Thrombozytopenie in der Schwangerschaft

Prüfungsrelevanz: in 3 von 197 Prüfungsprotokollen · Rang 125

Fachgebiet
Geburtshilfe · Schwangerschaftserkrankungen
Prüfungsrelevanz
3 von 197 Protokollen · Rang 125
Stand
10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
  1. Definition
  2. Einteilung
  3. Vorkommen & Epidemiologie
  4. Ätiopathogenese
  5. Klinik
  6. Diagnostik
  7. Weiterlernen in der App
  8. Weiterführende Literatur (Auswahl)
  9. Querverweise

Definition

  • Eine Thrombozytopenie in der Schwangerschaft ist definiert als Thrombozytenzahl unter 150.000/µl; sie tritt in 7–12 % der Schwangerschaften auf.

Einteilung

  • Leicht ist sie bei Werten über 100.000/µl, mittelschwer bei 50.000–100.000/µl.
  • Nach der Ursache werden schwangerschaftsbedingte Formen wie Gestationsthrombozytopenie und Präeklampsie von systemischen Erkrankungen wie Immunthrombozytopenie (ITP) und thrombotisch-thrombozytopenischer Purpura unterschieden.

Vorkommen & Epidemiologie

Epidemiologie

  • Sie ist die zweithäufigste hämatologische Auffälligkeit der Schwangerschaft.

Ätiopathogenese

Ätiologie und Pathogenese

  • Die Gestationsthrombozytopenie ist mit 75–80 % aller Fälle die häufigste Ursache und beruht wahrscheinlich auf Hämodilution und beschleunigtem Thrombozytenabbau.
  • Bei der ITP gelangen mütterliche IgG-Antikörper gegen Thrombozyten über die Plazenta und können eine fetale und neonatale Thrombozytopenie verursachen.

Klinik

Klinik und Komplikationen

  • Die Gestationsthrombozytopenie tritt meist im mittleren bis späten zweiten oder im dritten Trimenon auf und ist nicht mit einer neonatalen Thrombozytopenie verbunden.
  • Typisch sind Schleimhautblutungen wie Nasen- und Zahnfleischbluten sowie Petechien und Ekchymosen; lebensbedrohliche Blutungen sind selten.

Diagnostik

  • Blutbild und Blutausstrich dienen dem Ausschluss einer Pseudothrombozytopenie durch EDTA-bedingte Plättchenverklumpung.
  • Eine ITP manifestiert sich typischerweise vor der Schwangerschaft oder im ersten Trimenon und ist eine Ausschlussdiagnose.
  • Bei thrombotischer Mikroangiopathie finden sich Schistozyten im Ausstrich, erhöhtes Bilirubin und LDH sowie ein erniedrigtes Haptoglobin.

Weiterlernen in der App

In der GynFuchs-App lernst du Thrombozytopenie in der Schwangerschaft mit Karteikarten, Prüfungsfragen und Bildaufgaben (Kolposkopie, Sonographie, CTG) – kostenlos, im Browser oder als App.

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Weiterführende Literatur (Auswahl)

  1. Rev Bras Ginecol Obstet 2020: Update on Thrombocytopenia in Pregnancy (PubMed Central)
  2. StatPearls: Thrombocytopenia in Pregnancy (NCBI Bookshelf)

Querverweise

Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.