Bartholin-Zyste und Bartholin-Abszess
- Synonyme
- Bartholinitis, Bartholin-Abszess, Bartholin-Empyem, Schwellung an der Schamlippe
- Fachgebiet
- Gynäkologie · Vulva & Vagina
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- Klinik 4
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- 1 Karteikarten · GynFuchs
- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
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Definition
Bartholin-Zyste und -Abszess
- Lokalisation: Die Bartholin-Drüse mündet im hinteren Drittel des Introitus, etwa bei 5 und 7 Uhr.
- Pathogenese der Zyste: Sie entsteht durch Verlegung des Ausführungsgangs mit Sekretstau.
- Klinik des Abszesses: Typisch ist eine prall gespannte, hochschmerzhafte, gerötete Schwellung mit Gehbehinderung.
- Eine Bartholin-Zyste entsteht, wenn der Ausführungsgang der Bartholin-Drüse verlegt ist und sich Schleim staut; infiziert sich eine Zyste oder die Drüse selbst, entsteht ein Bartholin-Abszess.
- Die beiden etwa erbsgroßen (ca. 0,5 cm), normalerweise nicht tastbaren Drüsen liegen am unteren hinteren Rand des Scheideneingangs, etwa bei 4 und 8 Uhr; ihre 2,0–2,5 cm langen Gänge münden zwischen Labia minora und Hymenalsaum.
Vorkommen & Epidemiologie
Epidemiologie
- Zysten und Abszesse treten meist nach der Pubertät auf; Bartholin-Zysten finden sich bei etwa 3 % der Frauen, meist im dritten Lebensjahrzehnt.
- Abszesse sind fast dreimal häufiger als Zysten allein.
- Nach der Menopause nimmt die Häufigkeit ab; dann gewinnt die Möglichkeit einer malignen Entartung an Bedeutung, besonders bei rezidivierenden oder komplexen Befunden.
Ätiopathogenese
Ätiologie und Risikofaktoren
- Bartholin-Abszesse sind polymikrobiell; häufigster Einzelerreger in Kulturen ist Escherichia coli.
- Selten wird die Infektion durch einen sexuell übertragbaren Erreger wie Neisseria gonorrhoeae verursacht.
Klinik
- Die meisten Zysten sind asymptomatisch, nicht druckschmerzhaft, einseitig und am Scheideneingang tastbar; große Zysten können Druckgefühl oder Schmerzen verursachen und Geschlechtsverkehr, Sitzen oder Gehen beeinträchtigen.
- Abszesse verursachen starke vulväre Schmerzen und manchmal Fieber; sie sind druckschmerzhaft und typischerweise gerötet, zusätzlich können eine umgebende Phlegmone und Fluor auftreten.
Diagnostik
Typische Bildbefunde
- Klinischer Befund (Bartholin-Zyste): Im hinteren Drittel der großen Schamlippe wölbt sich eine glatte, prall-elastische, einseitige Schwellung vor und verlegt den Scheideneingang zur Seite. Die Haut darüber ist nicht gerötet, die Gegenseite ist unauffällig.
- Die Diagnose wird meist durch Untersuchung der Vulva gestellt; typisch ist eine einseitige, nach medial vorgewölbte Raumforderung im hinteren Vulvabereich mit Vulvaasymmetrie, beim Abszess mit Rötung, Induration oder Fluktuation.
- Das Bartholin-Drüsenkarzinom ist selten; ein solider oder fixierter Tastbefund gilt als Malignitätshinweis.
Weiterlernen in der App
Weiterführende Literatur (Auswahl)
Querverweise
Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.