Anämie in der Schwangerschaft
Prüfungsrelevanz: in 12 von 197 Prüfungsprotokollen · Rang 59
- Synonyme
- Blutarmut in der Schwangerschaft, Eisenmangel
- Fachgebiet
- Geburtshilfe · Schwangerschaftserkrankungen
- Bilder
- Histologie & Zytologie 2
- Prüfungsrelevanz
- 12 von 197 Protokollen · Rang 59
- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
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Histologie & Zytologie
Histologie & ZytologieDefinition
- Eine Anämie in der Schwangerschaft ist eine erniedrigte Hämoglobinkonzentration mit trimesterabhängigen Grenzwerten; nach ACOG liegen diese bei 11,0 g/dl im ersten und dritten sowie 10,5 g/dl im zweiten Trimenon.
Vorkommen & Epidemiologie
Epidemiologie
- Nach WHO-Schätzung sind weltweit etwa 37 % der Schwangeren anämisch.
Ätiopathogenese
Ätiologie und Pathogenese
- Ab etwa der 6. SSW nimmt das Plasmavolumen überproportional zur Erythrozytenmasse zu und liegt auf seinem Höhepunkt um 40–50 % über dem Ausgangswert, sodass die Hämoglobinkonzentration verdünnungsbedingt sinkt.
- Unter den pathologischen Ursachen ist die Eisenmangelanämie die häufigste, besonders in Industrieländern.
- Weitere Ursachen sind ein Mangel an Folsäure oder Vitamin B12, Infektionen wie Malaria, chronische Erkrankungen sowie vererbte Erythrozytenstörungen wie Thalassämie.
Klinik
Klinik und Komplikationen
- Häufige, unspezifische Symptome sind Müdigkeit, Schwindel, Kopfschmerzen und Belastungsdyspnoe; schwere Anämie kann blasse Schleimhäute sowie beschleunigte Atmung und Herzfrequenz verursachen.
- Ein schwerer mütterlicher Eisenmangel scheint das Risiko für Frühgeburt, niedriges Geburtsgewicht und Säuglingstod zu erhöhen.
Diagnostik
- Ein Eisenmangel wird klinisch meist über ein erniedrigtes Serumferritin oder eine verminderte Transferrinsättigung definiert.
- Ein niedriges Ferritin zeigt stets einen Eisenmangel an; als Akute-Phase-Protein kann Ferritin bei Infektion oder Entzündung jedoch trotz Eisenmangel normal sein.
- Mit fortschreitendem Eisenmangel sinken zuerst das MCV und danach die MCHC, woraus das typische mikrozytär-hypochrome Bild entsteht.
Weiterlernen in der App
Weiterführende Literatur (Auswahl)
Querverweise
Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.