TAPS und TRAP-Sequenz

Prüfungsrelevanz: in 2 von 197 Prüfungsprotokollen · Rang 144

Synonyme
Twin Anemia Polycythemia Sequence, Akardius, Twin Reversed Arterial Perfusion
Fachgebiet
Geburtshilfe · Schwangerschaftserkrankungen
Bilder
Sonographie 1
Prüfungsrelevanz
2 von 197 Protokollen · Rang 144
In der App
1 Karteikarten · GynFuchs
Stand
10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
  1. Bilder (1)
  2. Definition
  3. Einteilung
  4. Vorkommen & Epidemiologie
  5. Klinik
  6. Diagnostik
  7. Weiterlernen in der App
  8. Weiterführende Literatur (Auswahl)
  9. Querverweise

Bilder (1)

TAPS und TRAP-Sequenz – Sonographie: Doppler der A. cerebri media mit maximaler systolischer Geschwindigkeit von 1,91 MoM — Hinweis auf eine fetale Anämie (Foto: Yanase Y, Sirilert S, Jatavan P, Pomrop M, Phirom K, Tongsong …Sonographie
Doppler der A. cerebri media mit maximaler systolischer Geschwindigkeit von 1,91 MoM — Hinweis auf eine fetale Anämie (Foto: Yanase Y, Sirilert S, Jatavan P, Pomrop M, Phirom K, Tongsong …Bild: Yanase Y, Sirilert S, Jatavan P, Pomrop M, Phirom K, Tongsong T. (Journal of clinical medicine, 2025) · CC BY 4.0 · Quelle · Ausschnitt

Definition

  • TAPS (Twin-Anämie-Polyzythämie-Sequenz) ist eine Komplikation monochorialer Zwillinge, die auf winzigen (unter 1 mm) arteriovenösen Anastomosen beruht, über die langsam Blut vom Donor zum Empfänger fließt; es resultieren stark diskordante Hämoglobinwerte bei fehlender Fruchtwasserdiskrepanz.
  • Die TRAP-Sequenz (twin reversed arterial perfusion) ist eine Komplikation monochorialer Mehrlinge, bei der ein Akardius ohne funktionsfähiges Herz über arterio-arterielle Anastomosen von einem strukturell normalen Pumpzwilling durchblutet wird.

Einteilung

TAPS (Twin Anemia Polycythemia Sequence)

  • Die TAPS entsteht durch wenige kleine arteriovenöse Anastomosen, die zu einer langsamen chronischen Transfusion ohne Fruchtwasserdiskordanz führen, weshalb sie ohne gezielte Suche oft übersehen wird.
  • Die Diagnose wird über die maximale systolische Flussgeschwindigkeit der A. cerebri media gestellt: beim anämischen Donor liegt der Wert über 1,5 MoM und beim polyzythämen Akzeptor unter 1,0 MoM.

TRAP-Sequenz (Akardius)

  • Bei der TRAP-Sequenz (Twin Reversed Arterial Perfusion) wird ein fehlgebildeter Zwilling ohne funktionierendes Herz über eine große arterio-arterielle Anastomose retrograd vom Pumpzwilling perfundiert.
  • Der Pumpzwilling ist gefährdet durch die Entwicklung von Herzinsuffizienz, Hydrops und Polyhydramnion.

Vorkommen & Epidemiologie

Epidemiologie

  • Die TRAP-Sequenz betrifft etwa 1 % der monochorialen Schwangerschaften und etwa eine von 35.000 aller Schwangerschaften.

Klinik

Klinik und Komplikationen

  • Beim TAPS ist das Risiko für Entwicklungsstörungen erhöht, beim Donor stärker als beim Empfänger; nach spontanem TAPS fand sich bei 26 % der Überlebenden eine Entwicklungsbeeinträchtigung.
  • Bei TRAP droht dem Pumpzwilling durch die hyperdyname Zirkulation ein Herzversagen mit hohem Herzzeitvolumen, erkennbar etwa an Hydrops fetalis und Polyhydramnion.
  • Der Akardius ist nicht überlebensfähig; die Mortalität des Pumpzwillings liegt ohne Eingreifen bei bis zu 50 %.

Diagnostik

  • Pränatal wird TAPS über diskordante Dopplerbefunde der A. cerebri media diagnostiziert; nach Delphi-Konsens gelten eine Spitzengeschwindigkeit von mindestens 1,5 MoM beim Donor und höchstens 0,8 MoM beim Empfänger.
  • Pathognomonisch für TRAP ist im Farbdoppler ein retrograder Blutfluss über die Nabelarterie in den Akardius hinein.
  • Der Akardius zeigt multiple schwere Fehlbildungen, subkutanes Ödem und kein Herz; der Befund kann schon im ersten Trimenon erkennbar sein.

Weiterlernen in der App

In der GynFuchs-App lernst du TAPS und TRAP-Sequenz mit Karteikarten, Prüfungsfragen und Bildaufgaben (Kolposkopie, Sonographie, CTG) – kostenlos, im Browser oder als App.

In der App: 1 Karteikarten zu diesem Thema

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Weiterführende Literatur (Auswahl)

  1. Ultrasound Obstet Gynecol 2025: ISUOG Practice Guidelines (updated): role of ultrasound in twin pregnancy (PMC, Open Access)
  2. DocCheck Flexikon, TRAP-Sequenz

Querverweise

Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.