Toxoplasmose in der Schwangerschaft
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- Synonyme
- Toxoplasma gondii, konnatale Toxoplasmose, Katzenkrankheit
- Fachgebiet
- Geburtshilfe · Schwangerschaftserkrankungen
- Bilder
- Klinik 1
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- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
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Definition
- Eine pränatale Toxoplasmose entsteht, wenn sich die Mutter in der Schwangerschaft erstmals mit Toxoplasma gondii infiziert und der Erreger transplazentar auf das Ungeborene übergeht.
Ätiopathogenese
Erreger und Übertragung
- Der Erreger: Toxoplasma gondii.
- Häufigster Infektionsweg beim Menschen: Verzehr von rohem Fleisch mit Gewebszysten.
- Zweiter Weg: Oozysten aus Katzenkot (Erde, Gemüse).
- Durchseuchung in Deutschland: ca. 1/3 bis 1/2 der Frauen sind immun.
- Gefährlich ist: nur die Erstinfektion in der Schwangerschaft.
Ätiologie und Pathogenese
- Infektionsquellen sind Gewebezysten in rohem oder ungenügend erhitztem Fleisch sowie Oozysten aus Katzenkot, etwa über kontaminierte Erde bei der Gartenarbeit.
- Ist die Infektion bereits vor der Schwangerschaft erfolgt, ist der Fetus durch die mütterlichen Antikörper in der Regel geschützt.
- Mit fortschreitender Schwangerschaft steigt die Übertragungsrate von etwa 15 % im ersten auf etwa 60 % im letzten Trimenon, während die Schwere der kindlichen Erkrankung abnimmt.
Klinik
Was man beim Kind sucht
- Die klassische Trias der konnatalen Toxoplasmose: Chorioretinitis, Hydrozephalus, Verkalkungen.
- Sonographisch auffällig sein können: Ventrikulomegalie, Verkalkungen, Aszites.
- Häufigste Manifestation überhaupt: stumme Infektion, späte Chorioretinitis.
Klinik und Komplikationen
- Bei Immunkompetenten bemerken 80–90 % die Infektion nicht; sonst tritt ein grippeähnliches Bild mit Fieber und Lymphadenitis, vorwiegend im Kopf-Hals-Bereich, auf.
- Eine Infektion im ersten Schwangerschaftsdrittel kann den Embryo schwer schädigen oder zum Abort führen.
- Als klassische Trias gelten Retinochoroiditis, Hydrozephalus und intrakranielle Verkalkungen; am häufigsten ist die Retinochoroiditis, die sich bei unauffälligen Kindern auch erst nach Monaten oder Jahren zeigen kann.
Diagnostik
- Eine hohe IgG-Avidität schließt eine Infektion in den vorangegangenen 3–4 Monaten aus, eine niedrige Avidität beweist eine frische Infektion dagegen nicht.
- Pränatal liefert die PCR aus Fruchtwasser Hinweise auf eine Infektion des Kindes; ein positiver Befund beweist sie, ein negativer schließt sie nicht sicher aus.
Weiterlernen in der App
Weiterführende Literatur (Auswahl)
Querverweise
Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.
