Tuboovarialabszess
Prüfungsrelevanz: in 1 von 197 Prüfungsprotokollen · Rang 171
- Synonyme
- TOA, Adnexabszess
- Fachgebiet
- Gynäkologie · Ovar & Adnexe
- Bilder
- Sonographie 3
- Prüfungsrelevanz
- 1 von 197 Protokollen · Rang 171
- In der App
- 1 Karteikarten · GynFuchs
- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
Bilder (3)
Sonographie
Sonographie
SonographieDefinition
- Der Tuboovarialabszess ist eine schwere Komplikation der Pelvic Inflammatory Disease mit Entzündung der Adnexe, typischerweise mit eitergefüllter Tube und Ovar, infolge einer aufsteigenden Infektion.
- Als Vollbild der PID wird bei fortschreitender Infektion die normale Adnexstruktur zerstört, und es bildet sich eine entzündliche Raumforderung aus Tube und Ovar.
Vorkommen & Epidemiologie
Epidemiologie
- Ein Tuboovarialabszess entwickelt sich bei bis zu etwa 15 % der Patientinnen mit PID bzw. Salpingitis und betrifft vor allem sexuell aktive Frauen im reproduktiven Alter; er kann auch ohne weitere PID-Folgen auftreten.
- Er kann eine akute oder eine chronische Infektion begleiten und tritt mitunter beidseitig auf.
Klinik
Klinik und Bildgebung
- Klinische Zeichen: Für eine Adnexitis sprechen beidseitige Schmerzen, Fieber, Fluor, Portioschiebeschmerz und erhöhte Entzündungswerte.
- Tuboovarialabszess: Der Tuboovarialabszess zeigt sich als komplexe zystisch-solide Adnexraumforderung.
Klinik und Komplikationen
- Häufige Symptome sind Fieber, Bauchschmerzen und übelriechender Ausfluss, das Bild kann aber stark variieren.
- Schmerzen, Fieber und peritoneale Reizzeichen sind meist vorhanden und können ausgeprägt sein; eine tastbare Raumforderung im Adnexbereich weist auf einen Tuboovarialabszess hin.
- Der Abszess kann systemische Infektionen verursachen und Nachbarorgane wie Darm oder Blase einbeziehen; eine Ruptur kann zu lebensbedrohlicher Sepsis bis zum septischen Schock führen.
- Folgen sind Infertilität, chronische Unterbauchschmerzen und ein erhöhtes Risiko für Extrauteringravidität.
Diagnostik
- Ultraschall und CT dienen dem Nachweis des Abszesses.
- In der CT zeigt sich eine gemischt solide-zystische Adnexraumforderung mit komplexem Inhalt und verdickten, unregelmäßig anreichernden Wänden und Septen; die Mesosalpinx ist oft verdickt.
- In der MRT reichern die Septen und die verdickte Wand Kontrastmittel an, und Wand, Septen und eitriger Inhalt zeigen eine Diffusionsrestriktion.
- Der Nachweis einer erweiterten, eitergefüllten Tube erlaubt die Abgrenzung von einem komplexen Adnextumor.
Weiterlernen in der App
Weiterführende Literatur (Auswahl)
Querverweise
Weitere Themen: Ovar & Adnexe
Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.