Diabetische Fetopathie und neonatale Hypoglykämie
Prüfungsrelevanz: in 1 von 197 Prüfungsprotokollen · Rang 171
- Synonyme
- Fetopathia diabetica, Neugeborenenhypoglykämie
- Fachgebiet
- Geburtshilfe · Schwangerschaftserkrankungen
- Prüfungsrelevanz
- 1 von 197 Protokollen · Rang 171
- In der App
- 1 Karteikarten · GynFuchs
- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
Definition
- Als diabetische Fetopathie werden die Veränderungen bei Kindern diabetischer Mütter bezeichnet, wobei der Begriff diabetische Mutter sowohl präexistenten Typ-1- oder Typ-2-Diabetes als auch Gestationsdiabetes umfasst.
- Die neonatale Hypoglykämie ist die häufigste Stoffwechselstörung der Neugeborenenperiode; ab welchem Glukosewert Hirnschäden entstehen, ist nicht bekannt.
Vorkommen & Epidemiologie
Epidemiologie
- Eine Hypoglykämie tritt bei 5–27 % der Kinder diabetischer Mütter auf; Risikogruppen sind außerdem Frühgeborene sowie für das Gestationsalter zu kleine oder zu große Neugeborene.
Ätiopathogenese
Ätiologie und Pathogenese
- Vermehrte fetale Insulinsekretion führt zu Hypertrophie und Hyperplasie der β-Zellen und zum Wachstum insulinabhängiger Organe wie Leber, Nieren, Skelettmuskulatur und Herz (Organomegalie).
- Nach dem Abnabeln endet die Glukosezufuhr, während die Insulinspiegel erhöht bleiben; der Blutzucker erreicht zwischen der ersten und dritten Lebensstunde seinen Tiefpunkt.
- Insulin wirkt dem Cortisol entgegen, das die Surfactantsynthese fördert; daraus resultiert ein erhöhtes Risiko für ein Atemnotsyndrom.
Klinik
Hauptproblem: Postnatale Hypoglykämie
- Das Hauptproblem des Neugeborenen ist die postnatale Hypoglykämie, da der fetale Hyperinsulinismus bei fehlender Glukosezufuhr.
Weitere Anpassungsstörungen und Befunde
- Ein Atemnotsyndrom kann durch die verminderte Surfactantbildung verursacht werden.
- Eine meist reversible Myokardhypertrophie durch Glykogeneinlagerung ist ein typischer kardialer Befund.
- Weitere Befunde sind eine Polyglobulie mit erhöhtem Hämatokrit und konsekutiver Hyperbilirubinämie sowie eine Hypokalzämie und Hypomagnesiämie.
Klinik und Komplikationen
- Makrosome Kinder (Geburtsgewicht über der 90. Perzentile) zeigen einen Brustumfang, der den Kopfumfang übersteigt, und eine Organomegalie; sie erleiden häufiger Plexus-brachialis-Läsionen, Klavikulafrakturen und Asphyxie.
- Hypoglykämische Neugeborene zeigen meist Zittrigkeit und Übererregbarkeit, aber auch Hypotonie, Lethargie und Trinkschwäche; meist verläuft die Hypoglykämie jedoch asymptomatisch und kann bis zu 72 Stunden anhalten.
Weiterlernen in der App
Weiterführende Literatur (Auswahl)
Querverweise
Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.