Benigne Lebertumoren (Hämangiom, FNH, Adenom)
Prüfungsrelevanz: in 1 von 105 Prüfungsprotokollen · Rang 181- Synonyme
- Leberhämangiom, Blutschwamm der Leber, FNH, Leberadenom, gutartiger Lebertumor, Leberzelladenom
- Fachgebiet
- Innere Medizin · Leber & Gallenwege
- Bilder
- Sonographie 1 · CT 2 · Histologie 1
- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
Bilder (4)
Sonographie
CT
CT
HistologieDefinition
Benigne Lebertumoren sind gutartige Raumforderungen der Leber. Sie sind relativ häufig, verursachen meist keine Beschwerden und werden überwiegend zufällig bei Sonographie, CT oder MRT entdeckt. Die wichtigsten Formen sind das Hämangiom, die fokale noduläre Hyperplasie (FNH) und das hepatozelluläre Adenom.
Einteilung
- Hämangiom: gutartige Gefäßfehlbildung aus blutgefüllten Hohlräumen; häufigster gutartiger Lebertumor
- Fokale noduläre Hyperplasie (FNH): knotige Vermehrung normaler Leberzellen um eine zentrale Narbe mit versorgender Arterie; zweithäufigster solider Leberherd
- Hepatozelluläres Adenom: gutartiger Tumor aus Leberzellen ohne normale Portalfelder; wird nach molekularen Subtypen eingeteilt, darunter der Beta-Catenin-aktivierte Subtyp
- Seltenere Formen: Lipome, fibröse Tumoren und Gallengangsadenome
Vorkommen & Epidemiologie
Hämangiome kommen bei bis zu 20 % der Erwachsenen vor, häufiger bei Frauen. Hepatozelluläre Adenome treten vor allem bei Frauen im gebärfähigen Alter auf, besonders bei Einnahme hormoneller Verhütungsmittel.
Ätiopathogenese
Hämangiome gelten als angeborene Gefäßfehlbildungen. Die FNH wird als reaktive Hyperplasie des Lebergewebes auf eine lokale Gefäßanomalie aufgefasst. Hepatozelluläre Adenome sind mit Östrogenen assoziiert, vermutlich über deren Wirkung auf die Leberzellen; mit Androgenen und bestimmten Stoffwechselerkrankungen gibt es weitere Zusammenhänge.
Klinik
- Hämangiom: meist klein und symptomlos; Beschwerden wie Druck- und Völlegefühl sind ab einer Größe über 4 cm wahrscheinlicher. Bei Säuglingen bilden sich Hämangiome oft spontan zurück; große Leberhämangiome können bei ihnen aber gelegentlich einen arteriovenösen Kurzschluss mit Herzinsuffizienz und manchmal eine Verbrauchskoagulopathie verursachen.
- FNH: fast immer symptomlos
- Hepatozelluläres Adenom: meist symptomlos, große Adenome verursachen Beschwerden im rechten Oberbauch. Größere Adenome (typischerweise über 5 cm) können rupturieren und zu Blutung in die Bauchhöhle mit Peritonitis und Schock führen. Selten entarten Adenome; beim Beta-Catenin-Subtyp liegt das Risiko einer malignen Transformation bei etwa 10 %.
Die Leberwerte sind meist normal oder nur leicht verändert.
Diagnostik
- Hämangiom: in der Sonographie meist scharf begrenzter, echoreicher Herd; in CT und MRT typischerweise randständige, knotige Kontrastmittelaufnahme mit allmählicher Auffüllung von außen nach innen
- FNH: Diagnose meist mit MRT oder CT mit leberspezifischem Kontrastmittel; klassisch ist ein Herd mit zentraler Narbe
- Hepatozelluläres Adenom: Verdacht in Sonographie oder CT; die MRT mit leberspezifischem (hepatobiliärem) Kontrastmittel ist empfindlicher als die CT, grenzt das Adenom von der FNH ab und kann Subtypen mit erhöhtem Entartungsrisiko erkennen
- Biopsie: nur, wenn die Bildgebung keine eindeutige Zuordnung erlaubt
Weiterlernen in der App
Weiterführende Literatur (frei zugänglich)
Querverweise
Weitere Themen: Leber & Gallenwege
Hinweis: Lerninhalt für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.