Triple I (Amnioninfektionssyndrom)
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- Synonyme
- Amnioninfektionssyndrom, Chorioamnionitis, AIS
- Fachgebiet
- Geburtshilfe · Schwangerschaftserkrankungen
- Bilder
- CTG 1
- Prüfungsrelevanz
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- 1 Karteikarten · GynFuchs
- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
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Definition
Begriff
- „Triple I" steht für Intrauterine Inflammation/Infektion.
- Der Begriff hat den Begriff „Chorioamnionitis“ abgelöst.
- Die Verdachtsdiagnose gründet sich auf mütterliches Fieber plus ein Zusatzkriterium.
- Triple I steht für intraamniale Infektion oder Entzündung oder beides; der Begriff wurde von einem Expertengremium des NICHD vorgeschlagen, um die klinische Diagnose Chorioamnionitis zu ersetzen.
Einteilung
- Die klinische Chorioamnionitis wird nach klinischen Kriterien diagnostiziert, die intraamniale Infektion nach Laborkriterien des Fruchtwassers.
- Klinische Kriterien sind mütterliches Fieber zusammen mit weiteren Zeichen wie mütterlicher Tachykardie über 100/min, fetaler Tachykardie über 160/min, Uterusdruckschmerz, eitrigem oder übel riechendem Fruchtwasser oder Leukozytose über 15.000/µl; die Fiebergrenzen unterscheiden sich zwischen den Definitionen.
Vorkommen & Epidemiologie
Epidemiologie
- Die Amnionhöhle ist normalerweise steril; die Häufigkeit einer mikrobiellen Besiedlung hängt von der Situation ab: Bei vorzeitigen Wehen mit intakter Fruchtblase finden sich kulturell in etwa 10 % Erreger im Fruchtwasser, beim PPROM in etwa 32 %.
Ätiopathogenese
Ätiologie und Risikofaktoren
- Die Infektion steigt meist aus dem unteren Genitaltrakt über Zervix, Dezidua und Eihäute in die Amnionhöhle auf und ist oft polymikrobiell; Listeria monocytogenes gelangt dagegen hämatogen dorthin.
- Die häufigsten Erreger sind Ureaplasmen und Mykoplasmen; eine Rolle spielen auch Genitalkeime wie B-Streptokokken.
Klinik
Klinik und Komplikationen
- Typisch ist Fieber, daneben mütterliche und fetale Tachykardie, Uterusdruckschmerz, übel riechendes Fruchtwasser und eitriger zervikaler Ausfluss; die Infektion kann aber auch subklinisch verlaufen.
- Fetal und neonatal steigt das Risiko für Frühgeburt, niedrige Apgar-Werte, Sepsis, Pneumonie, Meningitis, Krampfanfälle, Zerebralparese und Tod; die chronische Chorioamnionitis ist mit chronischer Lungenerkrankung, Frühgeborenenretinopathie und gestörter Hirnentwicklung assoziiert.
- Mütterlich drohen Bakteriämie, Uterusatonie, postpartale Blutung, Beckenabszess, Thromboembolie, Wundkomplikationen und Plazentalösung, seltener septischer Schock und disseminierte intravasale Gerinnung.
Histologie
- Die akute histologische Chorioamnionitis ist durch neutrophile Granulozyten in den Eihäuten oder der Chorionplatte gekennzeichnet und entspricht einer mütterlichen Entzündungsreaktion.
Diagnostik
Kriterien
- Fieber zählt ab ≥39,0°C (1x) oder ≥38,0°C (2x, 30 min Abstand).
- Zusatzkriterien sind fetale Tachykardie >160, maternale Leukozytose >15.000.
- Zur Laborsicherung wird Fruchtwasser durch Amniozentese gewonnen und auf Entzündungszeichen wie Leukozyten, Glukose und Interleukin-6 sowie auf Erreger mittels Gramfärbung, Kultur oder molekularer Tests untersucht.
- Ein einzelnes Zeichen ist wenig zuverlässig, da etwa eine fetale Tachykardie auch andere Ursachen haben kann.
Weiterlernen in der App
Weiterführende Literatur (Auswahl)
Querverweise
Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.
