Varizellen in der Schwangerschaft
Prüfungsrelevanz: in 1 von 197 Prüfungsprotokollen · Rang 171
- Synonyme
- Windpocken
- Fachgebiet
- Geburtshilfe · Schwangerschaftserkrankungen
- Bilder
- Klinik 2
- Prüfungsrelevanz
- 1 von 197 Protokollen · Rang 171
- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
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Definition
- Varizellen in der Schwangerschaft bezeichnen die Primärinfektion einer Schwangeren mit dem Varizella-Zoster-Virus (VZV), die selten diaplazentar auf den Fetus übergeht und Fetus wie Neugeborenes gefährden kann.
Einteilung
- Fetales Varizellensyndrom: Es kann bei etwa 1–2 % der Varizellenerkrankungen Schwangerer auftreten, sofern die Erkrankung zwischen der 5. und 24. SSW liegt.
- Neonatale Windpocken: Sie drohen bei Erkrankung der Mutter innerhalb von 5 Tagen vor bis 48 Stunden nach der Geburt, da das Kind dann keine schützenden mütterlichen Antikörper erhält.
- Von einem Herpes zoster der Mutter geht keine Gefahr für das ungeborene Kind aus.
Vorkommen & Epidemiologie
Epidemiologie
- In Deutschland waren bei über 95 % der Erwachsenen Antikörper gegen VZV nachweisbar.
Ätiopathogenese
Ätiologie und Pathogenese
- Das Virus wird aerogen über Tröpfchenkerne und als Schmierinfektion über Bläscheninhalt übertragen und ist äußerst kontagiös.
Klinik
Klinik und Komplikationen
- Die Erkrankung beginnt mit juckendem Exanthem und Fieber; bei Erwachsenen verläuft sie schwerer und komplikationsreicher.
- Eine schwerwiegende Komplikation ist die Varizellenpneumonie, für die Schwangere besonders gefährdet sind.
- Das fetale Varizellensyndrom zeigt segmental angeordnete Hautveränderungen, neurologische Schäden wie Hirnatrophie, Augenschäden (Mikrophthalmie, Chorioretinitis, Katarakt) und Skelettanomalien.
- Neonatale Windpocken verlaufen sehr schwer mit einer Letalität von bis zu 30 %.
Diagnostik
- Der direkte Virusnachweis erfolgt in der Regel per VZV-PCR.
- Der Immunstatus wird über VZV-IgG bestimmt; die IgG-Avidität erlaubt die Unterscheidung zwischen Primärinfektion und Herpes zoster.
Weiterlernen in der App
Weiterführende Literatur (Auswahl)
Querverweise
Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.