Zytomegalie (CMV) in der Schwangerschaft
Prüfungsrelevanz: in 5 von 197 Prüfungsprotokollen · Rang 101
- Synonyme
- CMV, Zytomegalievirus, konnatale CMV-Infektion, Zytomegalie
- Fachgebiet
- Geburtshilfe · Schwangerschaftserkrankungen
- Bilder
- Sonographie 2
- Prüfungsrelevanz
- 5 von 197 Protokollen · Rang 101
- In der App
- 1 Karteikarten · GynFuchs
- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
Bilder (2)
Sonographie
SonographieDefinition
- Die konnatale Zytomegalie entsteht durch intrauterine Übertragung des Zytomegalievirus (CMV, humanes Herpesvirus 5) von der Schwangeren auf den Fetus.
Einteilung
- Unterschieden werden die mütterliche Primärinfektion und die nicht-primäre Infektion durch Reaktivierung oder Zweitinfektion mit einem anderen CMV-Stamm.
Vorkommen & Epidemiologie
Ausgangslage
- Der Erreger: Zytomegalievirus (CMV), ein Herpesvirus.
- Bedeutung: Häufigste konnatale Infektion.
Epidemiologie
- CMV gilt als häufigster viraler Erreger angeborener Infektionen und als führende Ursache nicht erblicher sensorineuraler Schwerhörigkeit bei Kindern.
Ätiopathogenese
Übertragung und Risiko
- Hauptübertragungsweg auf die Schwangere: Speichel und Urin von Kleinkindern.
- Größtes Risiko einer schweren fetalen Schädigung: mütterliche Erstinfektion im 1. Trimenon.
- Übertragungswahrscheinlichkeit auf den Feten: steigt mit Gestationsalter, Schwere sinkt.
Ätiologie und Pathogenese
- Das Virus findet sich u. a. in Speichel, Urin, Genitalsekret, Muttermilch und Blut; Kinder scheiden es intermittierend über Urin und Speichel aus.
- Bei Primärinfektion im ersten Trimenon wird das Virus in etwa 20 % übertragen, und über die Hälfte der infizierten Feten erleidet schwere bleibende Schäden.
Klinik
Was man beim Kind sieht
- Sonographische Hinweise: Mikrozephalie, periventrikuläre Verkalkungen.
- Weiter möglich: Wachstumsrestriktion, Hepatosplenomegalie.
- Sicherung der fetalen Infektion: CMV-PCR aus Fruchtwasser (nach Infektion).
- Häufigste Spätfolge des scheinbar gesunden Neugeborenen: Progrediente Innenohrschwerhörigkeit.
Klinik und Komplikationen
- Bei immunkompetenten Schwangeren verläuft die Infektion meist asymptomatisch oder mit unspezifischen, grippeartigen Beschwerden.
- 85–90 % der konnatal infizierten Neugeborenen sind bei Geburt asymptomatisch.
- Typische, nach der Geburt oft noch nicht erkennbare Folgen sind Hörschäden, verzögertes Wachstum, geistige Behinderung und Mikrozephalie.
Diagnostik
- Eine Primärinfektion wird idealerweise durch Serokonversion nachgewiesen; niedrig-avide IgG-Antikörper sprechen für eine Infektion etwa während der vergangenen drei Monate.
- Pränatal gelingt der Nachweis beim Fetus am besten per PCR aus Fruchtwasser, die bei zu kurzem Abstand zur Infektion falsch negativ sein kann.
- Beim Neugeborenen ist der Virusnachweis per PCR aus Speichel oder Urin am sensitivsten, da bei bis zu 80 % keine CMV-IgM-Antikörper nachweisbar sind.
Weiterlernen in der App
Weiterführende Literatur (Auswahl)
Querverweise
Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.