH ist für etwa 5 % der Herzinfarkte bei unter 60-Jährigen verantwortlich.
  • Homozygote FH: plane, tendinöse und tuberöse Xanthome, koronare Herzkrankheit bereits vor dem 18. Lebensjahr.
  • Hautbefunde bei stark erhöhtem LDL (über 4,9 mmol/l bzw. 190 mg/dl): Sehnenxanthome an Achillessehne, Ellenbogen, Knie und über den Fingergrundgelenken; plane Xanthome (flache gelbliche Flecken) und tuberöse Xanthome (derbe, schmerzlose Knoten über den Streckseiten der Gelenke); Arcus corneae; Xanthelasmen an den inneren Lidwinkeln (kommen auch bei normalen Lipidwerten vor).

Diagnostik

  • Lipidprofil: Gesamtcholesterin, Triglyzeride und HDL-Cholesterin werden direkt gemessen, LDL-Cholesterin meist berechnet. Gesamtcholesterin schwankt von Tag zu Tag um etwa 10 %, Triglyzeride um bis zu 25 %. Eine Messung im nüchternen Zustand ist nur in bestimmten Situationen nötig, etwa bei Triglyzeriden über 4,5 mmol/l (400 mg/dl).
  • Störfaktoren: Bei akuter Erkrankung steigen Triglyzeride und Lipoprotein(a), Cholesterin sinkt; nach einem akuten Myokardinfarkt schwanken die Werte etwa 30 Tage.
  • Hinweise auf eine primäre Störung: vorzeitige atherosklerotische Erkrankung (Männer unter 55, Frauen unter 60 Jahren), entsprechende Familienanamnese oder schwere Hyperlipidämie in der Familie, LDL-Cholesterin über 4,9 mmol/l (190 mg/dl), Xanthome.
  • Sekundäre Ursachen werden gezielt gesucht (z. B. Diabetes, Nieren-, Leber- und Schilddrüsenerkrankungen).

Weiterlernen in der App

In der InnereFuchs-App lernst du Hypercholesterinämie und familiäre Hypercholesterinämie mit Karteikarten, Prüfungsfragen und Bildaufgaben (EKG, Röntgen-Thorax, Sonographie, Labor) – kostenlos, im Browser oder als App.

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Weiterführende Literatur (frei zugänglich)

  1. MSD Manual Professional: Dyslipidemia
  2. StatPearls: Hypercholesterolemia
  3. StatPearls: Familial Hypercholesterolemia

Querverweise

Hinweis: Lerninhalt für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.