Borderline-Tumor des Ovars
Prüfungsrelevanz: in 5 von 197 Prüfungsprotokollen · Rang 101
- Synonyme
- LMP-Tumor, Low-malignant-potential-Tumor, atypisch proliferierender Tumor
- Fachgebiet
- Gynäkologie · Ovar & Adnexe
- Bilder
- Sonographie 2
- Prüfungsrelevanz
- 5 von 197 Protokollen · Rang 101
- In der App
- 1 Karteikarten · GynFuchs
- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
Bilder (2)
Sonographie
SonographieDefinition
- Definition: Ein Borderline-Tumor ist ein epithelialer Tumor mit Zellatypien und Proliferation, aber ohne destruierende Stromainvasion.
- Patientinnenkollektiv: Er betrifft häufig deutlich jüngere Frauen als das invasive Karzinom, oft mit noch offenem Kinderwunsch.
- Sonographie: Sonographisch fällt er oft auf durch papilläre Projektionen in einer sonst unilokulären Zyste.
- Borderline-Tumoren des Ovars sind epitheliale Tumoren, die biologisch zwischen gutartigen Tumoren und invasiven Karzinomen stehen.
- Sie zeigen keine destruierende Stromainvasion, was sie von anderen ovariellen Neoplasien unterscheidet.
Einteilung
Staging
- Muzinöser Subtyp: Bei einem muzinösen Borderline-Tumor kommt die infrakolische Omentektomie und die Appendixbeurteilung hinzu.
- Häufigste Subtypen sind der seröse (etwa 50 %) und der muzinöse Typ (etwa 45 %); endometrioide, klarzellige, seromuzinöse und Brenner-Borderline-Tumoren sind seltener.
- Trotz fehlender Stromainvasion können Mikroinvasion, Lymphknotenbefall sowie nichtinvasive oder invasive peritoneale Implantate vorkommen.
Vorkommen & Epidemiologie
Epidemiologie
- Sie treten bei 1,8–4,8 pro 100.000 Frauen jährlich auf und machen 10–20 % der epithelialen Ovarialtumoren aus; häufig sind Frauen im reproduktiven Alter betroffen.
Ätiopathogenese
Pathogenese
- Molekular ähneln Borderline-Tumoren den low-grade serösen Karzinomen; in einzelnen Fällen wurde ein schrittweiser Übergang vom Zystadenom über den Borderline-Tumor zum low-grade serösen Karzinom beobachtet.
- Die BRAF-V600E-Mutation findet sich in bis zu 40 % der serösen Borderline-Tumoren.
Diagnostik
- Vor der histologischen Sicherung stützt sich die Einschätzung auf Marker wie CA 125, HE4 und den ROMA-Algorithmus; allein mit Bildgebung und Tumormarkern lässt sich ein Borderline-Tumor nicht sicher von einem frühen Ovarialkarzinom unterscheiden.
- Die Diagnose ist histologisch; der Schnellschnitt ist bei Borderline-Tumoren weniger treffsicher als bei benignen oder malignen Tumoren, und besonders bei großen Tumoren können Mikroinvasion oder ein intraepitheliales Karzinom übersehen werden.
Weiterlernen in der App
Weiterführende Literatur (Auswahl)
Querverweise
Weitere Themen: Ovar & Adnexe
Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.