Alpha-Gal-Syndrom

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Synonyme
Fleischallergie, Rotfleischallergie, Alpha-Gal-Allergie, Galaktose-alpha-1,3-Galaktose, Zeckenbiss-Fleischallergie
Fachgebiet
Innere Medizin · Allergologie
Stand
10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
  1. Definition
  2. Einteilung
  3. Ätiopathogenese
  4. Klinik
  5. Diagnostik
  6. Weiterlernen in der App
  7. Weiterführende Literatur (frei zugänglich)
  8. Querverweise

Definition

Das Alpha-Gal-Syndrom ist eine IgE-vermittelte Allergie gegen das Kohlenhydrat Galaktose-α-1,3-Galaktose (Alpha-Gal), das im Fleisch und in Produkten der meisten Säugetiere vorkommt. Es ist eine Form der Allergie gegen rotes Fleisch. Charakteristisch ist, dass die allergischen Reaktionen – anders als bei den meisten Nahrungsmittelallergien – erst mehrere Stunden nach dem Verzehr auftreten.

Einteilung

Abzugrenzen ist das seltene Schweine-Katzen-Syndrom, eine sofort einsetzende, IgE-vermittelte Fleischallergie: Nach primärer Sensibilisierung gegen Katzenserumalbumin (Fel d 2), meist über die Atemwege, kommt es durch Kreuzreaktivität mit Schweineserumalbumin (Sus s 1) innerhalb von 30 bis 60 Minuten nach dem Verzehr von Schweinefleisch zu Reaktionen.

Ätiopathogenese

Alpha-Gal kommt bei den meisten Säugetieren vor, nicht jedoch bei Primaten einschließlich des Menschen; auch Fisch, Vögel und Reptilien enthalten es nicht. Die Sensibilisierung erfolgt nach heutigem Wissen über Zeckenstiche, besonders bei wiederholten Stichen: Die nordamerikanische Lone-Star-Zecke (Amblyomma americanum) trägt Alpha-Gal in ihrem Speichel. Auch für andere Zeckenarten, etwa Amblyomma testudinarium in Japan, ist ein Zusammenhang zwischen wiederholten Stichen und steigenden Alpha-Gal-spezifischen IgE-Spiegeln beschrieben.

Nach der Sensibilisierung können Lebensmittel von Säugetieren eine allergische Reaktion auslösen:

  • Rotes Fleisch: Schwein, Rind, Lamm und Wild.
  • Weitere Säugetierprodukte: Milchprodukte und Gelatine.

Klinik

Die Beschwerden beginnen häufig erst 3 bis 8 Stunden nach dem Verzehr. Typisch sind ein juckender, meist urtikarieller Hautausschlag, Verdauungsbeschwerden, Übelkeit und Obstipation; auch anaphylaktische Reaktionen kommen vor.

Diagnostik

  • Anamnese: verzögerte allergische Reaktionen nach Fleisch- oder Milchproduktverzehr, und vorausgegangene Zeckenstiche.
  • Labor: Nachweis von Alpha-Gal-spezifischem IgE im Serum; die Diagnose beruht auf der Kombination aus typischer Anamnese und diesem Befund.

Weiterlernen in der App

In der InnereFuchs-App lernst du Alpha-Gal-Syndrom mit Karteikarten, Prüfungsfragen und Bildaufgaben (EKG, Röntgen-Thorax, Sonographie, Labor) – kostenlos, im Browser oder als App.

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Weiterführende Literatur (frei zugänglich)

  1. MSD Manual Professional: Food Allergy (Red meat allergy including alpha-gal syndrome)
  2. Hashizume et al. 2018, J Am Acad Dermatol: Amblyomma testudinarium und Alpha-Gal-IgE (PubMed-Abstract)

Querverweise

Hinweis: Lerninhalt für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.