Chronische Hypertonie in der Schwangerschaft
Prüfungsrelevanz: in 1 von 197 Prüfungsprotokollen · Rang 171
- Fachgebiet
- Geburtshilfe · Schwangerschaftserkrankungen
- Prüfungsrelevanz
- 1 von 197 Protokollen · Rang 171
- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
Definition
- Eine chronische Hypertonie liegt vor, wenn der Blutdruck schon vor der Schwangerschaft erhöht ist oder vor der 20. SSW bei zwei Messungen systolisch mindestens 140 mmHg oder diastolisch mindestens 90 mmHg beträgt.
Einteilung
- Sie gehört zu den hypertensiven Schwangerschaftserkrankungen und verläuft mit oder ohne aufgepfropfte Präeklampsie bzw. Eklampsie.
- Als schwer gelten Werte ab 160 mmHg systolisch und/oder ab 110 mmHg diastolisch.
Vorkommen & Epidemiologie
Epidemiologie
- Die chronische Hypertonie kompliziert etwa 1–5 % aller Schwangerschaften; eine Gestationshypertonie tritt bei etwa 5–10 % auf.
Ätiopathogenese
Ätiologie und Risikofaktoren
- Neben der primären Hypertonie kommen sekundäre Ursachen wie Nierenarterienstenose, Aortenisthmusstenose, Cushing-Syndrom, systemischer Lupus erythematodes oder Phäochromozytom in Betracht.
- Die chronische Hypertonie gilt als Hochrisikofaktor für eine Präeklampsie.
Klinik
Klinik und Komplikationen
- Mütterlich steigt das Risiko für Präeklampsie und Eklampsie, hypertensive Enzephalopathie, Schlaganfall, Nierenversagen, Linksherzinsuffizienz und HELLP-Syndrom.
- Durch die verminderte uteroplazentare Durchblutung drohen fetale Wachstumsrestriktion, Hypoxie und vorzeitige Plazentalösung; ungünstiger ist der Verlauf bei schwerer Hypertonie oder Niereninsuffizienz.
Diagnostik
- Der Blutdruck wird bei jeder Vorsorgeuntersuchung gemessen; bei erstmals schwerer Hypertonie ohne Mehrlingsschwangerschaft oder Trophoblasterkrankung werden sekundäre Ursachen abgeklärt.
- Eine aufgepfropfte Präeklampsie zeigt sich nach der 20. SSW durch neue oder zunehmende Proteinurie, einen Blutdruckanstieg über die Ausgangswerte oder Endorganschäden wie Thrombozyten unter 100 000/µl, Transaminasen über dem Doppelten der Norm, ein erhöhtes oder verdoppeltes Serumkreatinin oder ein Lungenödem; eine erhöhte Harnsäure spricht ebenfalls dafür.
Weiterlernen in der App
Weiterführende Literatur (Auswahl)
Querverweise
Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.