Zervixinsuffizienz
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- Synonyme
- Zervixverkürzung, Muttermundschwäche, Funneling
- Fachgebiet
- Geburtshilfe · Schwangerschaftserkrankungen
- Bilder
- Sonographie 3
- Prüfungsrelevanz
- 19 von 197 Protokollen · Rang 36
- In der App
- 1 Karteikarten · GynFuchs
- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
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Sonographie
Sonographie
SonographieDefinition
- Die Zervixinsuffizienz ist eine schmerzlose Eröffnung der Zervix im zweiten oder frühen dritten Trimenon ohne klinische Wehen, verursacht durch einen funktionellen oder strukturellen Defekt.
- Sie kann in einer laufenden Schwangerschaft erkannt werden, wird aber häufig erst rückblickend diagnostiziert.
Einteilung
- Die Diagnose kann befundbasiert (körperliche Untersuchung), anamnestisch (frühere Verluste im zweiten Trimenon) oder sonografisch gestellt werden.
Vorkommen & Epidemiologie
Epidemiologie
- Die geschätzte Inzidenz schwankt stark zwischen 1 auf 100 und 1 auf 2000 Schwangerschaften; das Risiko eines erneuten Verlusts liegt insgesamt wohl bei höchstens 30 %, am höchsten nach mindestens zwei Verlusten im zweiten Trimenon.
Ätiopathogenese
Ätiologie und Risikofaktoren
- Die Ursache ist nicht vollständig geklärt; angenommen wird ein Zusammenspiel struktureller Veränderungen und biochemischer Faktoren wie Entzündung und Infektion, die das normale Remodeling der Zervix stören und eine vorzeitige Reifung bewirken.
Klinik
Weitere Fakten aus den Lernfragen
- Die Messung der Zervixlänge erfolgt standardisiert transvaginal.
- Eine volle Blase oder Druck mit der Sonde können die Zervixlänge artifiziell verlängern.
- Sludge ist echogenes Material im Fruchtwasser nahe dem inneren Muttermund.
- Dieser Befund ist mit einem erhöhten Risiko für eine intraamniale Infektion assoziiert.
- Die Anamnese ist entscheidend für die Risikostratifizierung.
- Typisch ist ein Spätabort oder eine extreme Frühgeburt in der Vorgeschichte nach schmerzloser Zervixeröffnung.
- Eine asymptomatische Zervixverkürzung allein ist noch keine Zervixinsuffizienz.
- Zur Definition der Insuffizienz gehören zusätzlich vorzeitige Wehen oder eine dynamische Eröffnung.
Klinik und Komplikationen
- Die Zervixinsuffizienz verläuft oft symptomlos bis zur Frühgeburt; manche Frauen bemerken vorher vaginales Druckgefühl, Blutung oder Schmierblutung, unspezifische Bauch- oder Rückenschmerzen oder vermehrten Ausfluss.
- Die Eröffnung kann zu PPROM, Spätabort oder spontaner Frühgeburt führen.
Diagnostik
Wie gemessen wird
- Die Zervixlänge wird transvaginal, ohne Druck, Blase leer.
- Gemessen wird der geschlossene Anteil vom inneren zum äußeren MM.
- Ein Trichter (Funneling) ist die Eröffnung des inneren MM (T-, Y-, V-, U-Form).
- Sludge bezeichnet echogenes Material im unteren Fruchtwasserraum.
Zahlen
- Als verkürzt gilt eine Zervix < 25 mm vor 24+0 SSW.
- Je kürzer die Zervix und je früher die Woche, desto höher das Frühgeburtsrisiko.
Verkürzung ist nicht gleich Insuffizienz
- Die klassische anamnestische Zervixinsuffizienz zeigt sich als schmerzlose Zervixdilatation im 2. Trimenon.
- Bei Symptomen oder Risikofaktoren wird die Zervixlänge zwischen der 15.–16. und 23.–24. SSW transvaginal gemessen; hinweisend sind eine Verkürzung auf höchstens 25 mm bei entsprechender Vorgeschichte, eine Eröffnung des Zervikalkanals und ein Vorwölben der Eihäute in den Zervikalkanal.
- Bei der Untersuchung kann die Zervix weich, verstrichen oder eröffnet sein.
Weiterlernen in der App
Weiterführende Literatur (Auswahl)
Querverweise
Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.