DRESS-Syndrom

Synonyme
DIHS, Arzneimittel-Hypersensitivitätssyndrom, Arzneimittelreaktion mit Eosinophilie, DRESS
Fachgebiet
Innere Medizin · Allergologie
Stand
10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
  1. Definition
  2. Ätiopathogenese
  3. Klinik
  4. Diagnostik
  5. Weiterlernen in der App
  6. Weiterführende Literatur (frei zugänglich)
  7. Querverweise

Definition

Das DRESS-Syndrom (Drug Reaction with Eosinophilia and Systemic Symptoms), auch arzneimittelinduziertes Hypersensitivitätssyndrom (DIHS) genannt, ist eine schwere, verzögert einsetzende Arzneimittelreaktion vom Typ IV (T-Zell-vermittelt). Kennzeichnend sind Exanthem, Fieber, eine ausgeprägte Eosinophilie und die Beteiligung innerer Organe. Es zählt zusammen mit dem Stevens-Johnson-Syndrom, der toxischen epidermalen Nekrolyse und der akuten generalisierten exanthematischen Pustulose (AGEP) zu den schweren kutanen Arzneimittelreaktionen.

Ätiopathogenese

  • Typische Auslöser: häufig durch Antiepileptika (u. a. Carbamazepin, Phenytoin, Lamotrigin), ein Urikostatikum und Sulfonamide ausgelöst; auch einige Antiinfektiva kommen infrage.
  • Genetische Disposition: bestimmte HLA-Merkmale erhöhen das Risiko, z. B. HLA-B*58:01 bei Exposition gegenüber einem Urikostatikum, HLA-B*15:02 bei Carbamazepin (vor allem bei asiatischer Herkunft) und HLA-B*13:01 bei Dapson (bei Menschen chinesischer Herkunft).
  • Mechanismus: T-Zell-vermittelte verzögerte Hypersensitivität (Typ IV).

Klinik

  • Latenz: typischerweise 2 bis 6 Wochen nach der ersten Einnahme; Beginn bis zu 12 Wochen nach Einnahmebeginn oder nach einer Erhöhung der Menge möglich.
  • Haut und Allgemeinsymptome: Fieber, ausgedehntes Exanthem, Gesichtsödem, generalisierte Ödeme und Lymphknotenschwellungen.
  • Organbeteiligung: Hepatitis, Pneumonitis und Myokarditis; auch die Nieren können beteiligt sein.
  • Verlauf: Die Symptome können nach Ende der Exposition noch über mehrere Wochen fortbestehen oder wiederkehren; als Spätfolge ist eine Thyreoiditis beschrieben.

Diagnostik

  • Anamnese: alle in den letzten Wochen begonnenen Medikamente, da die Reaktion erst nach Tagen bis Wochen auftritt; nicht nur das zuletzt begonnene Medikament ist verdächtig.
  • Blutbild: ausgeprägte Eosinophilie und atypische Lymphozyten.
  • Organdiagnostik: Leberwerte, Nierenwerte und Urinbefund; bei Verdacht auf Myokarditis oder Pneumonitis weiterführende Herz- und Lungendiagnostik.
  • Hautbiopsie: häufig richtungsweisend, beweist die Diagnose aber nicht allein.
  • Provokationstests: nach einem DRESS-Syndrom grundsätzlich ausgeschlossen.
  • HLA-Typisierung: kann bei bestimmten Bevölkerungsgruppen das Risiko für einzelne Substanzen anzeigen.

Weiterlernen in der App

In der InnereFuchs-App lernst du DRESS-Syndrom mit Karteikarten, Prüfungsfragen und Bildaufgaben (EKG, Röntgen-Thorax, Sonographie, Labor) – kostenlos, im Browser oder als App.

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Weiterführende Literatur (frei zugänglich)

  1. MSD Manual Professional: Drug Hypersensitivity
  2. MSD Manual Professional: Drug Eruptions and Reactions
  3. MSD Manual Professional: Overview of Allergic and Atopic Disorders
  4. Europe PMC (J Clin Med 2023): Renal Manifestations of DRESS Syndrome – Systematic Review of 71 Cases

Querverweise

Hinweis: Lerninhalt für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.