Alpha-Gal-Syndrom
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- Fleischallergie, Rotfleischallergie, Alpha-Gal-Allergie, Galaktose-alpha-1,3-Galaktose, Zeckenbiss-Fleischallergie
- Fachgebiet
- Innere Medizin · Allergologie
- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
Definition
Das Alpha-Gal-Syndrom ist eine IgE-vermittelte Allergie gegen das Kohlenhydrat Galaktose-α-1,3-Galaktose (Alpha-Gal), das im Fleisch und in Produkten der meisten Säugetiere vorkommt. Es ist eine Form der Allergie gegen rotes Fleisch. Charakteristisch ist, dass die allergischen Reaktionen – anders als bei den meisten Nahrungsmittelallergien – erst mehrere Stunden nach dem Verzehr auftreten.
Einteilung
Abzugrenzen ist das seltene Schweine-Katzen-Syndrom, eine sofort einsetzende, IgE-vermittelte Fleischallergie: Nach primärer Sensibilisierung gegen Katzenserumalbumin (Fel d 2), meist über die Atemwege, kommt es durch Kreuzreaktivität mit Schweineserumalbumin (Sus s 1) innerhalb von 30 bis 60 Minuten nach dem Verzehr von Schweinefleisch zu Reaktionen.
Ätiopathogenese
Alpha-Gal kommt bei den meisten Säugetieren vor, nicht jedoch bei Primaten einschließlich des Menschen; auch Fisch, Vögel und Reptilien enthalten es nicht. Die Sensibilisierung erfolgt nach heutigem Wissen über Zeckenstiche, besonders bei wiederholten Stichen: Die nordamerikanische Lone-Star-Zecke (Amblyomma americanum) trägt Alpha-Gal in ihrem Speichel. Auch für andere Zeckenarten, etwa Amblyomma testudinarium in Japan, ist ein Zusammenhang zwischen wiederholten Stichen und steigenden Alpha-Gal-spezifischen IgE-Spiegeln beschrieben.
Nach der Sensibilisierung können Lebensmittel von Säugetieren eine allergische Reaktion auslösen:
- Rotes Fleisch: Schwein, Rind, Lamm und Wild.
- Weitere Säugetierprodukte: Milchprodukte und Gelatine.
Klinik
Die Beschwerden beginnen häufig erst 3 bis 8 Stunden nach dem Verzehr. Typisch sind ein juckender, meist urtikarieller Hautausschlag, Verdauungsbeschwerden, Übelkeit und Obstipation; auch anaphylaktische Reaktionen kommen vor.
Diagnostik
- Anamnese: verzögerte allergische Reaktionen nach Fleisch- oder Milchproduktverzehr, und vorausgegangene Zeckenstiche.
- Labor: Nachweis von Alpha-Gal-spezifischem IgE im Serum; die Diagnose beruht auf der Kombination aus typischer Anamnese und diesem Befund.
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Weiterführende Literatur (frei zugänglich)
Querverweise
Hinweis: Lerninhalt für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.