Terminüberschreitung und Übertragung
Prüfungsrelevanz: in 8 von 197 Prüfungsprotokollen · Rang 82
- Synonyme
- Übertragung, über dem Termin
- Fachgebiet
- Geburtshilfe · Schwangerschaftserkrankungen
- Prüfungsrelevanz
- 8 von 197 Protokollen · Rang 82
- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
Definition
- Terminüberschreitung bezeichnet eine Schwangerschaftsdauer über den errechneten Geburtstermin hinaus.
- Eine Übertragung liegt ab 42 vollendeten Schwangerschaftswochen (294 Tage) beziehungsweise ab dem errechneten Termin plus 14 Tage vor.
Vorkommen & Epidemiologie
Epidemiologie
- Übertragungen betreffen etwa 7 % aller Schwangerschaften; die Datierung durch frühen Ultraschall senkte die Häufigkeit in einer Studie von 12 % auf 3 %.
Ätiopathogenese
Ätiologie und Risikofaktoren
- Häufigste Ursache einer scheinbaren Übertragung ist eine ungenaue Datierung; bei echter Übertragung bleibt die Ursache meist unbekannt.
- Risikofaktoren sind Erstparität, Z. n. Übertragung, männlicher Fetus, Adipositas, hormonelle Faktoren und genetische Disposition.
- Selten liegen ein plazentarer Sulfatasemangel, eine fetale Nebenniereninsuffizienz oder -hypoplasie oder eine Anenzephalie zugrunde.
Klinik
Klinik und Komplikationen
- Die Totgeburtenrate steigt bereits ab 39 Wochen und nimmt nach 40 Wochen deutlich zu; als Ursachen gelten uteroplazentare Insuffizienz, Mekoniumaspiration und intrauterine Infektion.
- Übertragene Kinder sind häufiger makrosom (2,5–10 % gegenüber 0,8–1 % am Termin).
- Zeichen der Übertragung beim Neugeborenen sind dünne, faltige, sich schälende Haut, schlanker Körper, lange Haare und Nägel, Oligohydramnion und häufig Mekoniumabgang.
Diagnostik
- Grundlage ist eine exakte Datierung; der Ultraschall im ersten Trimenon ist dafür dem im zweiten Trimenon überlegen.
- Der fetale Zustand wird mit CTG, biophysikalischem Profil oder modifiziertem Profil aus CTG und Fruchtwassermenge beurteilt.
Weiterlernen in der App
Weiterführende Literatur (Auswahl)
Querverweise
Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.