Dressler-Syndrom (Postmyokardinfarkt-Syndrom)
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- Postmyokardinfarkt-Syndrom, Postinfarktsyndrom, Post-Infarkt-Perikarditis, Post-Cardiac-Injury-Syndrom, Herzbeutelentzündung nach Herzinfarkt
- Fachgebiet
- Innere Medizin · Kardiologie
- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
Definition
Das Dressler-Syndrom (Postmyokardinfarkt-Syndrom) ist eine verzögert auftretende, autoimmun vermittelte Entzündung von Perikard und Pleura nach einem Myokardinfarkt. Zusammen mit dem Postperikardiotomie-Syndrom und der traumatischen Perikarditis bildet es die Gruppe der Post-Cardiac-Injury-Syndrome.
Davon abzugrenzen ist die frühe Infarktperikarditis, die kurz nach einem Infarkt direkt über der Nekrose entsteht.
Vorkommen & Epidemiologie
Das Dressler-Syndrom ist selten geworden. Seine Häufigkeit hat mit der frühen Wiedereröffnung verschlossener Koronararterien deutlich abgenommen; manche Autoren halten es in der heutigen Zeit für nahezu verschwunden. Die frühe Infarktperikarditis ist häufiger und betraf in einer Kohorte etwa 1–2 % der Infarktpatienten.
Ätiopathogenese
Ursache ist eine Autoimmunreaktion gegen Material aus nekrotischen Herzmuskelzellen. Die freigesetzten Antigene führen zu einer immunvermittelten Entzündung von Perikard, Pleura und teilweise Lunge.
Klinik
Das Syndrom beginnt Tage bis Wochen, gelegentlich erst Monate nach dem Infarkt, typischerweise später als eine Woche.
- Fieber und allgemeines Krankheitsgefühl
- Perikarditis mit Perikardreiben und Perikarderguss; der Schmerz verstärkt sich bei Atmung, Husten und Bewegung und bessert sich im Sitzen mit vorgebeugtem Oberkörper
- Pleuritis mit Pleuraergüssen, Lungeninfiltrate, Gelenkschmerzen
- Das Syndrom kann rezidivieren.
Diagnostik
- Klinische Diagnose aus Beschwerdebild und zeitlichem Abstand zum Infarkt. Für die akute Perikarditis gilt klassisch: mindestens 2 von 4 Merkmalen (typischer Brustschmerz, Perikardreiben, EKG-Veränderungen, Perikarderguss).
- Abgrenzung von einer Ausdehnung oder einem Rezidiv des Infarkts: beim Dressler-Syndrom steigt das kardiale Troponin nicht wesentlich an, die EKG-Veränderungen sind unspezifisch.
- EKG der Perikarditis: diffuse PR-Senkung und/oder ST-Hebung ohne reziproke ST-Senkungen (außer aVR und V1) und ohne pathologische Q-Zacken.
- Labor: erhöhte Entzündungswerte (CRP, Blutsenkung).
- Bildgebung: Echokardiographie zum Nachweis eines Perikardergusses; Röntgen-Thorax mit Pleuraergüssen oder Infiltraten.
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Weiterführende Literatur (frei zugänglich)
Querverweise
Weitere Themen: Kardiologie
- Akutes Koronarsyndrom (Herzinfarkt, STEMI/NSTEMI)
- Herzinsuffizienz
- Vorhofflimmern
- Arterielle Hypertonie (Bluthochdruck)
- AV-Block
- Sekundäre Hypertonie
- Hypercholesterinämie und familiäre Hypercholesterinämie
- Infektiöse Endokarditis
- Long-QT-Syndrom und Torsade de pointes
- Myokarditis
- Schenkelblöcke (Links- und Rechtsschenkelblock)
- Ventrikuläre Tachykardie
Hinweis: Lerninhalt für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.