Benigne Lebertumoren (Hämangiom, FNH, Adenom)

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Synonyme
Leberhämangiom, Blutschwamm der Leber, FNH, Leberadenom, gutartiger Lebertumor, Leberzelladenom
Fachgebiet
Innere Medizin · Leber & Gallenwege
Bilder
Sonographie 1 · CT 2 · Histologie 1
Stand
10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
  1. Bilder (4)
  2. Definition
  3. Einteilung
  4. Vorkommen & Epidemiologie
  5. Ätiopathogenese
  6. Klinik
  7. Diagnostik
  8. Weiterlernen in der App
  9. Weiterführende Literatur (frei zugänglich)
  10. Querverweise

Bilder (4)

Benigne Lebertumoren (Hämangiom, FNH, Adenom) – Sonographie: Leberhämangiome als echoreiche, scharf begrenzte rundliche HerdeSonographie
Sonographie: Leberhämangiome als echoreiche, scharf begrenzte rundliche HerdeBild: Hellerhoff (Wikimedia Commons) · CC BY-SA 4.0 · Quelle
Benigne Lebertumoren (Hämangiom, FNH, Adenom) – CT portalvenös (axial, koronar, sagittal): typisches Leberhämangiom mit peripherer, fleckförmig-nodulärer KontrastmittelaufnahmeCT
CT portalvenös (axial, koronar, sagittal): typisches Leberhämangiom mit peripherer, fleckförmig-nodulärer KontrastmittelaufnahmeBild: Hellerhoff (Wikimedia Commons) · CC BY-SA 4.0 · Quelle
Benigne Lebertumoren (Hämangiom, FNH, Adenom) – CT bei fokaler nodulärer Hyperplasie: kräftige homogene Anreicherung in der späten arteriellen Phase (Pfeil), in der portalvenösen Phase isodens zur LeberCT
CT bei fokaler nodulärer Hyperplasie: kräftige homogene Anreicherung in der späten arteriellen Phase (Pfeil), in der portalvenösen Phase isodens zur LeberBild: Kristie Guite, Louis Hinshaw and Fred Lee (Wikimedia Commons) · CC BY 3.0 · Quelle
Benigne Lebertumoren (Hämangiom, FNH, Adenom) – Histologie (HE) der fokalen nodulären Hyperplasie: Knoten aus Hepatozyten, unterteilt durch fibröse Septen mit GallengangsproliferatenHistologie
Histologie (HE) der fokalen nodulären Hyperplasie: Knoten aus Hepatozyten, unterteilt durch fibröse Septen mit GallengangsproliferatenBild: Nephron (Wikimedia Commons) · CC BY-SA 3.0 · Quelle
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Definition

Benigne Lebertumoren sind gutartige Raumforderungen der Leber. Sie sind relativ häufig, verursachen meist keine Beschwerden und werden überwiegend zufällig bei Sonographie, CT oder MRT entdeckt. Die wichtigsten Formen sind das Hämangiom, die fokale noduläre Hyperplasie (FNH) und das hepatozelluläre Adenom.

Einteilung

  • Hämangiom: gutartige Gefäßfehlbildung aus blutgefüllten Hohlräumen; häufigster gutartiger Lebertumor
  • Fokale noduläre Hyperplasie (FNH): knotige Vermehrung normaler Leberzellen um eine zentrale Narbe mit versorgender Arterie; zweithäufigster solider Leberherd
  • Hepatozelluläres Adenom: gutartiger Tumor aus Leberzellen ohne normale Portalfelder; wird nach molekularen Subtypen eingeteilt, darunter der Beta-Catenin-aktivierte Subtyp
  • Seltenere Formen: Lipome, fibröse Tumoren und Gallengangsadenome

Vorkommen & Epidemiologie

Hämangiome kommen bei bis zu 20 % der Erwachsenen vor, häufiger bei Frauen. Hepatozelluläre Adenome treten vor allem bei Frauen im gebärfähigen Alter auf, besonders bei Einnahme hormoneller Verhütungsmittel.

Ätiopathogenese

Hämangiome gelten als angeborene Gefäßfehlbildungen. Die FNH wird als reaktive Hyperplasie des Lebergewebes auf eine lokale Gefäßanomalie aufgefasst. Hepatozelluläre Adenome sind mit Östrogenen assoziiert, vermutlich über deren Wirkung auf die Leberzellen; mit Androgenen und bestimmten Stoffwechselerkrankungen gibt es weitere Zusammenhänge.

Klinik

  • Hämangiom: meist klein und symptomlos; Beschwerden wie Druck- und Völlegefühl sind ab einer Größe über 4 cm wahrscheinlicher. Bei Säuglingen bilden sich Hämangiome oft spontan zurück; große Leberhämangiome können bei ihnen aber gelegentlich einen arteriovenösen Kurzschluss mit Herzinsuffizienz und manchmal eine Verbrauchskoagulopathie verursachen.
  • FNH: fast immer symptomlos
  • Hepatozelluläres Adenom: meist symptomlos, große Adenome verursachen Beschwerden im rechten Oberbauch. Größere Adenome (typischerweise über 5 cm) können rupturieren und zu Blutung in die Bauchhöhle mit Peritonitis und Schock führen. Selten entarten Adenome; beim Beta-Catenin-Subtyp liegt das Risiko einer malignen Transformation bei etwa 10 %.

Die Leberwerte sind meist normal oder nur leicht verändert.

Diagnostik

  • Hämangiom: in der Sonographie meist scharf begrenzter, echoreicher Herd; in CT und MRT typischerweise randständige, knotige Kontrastmittelaufnahme mit allmählicher Auffüllung von außen nach innen
  • FNH: Diagnose meist mit MRT oder CT mit leberspezifischem Kontrastmittel; klassisch ist ein Herd mit zentraler Narbe
  • Hepatozelluläres Adenom: Verdacht in Sonographie oder CT; die MRT mit leberspezifischem (hepatobiliärem) Kontrastmittel ist empfindlicher als die CT, grenzt das Adenom von der FNH ab und kann Subtypen mit erhöhtem Entartungsrisiko erkennen
  • Biopsie: nur, wenn die Bildgebung keine eindeutige Zuordnung erlaubt

Weiterlernen in der App

In der InnereFuchs-App lernst du Benigne Lebertumoren (Hämangiom, FNH, Adenom) mit Karteikarten, Prüfungsfragen und Bildaufgaben (EKG, Röntgen-Thorax, Sonographie, Labor) – kostenlos, im Browser oder als App.

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Weiterführende Literatur (frei zugänglich)

  1. MSD Manual Professional: Benign Liver Tumors

Querverweise

Hinweis: Lerninhalt für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.