Alkoholische Hepatitis

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Synonyme
Alkoholhepatitis, alkoholische Steatohepatitis, ASH, alkoholbedingte Leberentzündung, Fettleberhepatitis
Fachgebiet
Innere Medizin · Leber & Gallenwege
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Histologie 2
Stand
10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
  1. Bilder (2)
  2. Definition
  3. Einteilung
  4. Ätiopathogenese
  5. Klinik
  6. Histologie
  7. Diagnostik
  8. Weiterlernen in der App
  9. Weiterführende Literatur (frei zugänglich)
  10. Querverweise

Bilder (2)

Alkoholische Hepatitis – Histologie (HE) bei alkoholischer Leberschädigung: ballonierte Hepatozyten mit eosinophilen Mallory-Denk-Körperchen, dazwischen große FetttropfenHistologie
Histologie (HE) bei alkoholischer Leberschädigung: ballonierte Hepatozyten mit eosinophilen Mallory-Denk-Körperchen, dazwischen große FetttropfenBild: Ed Uthman from Houston, TX, USA (Wikimedia Commons) · CC BY 2.0 · Quelle
Alkoholische Hepatitis – Histologie (HE, markiert): Mallory-Denk-Körperchen – eosinophile, geschlängelte Einschlüsse in einem Hepatozyten bei SteatohepatitisHistologie
Histologie (HE, markiert): Mallory-Denk-Körperchen – eosinophile, geschlängelte Einschlüsse in einem Hepatozyten bei SteatohepatitisBild: Nephron (Wikimedia Commons) · CC BY-SA 3.0 · Quelle
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Definition

Die alkoholische Hepatitis (alkoholische Steatohepatitis) ist eine entzündliche Leberschädigung bei langjährigem, übermäßigem Alkoholkonsum. Sie verbindet Leberverfettung, diffuse Entzündung und Leberzellnekrosen in unterschiedlicher Ausprägung und reicht von leichten, rückbildungsfähigen Formen bis zu lebensbedrohlichen Verläufen mit Leberversagen. Häufig besteht gleichzeitig bereits eine Zirrhose.

Einteilung

Die alkoholbedingte Lebererkrankung umfasst drei Formen, die oft aufeinander folgen und sich überlappen:

  • Alkoholische Steatose (Fettleber): bei über 90 % der Menschen mit Alkoholkonsumstörung; rückbildungsfähig
  • Alkoholische Hepatitis: bei 10–35 %
  • Alkoholische Zirrhose: bei 10–20 %

Zur Einschätzung des Schweregrads einer alkoholischen Hepatitis dienen Scores wie die Maddrey-Diskriminanzfunktion (aus Prothrombinzeit und Bilirubin), der MELD-Score und der Glasgow-Alcoholic-Hepatitis-Score.

Ätiopathogenese

Entscheidend sind Menge und Dauer des Alkoholkonsums; eine sichere Schwelle ist nicht bekannt. Frauen sind empfindlicher und können schon bei 20–30 g Alkohol pro Tag gefährdet sein, unter anderem wegen geringerer Aktivität der Alkoholdehydrogenase in der Magenschleimhaut. Weitere Risikofaktoren sind genetische Faktoren, Adipositas, Eisenablagerung in der Leber und eine begleitende Virushepatitis.

Alkohol wird in der Leber vor allem über die Alkoholdehydrogenase zu Acetaldehyd und weiter zu Acetat abgebaut; bei chronischem Konsum wird zusätzlich das mikrosomale System mit CYP2E1 aktiviert. Dabei entstehen reaktive Sauerstoffspezies. Das veränderte Redoxpotenzial fördert die Fetteinlagerung. Acetaldehyd bindet an Proteine und bildet Neoantigene; aus dem Darm vermehrt aufgenommene Endotoxine aktivieren die Kupffer-Zellen. Entzündung, Zelltod und aktivierte Sternzellen führen schließlich zu Fibrose und Zirrhose.

Klinik

Beschwerden treten meist im 4. oder 5. Lebensjahrzehnt auf. Typisch für die mäßige bis schwere alkoholische Hepatitis sind:

  • Ikterus, oft rasch einsetzend
  • Fieber, Müdigkeit und Mangelernährung
  • Schmerzen im rechten Oberbauch, druckschmerzhafte vergrößerte Leber, gelegentlich ein Strömungsgeräusch über der Leber
  • Zeichen der Dekompensation wie Aszites, hepatische Enzephalopathie, Varizenblutung, Gerinnungsstörung und Hypoglykämie

Begleitend finden sich häufig Folgen des Alkoholkonsums selbst: Spider naevi, Dupuytren-Kontraktur, Parotisschwellung, periphere Neuropathie, Myopathie, Zeichen des Hypogonadismus bei Männern sowie Vitaminmangelzustände (Folsäure, Thiamin). Selten tritt ein Zieve-Syndrom mit Hyperlipidämie, hämolytischer Anämie und Ikterus auf.

Histologie

Kennzeichnend sind großtropfige Verfettung, ballonierte (geschwollene) Hepatozyten mit granulärem Zytoplasma, Mallory-Denk-Körperchen (alkoholisches Hyalin), Leberzellnekrosen und eine Entzündung mit neutrophilen Granulozyten. Sinusoide und Zentralvenen sind eingeengt; häufig besteht bereits eine Fibrose oder Zirrhose, anfangs meist mikronodulär.

Diagnostik

Die Diagnose stützt sich auf die Kombination aus übermäßigem Alkoholkonsum, klinischem Bild und Laborbefunden.

  • Anamnese: Konsummenge, ergänzt durch Angehörige und Fragebögen (CAGE, AUDIT); Verdacht besonders bei mehr als 80 g Alkohol pro Tag
  • Alkoholmarker: Phosphatidylethanol (PEth) mit einer Halbwertszeit von etwa 10–14 Tagen, Ethylglucuronid und Ethylsulfat
  • Transaminasen: nur mäßig erhöht (meist unter 300 U/l), AST/ALT-Quotient mindestens 2; γ-GT erhöht
  • Schweregrad: Bilirubin und Prothrombinzeit bzw. INR; Albumin oft erniedrigt
  • Blutbild: Makrozytose (MCV über 100 fl), Thrombozytopenie, Leukozytose mit Neutrophilie; begleitende Infektionen wie Pneumonie oder spontan bakterielle Peritonitis werden gezielt gesucht
  • Bildgebung: Sonographie oder CT zu Steatose, Splenomegalie, Aszites und portaler Hypertension; Elastographie zur Fibrosebeurteilung
  • Ausschluss anderer Ursachen, besonders einer Virushepatitis; Leberbiopsie nur bei unklarer Diagnose oder Verdacht auf mehrere Ursachen

Weiterlernen in der App

In der InnereFuchs-App lernst du Alkoholische Hepatitis mit Karteikarten, Prüfungsfragen und Bildaufgaben (EKG, Röntgen-Thorax, Sonographie, Labor) – kostenlos, im Browser oder als App.

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Weiterführende Literatur (frei zugänglich)

  1. MSD Manual Professional: Alcohol-Related Liver Disease

Querverweise

Hinweis: Lerninhalt für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.