AV-Knoten-Reentry-Tachykardie (AVNRT)

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Synonyme
AVNRT, AV-Knoten-Reentry, paroxysmale supraventrikuläre Tachykardie, PSVT, Herzrasen, anfallsartiges Herzrasen, supraventrikuläre Tachykardie, SVT
Fachgebiet
Innere Medizin · Kardiologie
Stand
10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
  1. Definition
  2. Einteilung
  3. Vorkommen & Epidemiologie
  4. Ätiopathogenese
  5. Klinik
  6. Diagnostik
  7. Weiterlernen in der App
  8. Weiterführende Literatur (frei zugänglich)
  9. Querverweise

Definition

Die AV-Knoten-Reentry-Tachykardie (AVNRT) ist eine paroxysmale supraventrikuläre Tachykardie, bei der die kreisende Erregung innerhalb des AV-Knotens und seiner Zuleitungen abläuft. Paroxysmale supraventrikuläre Tachykardien sind plötzlich beginnende und endende, schnelle (120–250/min), regelmäßige Tachykardien mit meist schmalem QRS-Komplex, die weder Sinustachykardie noch Vorhofflimmern oder -flattern sind.

Einteilung

  • Typische AVNRT (slow-fast): antegrade Leitung über die langsame, retrograde über die schnelle Bahn; etwa 90 % der Fälle
  • Atypische AVNRT (fast-slow): Kreisen in umgekehrter Richtung, häufiger durch eine ventrikuläre Extrasystole ausgelöst; P-Welle in der zweiten Hälfte des RR-Intervalls (Long-RP-Tachykardie)

Vorkommen & Epidemiologie

Paroxysmale supraventrikuläre Tachykardien haben eine Inzidenz von etwa 35 pro 100.000 und eine Prävalenz von 2–3 pro 1.000 Menschen (US-Daten). Bei Erwachsenen ist die AVNRT mit etwa 50–60 % die häufigste Form; bei Kindern ist sie deutlich seltener. Sie tritt meist bei sonst herzgesunden Menschen auf, Symptome beginnen typischerweise im jungen oder mittleren Erwachsenenalter.

Ätiopathogenese

Der AV-Knoten besitzt mehrere Zuleitungen: eine schnelle Bahn (obere/vordere Zuleitung) mit längerer Refraktärzeit und eine langsame Bahn (untere/hintere Zuleitung) mit kürzerer Refraktärzeit. Eine früh einfallende Vorhofextrasystole wird in der noch refraktären schnellen Bahn blockiert und über die langsame Bahn geleitet; im EKG verlängert sich die PQ-Zeit dieses Schlags sprunghaft. Ist die Leitung langsam genug, kann die schnelle Bahn retrograd erregt werden, und es entsteht eine kreisende Erregung im AV-Knoten.

Klinik

Typisch sind anfallsartige, plötzlich beginnende und plötzlich endende, schnelle, regelmäßige Palpitationen, oft mit Dyspnoe, Brustbeschwerden oder Benommenheit. Die Anfälle dauern Sekunden bis Stunden, selten länger als 12 Stunden. Die Herzfrequenz liegt bei 120–240/min, meist bei 180–210/min; außerhalb der Anfälle ist der Befund meist unauffällig.

Diagnostik

  • EKG: schnelle, regelmäßige Schmalkomplextachykardie; breite QRS-Komplexe nur bei gleichzeitigem Schenkelblock
  • Typische AVNRT: retrograde P-Wellen meist im Endteil des QRS-Komplexes, oft als Pseudo-r′ in V1 sichtbar; etwa ein Drittel liegt unmittelbar nach dem QRS-Komplex, sehr selten davor; die P-Welle ist in II, III und aVF negativ
  • Atypische AVNRT: P-Welle in der zweiten Hälfte des RR-Intervalls (RP länger als PR)
  • Frühere EKGs werden auf Präexzitation (WPW) oder einen vorbestehenden Schenkelblock durchgesehen; das Ruhe-EKG ist bei AVNRT meist normal.
  • Langzeit-EKG oder Ereignisrekorder bei seltenen Anfällen; die elektrophysiologische Untersuchung weist die duale AV-Knoten-Leitung nach.

Weiterlernen in der App

In der InnereFuchs-App lernst du AV-Knoten-Reentry-Tachykardie (AVNRT) mit Karteikarten, Prüfungsfragen und Bildaufgaben (EKG, Röntgen-Thorax, Sonographie, Labor) – kostenlos, im Browser oder als App.

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Weiterführende Literatur (frei zugänglich)

  1. MSD Manual Professional: Reentrant (Paroxysmal) Supraventricular Tachycardias (PSVT)
  2. StatPearls: Atrioventricular Nodal Reentry Tachycardia
  3. MSD Manual Professional: Overview of Arrhythmias

Querverweise

Hinweis: Lerninhalt für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.