Keimzelltumoren des Ovars
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- Synonyme
- Dysgerminom, Dottersacktumor, unreifes Teratom
- Fachgebiet
- Gynäkologie · Ovar & Adnexe
- Bilder
- Histologie & Zytologie 3
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- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
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Histologie & Zytologie
Histologie & Zytologie
Histologie & ZytologieDefinition
- Keimzelltumoren des Ovars entstehen aus primitiven Keimzellen; etwa 95 % sind gutartig und entsprechen dem reifen zystischen Teratom, nur etwa 5 % sind maligne.
- Der Dottersacktumor ist ein maligner primitiver Keimzelltumor, der histologisch dem Mesenchym des primitiven Dottersacks ähnelt.
Einteilung
Keimzell- und Keimstrang-Stroma-Tumoren
- Häufigster Keimzelltumor: Der häufigste Keimzelltumor ist das reife Teratom, also die Dermoidzyste.
- Maligne Keimzelltumoren: Maligne Keimzelltumoren sind Dysgerminom, Dottersacktumor, unreifes Teratom und Chorionkarzinom — typischerweise bei jungen Frauen.
- Keimstrang-Stroma-Tumoren: Zu den Keimstrang-Stroma-Tumoren gehören Granulosazelltumor, Thekazelltumor, Fibrom und Sertoli-Leydig-Zelltumor.
- Granulosazelltumor: Der Granulosazelltumor fällt klinisch auf durch Östrogenproduktion mit Blutungsstörung, Endometriumhyperplasie oder Pubertas praecox.
- Sertoli-Leydig-Zelltumor: Der Sertoli-Leydig-Zelltumor macht Virilisierung durch Androgenproduktion.
Einteilung und Epidemiologie
- Unter den malignen Formen folgen nach Häufigkeit Dysgerminom, unreifes Teratom, Dottersacktumor und gemischter Keimzelltumor; seltener sind embryonales Karzinom, Chorionkarzinom und maligne Struma ovarii.
- Das Dysgerminom macht etwa ein Drittel der malignen Keimzelltumoren aus; 80–85 % der Patientinnen sind jünger als 30 Jahre, und es ist der häufigste in Schwangerschaft und Wochenbett diagnostizierte Ovarialtumor.
- Maligne Keimzelltumoren sind meist einseitig, das reine Dysgerminom jedoch in 10–15 % beidseitig.
Ätiopathogenese
Ätiologie
- Keimzelltumoren können in dysgenetischen Gonaden entstehen, etwa beim Turner- oder Swyer-Syndrom; bei Y-Chromosom kann sich ein Gonadoblastom entwickeln, das in über 40 % maligne entartet.
Klinik
- Selten bilden die Tumoren hCG und führen zu Zeichen einer vorzeitigen Pubertät.
Histologie
- Dysgerminome sind gut abgekapselt, fest und solide; die Tumorzellen liegen in Bindegewebe mit Lymphozyten, und eine diffuse kräftige nukleäre OCT4-Färbung ist charakteristisch.
- Schiller-Duval-Körperchen sind für den Dottersacktumor diagnostisch, finden sich aber nur in etwa einem Drittel der Fälle.
Diagnostik
Tumormarker
- CA 19-9: Der Marker CA 19-9 ist typischerweise erhöht bei muzinösen Ovarialtumoren und bei Pankreas- und Gallenwegskarzinomen.
- CEA: Das karzinoembryonale Antigen (CEA) erhöht sich vor allem bei gastrointestinalen Karzinomen und lenkt bei Adnexbefund auf eine Metastase.
- Keimzelltumoren: Bei jungen Frauen mit soliden Adnextumoren bestimmt man zusätzlich AFP, beta-hCG und LDH zum Ausschluss eines Keimzelltumors.
- Granulosazelltumor: Bei Verdacht auf einen Granulosazelltumor bestimmt man Inhibin B und Anti-Müller-Hormon.
- Diagnostisch dienen Anamnese, Untersuchung, Ultraschall und die Serummarker LDH, AFP und hCG: LDH ist typisch für das Dysgerminom, AFP für den Dottersacktumor und hCG für das Chorionkarzinom.
Weiterlernen in der App
Weiterführende Literatur (Auswahl)
Querverweise
Weitere Themen: Ovar & Adnexe
Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.