Borderline-Tumor des Ovars

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Synonyme
LMP-Tumor, Low-malignant-potential-Tumor, atypisch proliferierender Tumor
Fachgebiet
Gynäkologie · Ovar & Adnexe
Bilder
Sonographie 2
Prüfungsrelevanz
5 von 197 Protokollen · Rang 101
In der App
1 Karteikarten · GynFuchs
Stand
10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
  1. Bilder (2)
  2. Definition
  3. Einteilung
  4. Vorkommen & Epidemiologie
  5. Ätiopathogenese
  6. Diagnostik
  7. Weiterlernen in der App
  8. Weiterführende Literatur (Auswahl)
  9. Querverweise

Bilder (2)

Borderline-Tumor des Ovars – Sonographie: Transvaginalsonographie: unilokulär-solide Zyste mit papillärer Projektion, Color Score 3 — histologisch seromuzinöser Borderline-TumorSonographie
Transvaginalsonographie: unilokulär-solide Zyste mit papillärer Projektion, Color Score 3 — histologisch seromuzinöser Borderline-TumorBild: Moro F. et al., Acta Obstet Gynecol Scand 2026 (PMC13395054) · CC BY 4.0 · Quelle · Ausschnitt
Borderline-Tumor des Ovars – Sonographie: Transvaginalsonographie: unilokuläre Zyste mit großer solider papillärer Projektion (daneben ein Endometriom)Sonographie
Transvaginalsonographie: unilokuläre Zyste mit großer solider papillärer Projektion (daneben ein Endometriom)Bild: Moro F. et al., Acta Obstet Gynecol Scand 2026 (PMC13395054) · CC BY 4.0 · Quelle · Ausschnitt
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Definition

  • Definition: Ein Borderline-Tumor ist ein epithelialer Tumor mit Zellatypien und Proliferation, aber ohne destruierende Stromainvasion.
  • Patientinnenkollektiv: Er betrifft häufig deutlich jüngere Frauen als das invasive Karzinom, oft mit noch offenem Kinderwunsch.
  • Sonographie: Sonographisch fällt er oft auf durch papilläre Projektionen in einer sonst unilokulären Zyste.
  • Borderline-Tumoren des Ovars sind epitheliale Tumoren, die biologisch zwischen gutartigen Tumoren und invasiven Karzinomen stehen.
  • Sie zeigen keine destruierende Stromainvasion, was sie von anderen ovariellen Neoplasien unterscheidet.

Einteilung

Staging

  • Muzinöser Subtyp: Bei einem muzinösen Borderline-Tumor kommt die infrakolische Omentektomie und die Appendixbeurteilung hinzu.
  • Häufigste Subtypen sind der seröse (etwa 50 %) und der muzinöse Typ (etwa 45 %); endometrioide, klarzellige, seromuzinöse und Brenner-Borderline-Tumoren sind seltener.
  • Trotz fehlender Stromainvasion können Mikroinvasion, Lymphknotenbefall sowie nichtinvasive oder invasive peritoneale Implantate vorkommen.

Vorkommen & Epidemiologie

Epidemiologie

  • Sie treten bei 1,8–4,8 pro 100.000 Frauen jährlich auf und machen 10–20 % der epithelialen Ovarialtumoren aus; häufig sind Frauen im reproduktiven Alter betroffen.

Ätiopathogenese

Pathogenese

  • Molekular ähneln Borderline-Tumoren den low-grade serösen Karzinomen; in einzelnen Fällen wurde ein schrittweiser Übergang vom Zystadenom über den Borderline-Tumor zum low-grade serösen Karzinom beobachtet.
  • Die BRAF-V600E-Mutation findet sich in bis zu 40 % der serösen Borderline-Tumoren.

Diagnostik

  • Vor der histologischen Sicherung stützt sich die Einschätzung auf Marker wie CA 125, HE4 und den ROMA-Algorithmus; allein mit Bildgebung und Tumormarkern lässt sich ein Borderline-Tumor nicht sicher von einem frühen Ovarialkarzinom unterscheiden.
  • Die Diagnose ist histologisch; der Schnellschnitt ist bei Borderline-Tumoren weniger treffsicher als bei benignen oder malignen Tumoren, und besonders bei großen Tumoren können Mikroinvasion oder ein intraepitheliales Karzinom übersehen werden.

Weiterlernen in der App

In der GynFuchs-App lernst du Borderline-Tumor des Ovars mit Karteikarten, Prüfungsfragen und Bildaufgaben (Kolposkopie, Sonographie, CTG) – kostenlos, im Browser oder als App.

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Weiterführende Literatur (Auswahl)

  1. Molecular landscape of borderline ovarian tumours: A systematic review (Open Med (Wars) 2024, PubMed Central)
  2. Serous Borderline Ovarian Tumor Diagnosis … in Young Women (J Clin Med 2021, PubMed Central)
  3. DocCheck Flexikon, Borderline-Tumor

Querverweise

Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.