Vorzeitiger Blasensprung (PPROM)
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- Synonyme
- PPROM, PROM, Blasensprung, vorzeitiger Blasensprung, Fruchtwasserabgang
- Fachgebiet
- Geburtshilfe · Schwangerschaftserkrankungen
- Bilder
- Histologie & Zytologie 2
- Prüfungsrelevanz
- 17 von 197 Protokollen · Rang 39
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- 1 Karteikarten · GynFuchs
- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
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Histologie & Zytologie
Histologie & ZytologieDefinition
- Der vorzeitige Blasensprung (PROM) ist die Ruptur der Eihäute vor Einsetzen der Wehen; tritt er vor 37 Schwangerschaftswochen auf, spricht man von PPROM (preterm prelabour rupture of membranes).
Einteilung
- Unterschieden werden der Blasensprung am Termin (ab 37 SSW), der PPROM (vor 37 SSW) und der Blasensprung vor Erreichen der Lebensfähigkeit (vor etwa 24 SSW).
Vorkommen & Epidemiologie
Epidemiologie
- Die Latenz bis zum Wehenbeginn ist umso kürzer, je weiter die Schwangerschaft fortgeschritten ist: Am Termin beginnen über 90 % der Frauen innerhalb von 24 Stunden mit Wehen, in der 32.–34. SSW beträgt die mittlere Latenz etwa 4 Tage.
Ätiopathogenese
Ätiologie und Risikofaktoren
- In einer Metaanalyse waren u. a. niedriger BMI, ein Schwangerschaftsabstand unter 2 Jahren, frühere Fehlgeburt, frühere Frühgeburt, ein früherer vorzeitiger Blasensprung, Z. n. Sectio, Gestationshypertonie, Gestationsdiabetes, auffälliger Fluor, Genitalinfektionen, Lageanomalien und erhöhter intraabdominaler Druck mit einem erhöhten Risiko assoziiert.
- Der Zusammenhang mit Rauchen und kurzer Zervix ist nach dieser Analyse nicht ausreichend geklärt.
Klinik
Weitere Fakten aus den Lernfragen
- Die Inspektion erfolgt mit einem sterilen Spekulum, um das Infektionsrisiko zu minimieren.
- Solange keine Komplikationen wie eine Infektion auftreten und das CTG unauffällig ist, wird abgewartet.
Klinik und Komplikationen
- Ohne Komplikationen ist das einzige Symptom ein Flüssigkeitsabgang oder plötzlicher Schwall aus der Scheide; Fieber, vermehrter oder übel riechender Ausfluss, Bauchschmerzen und eine fetale Tachykardie sprechen stark für eine intraamniale Infektion.
- Ein Blasensprung erhöht das Risiko für intraamniale Infektion, neonatale Sepsis, Lageanomalien und vorzeitige Plazentalösung; häufige Erreger sind B-Streptokokken und Escherichia coli, der PPROM disponiert zur Frühgeburt.
- Ein länger bestehender Blasensprung vor der Lebensfähigkeit (vor 24 SSW) erhöht das Risiko für Gliedmaßendeformitäten und Lungenhypoplasie (Potter-Sequenz).
Diagnostik
Diagnose
- Beim Verdacht auf Blasensprung gilt: sterile Spekulumeinstellung.
- Zur Sicherung dienen pH, AmniSure, PROM-Test.
- Der vaginale pH ist bei Blasensprung erhöht auf ca. 7.
- Die Basisdiagnostik umfasst TVS, CTG, Biometrie, Doppler, Labor.
- In der sterilen Spekulumeinstellung gilt der Blasensprung als gesichert, wenn Fruchtwasser aus dem Muttermund abgeht oder Vernix oder Mekonium sichtbar sind.
- Weniger genaue Hinweise sind eine Farnkrautbildung (Arborisation) des angetrockneten Sekrets und ein alkalischer pH im Nitrazintest; Blut, Sperma, alkalische Antiseptika, Urin oder eine bakterielle Vaginose können falsch positive Ergebnisse liefern.
- Ein sonografisches Oligohydramnion stützt die Diagnose; in unklaren Fällen kann sie durch Instillation eines Farbstoffs per Amniozentese gesichert werden.
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Weiterführende Literatur (Auswahl)
- StatPearls: Preterm and Term Prelabor Rupture of Membranes (PPROM and PROM) (NCBI Bookshelf)
- MSD Manual (Profi-Ausgabe): Prelabor Rupture of Membranes (PROM)
- BMJ Open 2024: Risk factors for premature rupture of membranes – systematic review and meta-analysis (PMC, Open Access)
- DocCheck Flexikon, Vorzeitiger Blasensprung
Querverweise
Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.