Vorzeitiger Blasensprung (PPROM)

Prüfungsrelevanz: in 17 von 197 Prüfungsprotokollen · Rang 39

Synonyme
PPROM, PROM, Blasensprung, vorzeitiger Blasensprung, Fruchtwasserabgang
Fachgebiet
Geburtshilfe · Schwangerschaftserkrankungen
Bilder
Histologie & Zytologie 2
Prüfungsrelevanz
17 von 197 Protokollen · Rang 39
In der App
1 Karteikarten · GynFuchs
Stand
10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
  1. Bilder (2)
  2. Definition
  3. Einteilung
  4. Vorkommen & Epidemiologie
  5. Ätiopathogenese
  6. Klinik
  7. Diagnostik
  8. Weiterlernen in der App
  9. Weiterführende Literatur (Auswahl)
  10. Querverweise

Bilder (2)

Vorzeitiger Blasensprung (PPROM) – Histologie & Zytologie: Positiver Farnkrauttest: Fruchtwasser kristallisiert auf dem Objektträger farnkrautartig (Mikroskopie)Histologie & Zytologie
Positiver Farnkrauttest: Fruchtwasser kristallisiert auf dem Objektträger farnkrautartig (Mikroskopie)Bild: Paul_012 (Wikimedia Commons) · CC BY-SA 2.0 · Quelle
Vorzeitiger Blasensprung (PPROM) – Histologie & Zytologie: Farnkrautphänomen bei Blasensprung: getrocknetes Fruchtwasser unter dem MikroskopHistologie & Zytologie
Farnkrautphänomen bei Blasensprung: getrocknetes Fruchtwasser unter dem MikroskopBild: Trick1722 (Wikimedia Commons) · CC BY-SA 4.0 · Quelle
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Definition

  • Der vorzeitige Blasensprung (PROM) ist die Ruptur der Eihäute vor Einsetzen der Wehen; tritt er vor 37 Schwangerschaftswochen auf, spricht man von PPROM (preterm prelabour rupture of membranes).

Einteilung

  • Unterschieden werden der Blasensprung am Termin (ab 37 SSW), der PPROM (vor 37 SSW) und der Blasensprung vor Erreichen der Lebensfähigkeit (vor etwa 24 SSW).

Vorkommen & Epidemiologie

Epidemiologie

  • Die Latenz bis zum Wehenbeginn ist umso kürzer, je weiter die Schwangerschaft fortgeschritten ist: Am Termin beginnen über 90 % der Frauen innerhalb von 24 Stunden mit Wehen, in der 32.–34. SSW beträgt die mittlere Latenz etwa 4 Tage.

Ätiopathogenese

Ätiologie und Risikofaktoren

  • In einer Metaanalyse waren u. a. niedriger BMI, ein Schwangerschaftsabstand unter 2 Jahren, frühere Fehlgeburt, frühere Frühgeburt, ein früherer vorzeitiger Blasensprung, Z. n. Sectio, Gestationshypertonie, Gestationsdiabetes, auffälliger Fluor, Genitalinfektionen, Lageanomalien und erhöhter intraabdominaler Druck mit einem erhöhten Risiko assoziiert.
  • Der Zusammenhang mit Rauchen und kurzer Zervix ist nach dieser Analyse nicht ausreichend geklärt.

Klinik

Weitere Fakten aus den Lernfragen

  • Die Inspektion erfolgt mit einem sterilen Spekulum, um das Infektionsrisiko zu minimieren.
  • Solange keine Komplikationen wie eine Infektion auftreten und das CTG unauffällig ist, wird abgewartet.

Klinik und Komplikationen

  • Ohne Komplikationen ist das einzige Symptom ein Flüssigkeitsabgang oder plötzlicher Schwall aus der Scheide; Fieber, vermehrter oder übel riechender Ausfluss, Bauchschmerzen und eine fetale Tachykardie sprechen stark für eine intraamniale Infektion.
  • Ein Blasensprung erhöht das Risiko für intraamniale Infektion, neonatale Sepsis, Lageanomalien und vorzeitige Plazentalösung; häufige Erreger sind B-Streptokokken und Escherichia coli, der PPROM disponiert zur Frühgeburt.
  • Ein länger bestehender Blasensprung vor der Lebensfähigkeit (vor 24 SSW) erhöht das Risiko für Gliedmaßendeformitäten und Lungenhypoplasie (Potter-Sequenz).

Diagnostik

Diagnose

  • Beim Verdacht auf Blasensprung gilt: sterile Spekulumeinstellung.
  • Zur Sicherung dienen pH, AmniSure, PROM-Test.
  • Der vaginale pH ist bei Blasensprung erhöht auf ca. 7.
  • Die Basisdiagnostik umfasst TVS, CTG, Biometrie, Doppler, Labor.
  • In der sterilen Spekulumeinstellung gilt der Blasensprung als gesichert, wenn Fruchtwasser aus dem Muttermund abgeht oder Vernix oder Mekonium sichtbar sind.
  • Weniger genaue Hinweise sind eine Farnkrautbildung (Arborisation) des angetrockneten Sekrets und ein alkalischer pH im Nitrazintest; Blut, Sperma, alkalische Antiseptika, Urin oder eine bakterielle Vaginose können falsch positive Ergebnisse liefern.
  • Ein sonografisches Oligohydramnion stützt die Diagnose; in unklaren Fällen kann sie durch Instillation eines Farbstoffs per Amniozentese gesichert werden.

Weiterlernen in der App

In der GynFuchs-App lernst du Vorzeitiger Blasensprung (PPROM) mit Karteikarten, Prüfungsfragen und Bildaufgaben (Kolposkopie, Sonographie, CTG) – kostenlos, im Browser oder als App.

In der App: 1 Karteikarten zu diesem Thema

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Weiterführende Literatur (Auswahl)

  1. StatPearls: Preterm and Term Prelabor Rupture of Membranes (PPROM and PROM) (NCBI Bookshelf)
  2. MSD Manual (Profi-Ausgabe): Prelabor Rupture of Membranes (PROM)
  3. BMJ Open 2024: Risk factors for premature rupture of membranes – systematic review and meta-analysis (PMC, Open Access)
  4. DocCheck Flexikon, Vorzeitiger Blasensprung

Querverweise

Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.