Keimzelltumoren des Ovars

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Synonyme
Dysgerminom, Dottersacktumor, unreifes Teratom
Fachgebiet
Gynäkologie · Ovar & Adnexe
Bilder
Histologie & Zytologie 3
Prüfungsrelevanz
3 von 197 Protokollen · Rang 125
In der App
2 Karteikarten · GynFuchs
Stand
10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
  1. Bilder (3)
  2. Definition
  3. Einteilung
  4. Ätiopathogenese
  5. Klinik
  6. Histologie
  7. Diagnostik
  8. Weiterlernen in der App
  9. Weiterführende Literatur (Auswahl)
  10. Querverweise

Bilder (3)

Keimzelltumoren des Ovars – Histologie & Zytologie: Histologie (HE): Dysgerminom – große, monomorphe Tumorzellen mit hellem Zytoplasma in Nestern, getrennt durch fibröse Septen mit LymphozytenHistologie & Zytologie
Histologie (HE): Dysgerminom – große, monomorphe Tumorzellen mit hellem Zytoplasma in Nestern, getrennt durch fibröse Septen mit LymphozytenBild: CoRus13 (Wikimedia Commons) · CC0 · Quelle
Keimzelltumoren des Ovars – Histologie & Zytologie: Histologie (HE): Dottersacktumor (endodermaler Sinustumor, hier extragonadal im Omentum) – papilläres Muster mit Schiller-Duval-Körperchen (a/b umkreist; d farbig: Zentralgefäß, …Histologie & Zytologie
Histologie (HE): Dottersacktumor (endodermaler Sinustumor, hier extragonadal im Omentum) – papilläres Muster mit Schiller-Duval-Körperchen (a/b umkreist; d farbig: Zentralgefäß, …Bild: Fischerova D, Indrielle-Kelly T, Burgetova A, Bennett RJ, Gregova M, Dundr P (Wikimedia Commons) · CC BY 4.0 · Quelle
Keimzelltumoren des Ovars – Histologie & Zytologie: Histologie (HE): unreifes Teratom – primitives Neuroepithel in Rosetten und Tubuli (unreife neuroektodermale Anteile bestimmen das Grading)Histologie & Zytologie
Histologie (HE): unreifes Teratom – primitives Neuroepithel in Rosetten und Tubuli (unreife neuroektodermale Anteile bestimmen das Grading)Bild: Nephron (Wikimedia Commons) · CC BY-SA 3.0 · Quelle
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Definition

  • Keimzelltumoren des Ovars entstehen aus primitiven Keimzellen; etwa 95 % sind gutartig und entsprechen dem reifen zystischen Teratom, nur etwa 5 % sind maligne.
  • Der Dottersacktumor ist ein maligner primitiver Keimzelltumor, der histologisch dem Mesenchym des primitiven Dottersacks ähnelt.

Einteilung

Keimzell- und Keimstrang-Stroma-Tumoren

  • Häufigster Keimzelltumor: Der häufigste Keimzelltumor ist das reife Teratom, also die Dermoidzyste.
  • Maligne Keimzelltumoren: Maligne Keimzelltumoren sind Dysgerminom, Dottersacktumor, unreifes Teratom und Chorionkarzinom — typischerweise bei jungen Frauen.
  • Keimstrang-Stroma-Tumoren: Zu den Keimstrang-Stroma-Tumoren gehören Granulosazelltumor, Thekazelltumor, Fibrom und Sertoli-Leydig-Zelltumor.
  • Granulosazelltumor: Der Granulosazelltumor fällt klinisch auf durch Östrogenproduktion mit Blutungsstörung, Endometriumhyperplasie oder Pubertas praecox.
  • Sertoli-Leydig-Zelltumor: Der Sertoli-Leydig-Zelltumor macht Virilisierung durch Androgenproduktion.

Einteilung und Epidemiologie

  • Unter den malignen Formen folgen nach Häufigkeit Dysgerminom, unreifes Teratom, Dottersacktumor und gemischter Keimzelltumor; seltener sind embryonales Karzinom, Chorionkarzinom und maligne Struma ovarii.
  • Das Dysgerminom macht etwa ein Drittel der malignen Keimzelltumoren aus; 80–85 % der Patientinnen sind jünger als 30 Jahre, und es ist der häufigste in Schwangerschaft und Wochenbett diagnostizierte Ovarialtumor.
  • Maligne Keimzelltumoren sind meist einseitig, das reine Dysgerminom jedoch in 10–15 % beidseitig.

Ätiopathogenese

Ätiologie

  • Keimzelltumoren können in dysgenetischen Gonaden entstehen, etwa beim Turner- oder Swyer-Syndrom; bei Y-Chromosom kann sich ein Gonadoblastom entwickeln, das in über 40 % maligne entartet.

Klinik

  • Selten bilden die Tumoren hCG und führen zu Zeichen einer vorzeitigen Pubertät.

Histologie

  • Dysgerminome sind gut abgekapselt, fest und solide; die Tumorzellen liegen in Bindegewebe mit Lymphozyten, und eine diffuse kräftige nukleäre OCT4-Färbung ist charakteristisch.
  • Schiller-Duval-Körperchen sind für den Dottersacktumor diagnostisch, finden sich aber nur in etwa einem Drittel der Fälle.

Diagnostik

Tumormarker

  • CA 19-9: Der Marker CA 19-9 ist typischerweise erhöht bei muzinösen Ovarialtumoren und bei Pankreas- und Gallenwegskarzinomen.
  • CEA: Das karzinoembryonale Antigen (CEA) erhöht sich vor allem bei gastrointestinalen Karzinomen und lenkt bei Adnexbefund auf eine Metastase.
  • Keimzelltumoren: Bei jungen Frauen mit soliden Adnextumoren bestimmt man zusätzlich AFP, beta-hCG und LDH zum Ausschluss eines Keimzelltumors.
  • Granulosazelltumor: Bei Verdacht auf einen Granulosazelltumor bestimmt man Inhibin B und Anti-Müller-Hormon.
  • Diagnostisch dienen Anamnese, Untersuchung, Ultraschall und die Serummarker LDH, AFP und hCG: LDH ist typisch für das Dysgerminom, AFP für den Dottersacktumor und hCG für das Chorionkarzinom.

Weiterlernen in der App

In der GynFuchs-App lernst du Keimzelltumoren des Ovars mit Karteikarten, Prüfungsfragen und Bildaufgaben (Kolposkopie, Sonographie, CTG) – kostenlos, im Browser oder als App.

In der App: 2 Karteikarten zu diesem Thema

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Weiterführende Literatur (Auswahl)

  1. Ovarian Germ Cell Tumors: Pictorial Essay (Diagnostics (Basel) 2022, PubMed Central)
  2. StatPearls: Yolk Sac Tumors
  3. DocCheck Flexikon, Ovarialtumor
  4. DocCheck Flexikon, CA 125

Querverweise

Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.