COVID-19
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- Corona, Coronavirus, SARS-CoV-2, Long COVID, Post-COVID
- Fachgebiet
- Innere Medizin · Infektiologie
- Bilder
- CT 2
- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
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CT
CTDefinition
COVID-19 (Coronavirus Disease 2019) ist die durch das Coronavirus SARS-CoV-2 hervorgerufene Erkrankung. Sie ist in erster Linie eine akute Atemwegserkrankung mit einem Spektrum von symptomlosen Infektionen bis zur Pneumonie mit Lungenversagen, kann aber auch zahlreiche andere Organsysteme betreffen. Nach der Pandemie ab 2020 ist COVID-19 in Deutschland in eine endemische Phase übergegangen.
Einteilung
- Akute COVID-19-Erkrankung: von leichten Infekten der oberen Atemwege bis zu schweren Verläufen mit Pneumonie und akutem Atemnotsyndrom (ARDS).
- Long COVID: gesundheitliche Beschwerden, die länger als 4 Wochen nach Erkrankungsbeginn bestehen, neu oder wiederkehrend auftreten.
- Post-COVID-Syndrom: Beschwerden, die mindestens 12 Wochen nach Erkrankungsbeginn vorhanden sind oder neu auftreten und nicht anderweitig erklärbar sind.
- Varianten: Auf den Wildtyp folgten Alpha (ab Anfang 2021), Delta (ab der zweiten Jahreshälfte 2021) und ab 2022 Omikron-Varianten.
Vorkommen & Epidemiologie
- Erstmals im Dezember 2019 in Wuhan (China) identifiziert; daraus entwickelte sich eine weltweite Pandemie mit mehreren Wellen. Die WHO stufte das Geschehen von Januar 2020 bis Mai 2023 als internationale Gesundheitsnotlage ein.
- In Deutschland hat sich bis Ende 2022 durch die sehr leicht übertragbaren Omikron-Varianten ein Großteil der Bevölkerung mindestens einmal infiziert. Weitere Wellen werden erwartet, möglicherweise auch außerhalb der Herbst- und Wintersaison.
- Durch die hohe Bevölkerungsimmunität treten heute deutlich weniger schwere Verläufe und Langzeitfolgen auf als 2020 und 2021.
Ätiopathogenese
- Erreger: SARS-CoV-2, ein Beta-Coronavirus, vermutlich aus einem tierischen Reservoir auf den Menschen übergegangen (SARS-CoV-2-ähnliche Viren bei Hufeisennasen-Fledermäusen in Asien). Für das endemisch zirkulierende Virus ist der Mensch das Reservoir.
- Zelleintritt: über den Rezeptor ACE-2 (Angiotensin-Converting-Enzym 2), der in Atemwegen, Darm, Gefäßzellen, Niere und Herzmuskel in hoher Dichte vorkommt.
- Übertragung: vorwiegend durch Einatmen virushaltiger Tröpfchen und Aerosole über kurze Distanz (etwa 1,5 m); in geschlossenen Räumen auch über größere Distanz, da Aerosole stundenlang infektiös in der Luft schweben können. Weitere Wege (Schmierinfektion, Konjunktiven, fäkal-oral) sind weniger belegt.
- Inkubationszeit: bei den seit 2023 zirkulierenden Omikron-Subvarianten im Mittel 3–4 Tage (Spanne 1–8 Tage).
- Ansteckungsfähigkeit: am höchsten 2–3 Tage vor bis 4–5 Tage nach Symptombeginn; auch symptomlos Infizierte können ansteckend sein. Vermehrungsfähige Viren werden bei Omikron etwa 5 Tage nach Symptombeginn ausgeschieden, Virusbestandteile sind per PCR etwa 11 Tage nachweisbar; bei Immunsuppression deutlich länger.
- Antigendrift: Fortlaufende Veränderungen ermöglichen dem Virus, der Bevölkerungsimmunität teilweise zu entgehen.
Klinik
- Atemwege: Fieber, Schnupfen, Husten, Halsschmerzen und Luftnot; Luftnot kann auf eine Pneumonie hinweisen.
- Gastrointestinal: Übelkeit, Appetitlosigkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Durchfälle.
- Neurologisch: Kopfschmerzen, Riech- und Geschmacksstörungen, Schwindel, Verwirrtheit; außerdem (Meningo-)Enzephalopathien, Schlaganfälle und Guillain-Barré-Syndrom. Der früher bei etwa einem Viertel auftretende, fast pathognomonische Riech- und Geschmacksverlust ist seit Omikron deutlich seltener.
- Herz-Kreislauf: Herzrhythmusstörungen, Peri- und Myokarditis, Herzinfarkt, Herzinsuffizienz.
- Gerinnung: thromboembolische Ereignisse, disseminierte intravasale Gerinnung.
- Weitere: Nierenfunktionsstörung, vielgestaltige Hautveränderungen.
- Verlauf: Die Beschwerden klingen meist innerhalb etwa einer Woche ab; manche Erkrankte verschlechtern sich nach etwa einer Woche bis zum ARDS.
- Risiko für schwere Verläufe: Alter ab etwa 75 Jahren (mit weiter steigendem Risiko), Immunsuppression, chronische Herz-Kreislauf-, Leber-, Nieren- und Lungenerkrankungen, Diabetes mellitus, chronische neurologische Erkrankungen, Schwangerschaft, Leben in Pflegeeinrichtungen.
- Kinder: selten pädiatrisches inflammatorisches Multisystem-Syndrom (PIMS/MIS-C) als postakute Komplikation; seit 2022 deutlich seltener.
- Post-COVID: v. a. Kurzatmigkeit, Kopf- und Gliederschmerzen, Konzentrationsstörungen („brain fog“) und eine nach Belastung verzögert einsetzende, anhaltende Erschöpfung (post-exertionelle Malaise); ein hoher Anteil der Betroffenen erfüllt nach einem halben Jahr die Kriterien einer ME/CFS.
Diagnostik
- Klinik allein nicht ausreichend: Die Symptomatik ist von anderen akuten Atemwegsinfektionen kaum zu unterscheiden, bei neueren Omikron-Varianten fast gar nicht mehr; eine sichere Diagnose gelingt nur mit einem Virusnachweis.
- PCR: Goldstandard hinsichtlich Sensitivität und Spezifität; Material aus den oberen Atemwegen (Nasen-, Rachen- oder Nasen-Rachen-Abstrich, Speichel). Die PCR kann noch Wochen bis Monate nach der Infektion positiv sein, ohne dass Ansteckungsfähigkeit besteht.
- Antigenschnelltests: deutlich geringere Sensitivität als die PCR, aber relativ hohe Spezifität; ein negatives Ergebnis schließt eine Infektion nicht aus, besonders in der frühen Phase.
- Serologie: Antikörper gegen das Spikeprotein und gegen das Nukleokapsidprotein; Nukleokapsid-Antikörper weisen spezifisch eine durchgemachte Infektion nach; wegen der hohen Seroprävalenz in der Individualdiagnostik kaum noch von Bedeutung.
- Labor bei schwerem Verlauf: Lymphopenie, erhöhte Transaminasen, LDH, D-Dimere, Ferritin und Entzündungsmarker wie CRP.
- Bildgebung: Röntgen oder CT des Thorax zeigen bei Pneumonie milchglasartige Verdichtungen und Konsolidierungen; bei leichtem Verlauf oft unauffällig.
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Weiterführende Literatur (frei zugänglich)
Querverweise
Weitere Themen: Infektiologie
Hinweis: Lerninhalt für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.