Triple I (Amnioninfektionssyndrom)

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Synonyme
Amnioninfektionssyndrom, Chorioamnionitis, AIS
Fachgebiet
Geburtshilfe · Schwangerschaftserkrankungen
Bilder
CTG 1
Prüfungsrelevanz
10 von 197 Protokollen · Rang 66
In der App
1 Karteikarten · GynFuchs
Stand
10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
  1. Bilder (1)
  2. Definition
  3. Einteilung
  4. Vorkommen & Epidemiologie
  5. Ätiopathogenese
  6. Klinik
  7. Histologie
  8. Diagnostik
  9. Weiterlernen in der App
  10. Weiterführende Literatur (Auswahl)
  11. Querverweise

Bilder (1)

Triple I (Amnioninfektionssyndrom) – CTG: Fetale Tachykardie um 170 bpm — ein Kriterium des Triple ICTG
Fetale Tachykardie um 170 bpm — ein Kriterium des Triple IBild: George N, Marshall D. · CC BY 4.0 · Quelle

Definition

Begriff

  • „Triple I" steht für Intrauterine Inflammation/Infektion.
  • Der Begriff hat den Begriff „Chorioamnionitis“ abgelöst.
  • Die Verdachtsdiagnose gründet sich auf mütterliches Fieber plus ein Zusatzkriterium.
  • Triple I steht für intraamniale Infektion oder Entzündung oder beides; der Begriff wurde von einem Expertengremium des NICHD vorgeschlagen, um die klinische Diagnose Chorioamnionitis zu ersetzen.

Einteilung

  • Die klinische Chorioamnionitis wird nach klinischen Kriterien diagnostiziert, die intraamniale Infektion nach Laborkriterien des Fruchtwassers.
  • Klinische Kriterien sind mütterliches Fieber zusammen mit weiteren Zeichen wie mütterlicher Tachykardie über 100/min, fetaler Tachykardie über 160/min, Uterusdruckschmerz, eitrigem oder übel riechendem Fruchtwasser oder Leukozytose über 15.000/µl; die Fiebergrenzen unterscheiden sich zwischen den Definitionen.

Vorkommen & Epidemiologie

Epidemiologie

  • Die Amnionhöhle ist normalerweise steril; die Häufigkeit einer mikrobiellen Besiedlung hängt von der Situation ab: Bei vorzeitigen Wehen mit intakter Fruchtblase finden sich kulturell in etwa 10 % Erreger im Fruchtwasser, beim PPROM in etwa 32 %.

Ätiopathogenese

Ätiologie und Risikofaktoren

  • Die Infektion steigt meist aus dem unteren Genitaltrakt über Zervix, Dezidua und Eihäute in die Amnionhöhle auf und ist oft polymikrobiell; Listeria monocytogenes gelangt dagegen hämatogen dorthin.
  • Die häufigsten Erreger sind Ureaplasmen und Mykoplasmen; eine Rolle spielen auch Genitalkeime wie B-Streptokokken.

Klinik

Klinik und Komplikationen

  • Typisch ist Fieber, daneben mütterliche und fetale Tachykardie, Uterusdruckschmerz, übel riechendes Fruchtwasser und eitriger zervikaler Ausfluss; die Infektion kann aber auch subklinisch verlaufen.
  • Fetal und neonatal steigt das Risiko für Frühgeburt, niedrige Apgar-Werte, Sepsis, Pneumonie, Meningitis, Krampfanfälle, Zerebralparese und Tod; die chronische Chorioamnionitis ist mit chronischer Lungenerkrankung, Frühgeborenenretinopathie und gestörter Hirnentwicklung assoziiert.
  • Mütterlich drohen Bakteriämie, Uterusatonie, postpartale Blutung, Beckenabszess, Thromboembolie, Wundkomplikationen und Plazentalösung, seltener septischer Schock und disseminierte intravasale Gerinnung.

Histologie

  • Die akute histologische Chorioamnionitis ist durch neutrophile Granulozyten in den Eihäuten oder der Chorionplatte gekennzeichnet und entspricht einer mütterlichen Entzündungsreaktion.

Diagnostik

Kriterien

  • Fieber zählt ab ≥39,0°C (1x) oder ≥38,0°C (2x, 30 min Abstand).
  • Zusatzkriterien sind fetale Tachykardie >160, maternale Leukozytose >15.000.
  • Zur Laborsicherung wird Fruchtwasser durch Amniozentese gewonnen und auf Entzündungszeichen wie Leukozyten, Glukose und Interleukin-6 sowie auf Erreger mittels Gramfärbung, Kultur oder molekularer Tests untersucht.
  • Ein einzelnes Zeichen ist wenig zuverlässig, da etwa eine fetale Tachykardie auch andere Ursachen haben kann.

Weiterlernen in der App

In der GynFuchs-App lernst du Triple I (Amnioninfektionssyndrom) mit Karteikarten, Prüfungsfragen und Bildaufgaben (Kolposkopie, Sonographie, CTG) – kostenlos, im Browser oder als App.

In der App: 1 Karteikarten zu diesem Thema

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Weiterführende Literatur (Auswahl)

  1. StatPearls: Chorioamnionitis (NCBI Bookshelf)
  2. MSD Manual (Profi-Ausgabe): Intraamniotic Infection
  3. DocCheck Flexikon, Amnioninfektionssyndrom

Querverweise

Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.