Anämie in der Schwangerschaft

Prüfungsrelevanz: in 12 von 197 Prüfungsprotokollen · Rang 59

Synonyme
Blutarmut in der Schwangerschaft, Eisenmangel
Fachgebiet
Geburtshilfe · Schwangerschaftserkrankungen
Bilder
Histologie & Zytologie 2
Prüfungsrelevanz
12 von 197 Protokollen · Rang 59
Stand
10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
  1. Bilder (2)
  2. Definition
  3. Vorkommen & Epidemiologie
  4. Ätiopathogenese
  5. Klinik
  6. Diagnostik
  7. Weiterlernen in der App
  8. Weiterführende Literatur (Auswahl)
  9. Querverweise

Bilder (2)

Anämie in der Schwangerschaft – Histologie & Zytologie: Mikroskopie (Blutausstrich): hypochrome, mikrozytäre Erythrozyten mit vergrößerter zentraler Aufhellung bei Eisenmangelanämie – Lymphozyt als GrößenvergleichHistologie & Zytologie
Mikroskopie (Blutausstrich): hypochrome, mikrozytäre Erythrozyten mit vergrößerter zentraler Aufhellung bei Eisenmangelanämie – Lymphozyt als GrößenvergleichBild: Ed Uthman, MD (Wikimedia Commons) · CC BY-SA 2.0 · Quelle
Anämie in der Schwangerschaft – Histologie & Zytologie: Mikroskopie (Blutausstrich): schwere Eisenmangelanämie mit Mikrozytose, Hypochromasie, Anisozytose und Poikilozytose (u. a. Stiftzellen)Histologie & Zytologie
Mikroskopie (Blutausstrich): schwere Eisenmangelanämie mit Mikrozytose, Hypochromasie, Anisozytose und Poikilozytose (u. a. Stiftzellen)Bild: SpicyMilkBoy (Wikimedia Commons) · CC BY-SA 4.0 · Quelle
1 / 2

Definition

  • Eine Anämie in der Schwangerschaft ist eine erniedrigte Hämoglobinkonzentration mit trimesterabhängigen Grenzwerten; nach ACOG liegen diese bei 11,0 g/dl im ersten und dritten sowie 10,5 g/dl im zweiten Trimenon.

Vorkommen & Epidemiologie

Epidemiologie

  • Nach WHO-Schätzung sind weltweit etwa 37 % der Schwangeren anämisch.

Ätiopathogenese

Ätiologie und Pathogenese

  • Ab etwa der 6. SSW nimmt das Plasmavolumen überproportional zur Erythrozytenmasse zu und liegt auf seinem Höhepunkt um 40–50 % über dem Ausgangswert, sodass die Hämoglobinkonzentration verdünnungsbedingt sinkt.
  • Unter den pathologischen Ursachen ist die Eisenmangelanämie die häufigste, besonders in Industrieländern.
  • Weitere Ursachen sind ein Mangel an Folsäure oder Vitamin B12, Infektionen wie Malaria, chronische Erkrankungen sowie vererbte Erythrozytenstörungen wie Thalassämie.

Klinik

Klinik und Komplikationen

  • Häufige, unspezifische Symptome sind Müdigkeit, Schwindel, Kopfschmerzen und Belastungsdyspnoe; schwere Anämie kann blasse Schleimhäute sowie beschleunigte Atmung und Herzfrequenz verursachen.
  • Ein schwerer mütterlicher Eisenmangel scheint das Risiko für Frühgeburt, niedriges Geburtsgewicht und Säuglingstod zu erhöhen.

Diagnostik

  • Ein Eisenmangel wird klinisch meist über ein erniedrigtes Serumferritin oder eine verminderte Transferrinsättigung definiert.
  • Ein niedriges Ferritin zeigt stets einen Eisenmangel an; als Akute-Phase-Protein kann Ferritin bei Infektion oder Entzündung jedoch trotz Eisenmangel normal sein.
  • Mit fortschreitendem Eisenmangel sinken zuerst das MCV und danach die MCHC, woraus das typische mikrozytär-hypochrome Bild entsteht.

Weiterlernen in der App

In der GynFuchs-App lernst du Anämie in der Schwangerschaft mit Karteikarten, Prüfungsfragen und Bildaufgaben (Kolposkopie, Sonographie, CTG) – kostenlos, im Browser oder als App.

Im Browser starten  GynFuchs ansehen →

Weiterführende Literatur (Auswahl)

  1. Nutrients 2020: Iron Deficiency and Iron Deficiency Anemia: Implications and Impact in Pregnancy, Fetal Development, and Early Childhood Parameters (PubMed Central)
  2. WHO Fact sheet: Anaemia

Querverweise

Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.