Adnextorsion (Ovarialtorsion)
Prüfungsrelevanz: in 11 von 197 Prüfungsprotokollen · Rang 64
- Synonyme
- Ovarialtorsion, Stieldrehung des Ovars, Stieldrehung des Eierstocks, verdrehter Eierstock
- Fachgebiet
- Gynäkologie · Ovar & Adnexe
- Bilder
- Sonographie 3
- Prüfungsrelevanz
- 11 von 197 Protokollen · Rang 64
- In der App
- 1 Karteikarten · GynFuchs
- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
Bilder (3)
Sonographie
Sonographie
SonographieDefinition
Ovarialtorsion
- Symptomatik: Typisch ist plötzlicher, heftiger, einseitiger Schmerz mit Übelkeit und Erbrechen, oft wellenförmig.
- Sonographie: Sonographisch ist das Ovar vergrößert und ödematös, weil der arterielle Zufluss länger erhalten bleibt als der venöse Abfluss.
- Dopplersonographie: Der Doppler ist wenig hilfreich, weil ein erhaltener arterieller Fluss eine Torsion nicht ausschließt.
- Bei der Ovarialtorsion dreht sich das Ovar um seine Haltebänder (Ligamentum infundibulopelvicum und Ligamentum ovarii proprium); dreht sich die Tube mit, spricht man von Adnextorsion.
Ätiopathogenese
Pathogenese und Risikofaktoren
- Zunächst werden venöser und lymphatischer Abfluss behindert, mit Ödem, Stauung und Vergrößerung des Ovars; bei anhaltender Torsion folgen Ischämie und hämorrhagischer Infarkt.
- Bei Frauen im reproduktiven Alter liegt in 50–90 % eine meist über 5 cm große Raumforderung zugrunde, am häufigsten ein reifes zystisches Teratom.
- Endometriome und Malignome führen wegen ihrer Fixierung an Nachbarstrukturen nur gelegentlich zur Torsion.
Klinik
- Typisch ist ein plötzlich einsetzender Unterbauchschmerz mit Ausstrahlung in Flanke oder Leiste und Adnexdruckschmerz; oft ist das Bild aber unspezifisch mit intermittierenden Schmerzen, leichtem Fieber, Übelkeit und Erbrechen.
- Wiederkehrende Attacken können auf Torsion und spontaner Rückdrehung beruhen; unerkannt drohen Nekrose, Verlust des Ovars und Infertilität.
Diagnostik
- Primäre Bildgebung ist der Ultraschall; wegen der doppelten Blutversorgung kann im Farbdoppler noch arterieller Fluss nachweisbar sein, der eine Torsion nicht ausschließt.
- In der CT zeigt sich ein einseitig vergrößertes, oft zur Mittellinie verlagertes Ovar mit randständig verdrängten Follikeln, ein spiralig gedrehter Gefäßstiel sowie freie Flüssigkeit und entzündliche Fettgewebsveränderungen.
Weiterlernen in der App
Weiterführende Literatur (Auswahl)
Querverweise
Weitere Themen: Ovar & Adnexe
Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.