TAPS und TRAP-Sequenz
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- Synonyme
- Twin Anemia Polycythemia Sequence, Akardius, Twin Reversed Arterial Perfusion
- Fachgebiet
- Geburtshilfe · Schwangerschaftserkrankungen
- Bilder
- Sonographie 1
- Prüfungsrelevanz
- 2 von 197 Protokollen · Rang 144
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- 1 Karteikarten · GynFuchs
- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
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SonographieDefinition
- TAPS (Twin-Anämie-Polyzythämie-Sequenz) ist eine Komplikation monochorialer Zwillinge, die auf winzigen (unter 1 mm) arteriovenösen Anastomosen beruht, über die langsam Blut vom Donor zum Empfänger fließt; es resultieren stark diskordante Hämoglobinwerte bei fehlender Fruchtwasserdiskrepanz.
- Die TRAP-Sequenz (twin reversed arterial perfusion) ist eine Komplikation monochorialer Mehrlinge, bei der ein Akardius ohne funktionsfähiges Herz über arterio-arterielle Anastomosen von einem strukturell normalen Pumpzwilling durchblutet wird.
Einteilung
TAPS (Twin Anemia Polycythemia Sequence)
- Die TAPS entsteht durch wenige kleine arteriovenöse Anastomosen, die zu einer langsamen chronischen Transfusion ohne Fruchtwasserdiskordanz führen, weshalb sie ohne gezielte Suche oft übersehen wird.
- Die Diagnose wird über die maximale systolische Flussgeschwindigkeit der A. cerebri media gestellt: beim anämischen Donor liegt der Wert über 1,5 MoM und beim polyzythämen Akzeptor unter 1,0 MoM.
TRAP-Sequenz (Akardius)
- Bei der TRAP-Sequenz (Twin Reversed Arterial Perfusion) wird ein fehlgebildeter Zwilling ohne funktionierendes Herz über eine große arterio-arterielle Anastomose retrograd vom Pumpzwilling perfundiert.
- Der Pumpzwilling ist gefährdet durch die Entwicklung von Herzinsuffizienz, Hydrops und Polyhydramnion.
Vorkommen & Epidemiologie
Epidemiologie
- Die TRAP-Sequenz betrifft etwa 1 % der monochorialen Schwangerschaften und etwa eine von 35.000 aller Schwangerschaften.
Klinik
Klinik und Komplikationen
- Beim TAPS ist das Risiko für Entwicklungsstörungen erhöht, beim Donor stärker als beim Empfänger; nach spontanem TAPS fand sich bei 26 % der Überlebenden eine Entwicklungsbeeinträchtigung.
- Bei TRAP droht dem Pumpzwilling durch die hyperdyname Zirkulation ein Herzversagen mit hohem Herzzeitvolumen, erkennbar etwa an Hydrops fetalis und Polyhydramnion.
- Der Akardius ist nicht überlebensfähig; die Mortalität des Pumpzwillings liegt ohne Eingreifen bei bis zu 50 %.
Diagnostik
- Pränatal wird TAPS über diskordante Dopplerbefunde der A. cerebri media diagnostiziert; nach Delphi-Konsens gelten eine Spitzengeschwindigkeit von mindestens 1,5 MoM beim Donor und höchstens 0,8 MoM beim Empfänger.
- Pathognomonisch für TRAP ist im Farbdoppler ein retrograder Blutfluss über die Nabelarterie in den Akardius hinein.
- Der Akardius zeigt multiple schwere Fehlbildungen, subkutanes Ödem und kein Herz; der Befund kann schon im ersten Trimenon erkennbar sein.
Weiterlernen in der App
Weiterführende Literatur (Auswahl)
Querverweise
Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.