Vorzeitige Plazentalösung
Prüfungsrelevanz: in 16 von 197 Prüfungsprotokollen · Rang 46
- Synonyme
- Abruptio placentae, Ablatio placentae, retroplazentares Hämatom, Couvelaire-Uterus, vorzeitige Lösung des Mutterkuchens
- Fachgebiet
- Geburtshilfe · Schwangerschaftserkrankungen
- Bilder
- Sonographie 2 · Klinik 1
- Prüfungsrelevanz
- 16 von 197 Protokollen · Rang 46
- In der App
- 2 Karteikarten · GynFuchs
- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
Bilder (3)
Sonographie
SonographieÄtiopathogenese
Risikofaktoren und Leitbefund
- Leitbefund: schmerzhafte Blutung mit hartem, druckdolentem Uterus und pathologischem CTG.
- Die gefährliche Variante ist die nach innen gerichtete Blutung ohne sichtbaren Blutverlust — der Schock passt dann nicht zur sichtbaren Menge.
- Risikofaktoren: Hypertonie und Präeklampsie, Trauma, Nikotin und Kokain, vorzeitiger Blasensprung, Polyhydramnion, Z. n. Lösung.
- Sonographische Zeichen: echoarme Raumforderung zwischen Plazenta und Uteruswand, wellige oder eingesunkene Plazentakontur; wichtig: ein unauffälliger Ultraschall schließt die Lösung nicht aus.
Klinik
- Leitsymptome sind Dauerschmerz, brettharter und druckschmerzhafter Uterus und meist dunkle vaginale Blutung.
- Bei einem Teil der Fälle ist die Blutung verdeckt, weil sich das Hämatom retroplazentar ansammelt — der Blutverlust wird dann unterschätzt.
- Das CTG zeigt typischerweise eingeengte Oszillation, variable oder späte Dezelerationen bis hin zur Bradykardie.
Komplikationen
- Gefürchtet sind intrauteriner Fruchttod und die disseminierte intravasale Koagulopathie.
- Der Couvelaire-Uterus bezeichnet die Einblutung in die Uterusmuskulatur mit blau-violetter Marmorierung (Apoplexia uteroplacentaris).
- Weitere Folgen sind akutes Nierenversagen, Schock und postpartale Blutung.
Diagnostik
Sonographie
- Zu sehen ist mitunter eine echoarme oder inhomogene Raumforderung zwischen Plazenta und Uteruswand sowie eine wellige, eingesunkene Plazentakontur.
- Entscheidend ist: ein unauffälliger Ultraschall schließt eine Lösung nicht aus.
- Frische Hämatome können isoechogen zur Plazenta erscheinen und dadurch übersehen werden.
- Die Diagnose ist damit in erster Linie klinisch.
Typische Bildbefunde
- Sonographie (Retroplazentares Hämatom): Zwischen Plazenta und Uteruswand grenzt sich ein echoarmes bis gemischt echogenes Areal ab, das die Plazenta randständig von der Wand abhebt. Die Plazenta wirkt an dieser Stelle verdickt; die Messung erfasst die Ausdehnung des Hämatoms.
- Sonographie (Retroplazentares Hämatom): Neben der Fruchthöhle liegt eine sichelförmige, echoarme Zone, die den Chorion von der Uteruswand abhebt. Die Fruchthöhle selbst ist regelrecht konfiguriert; die Messkreuze erfassen die Ausdehnung der Blutung.
Weiterlernen in der App
Weiterführende Literatur (Auswahl)
Querverweise
Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.