Sheehan-Syndrom

Prüfungsrelevanz: in 1 von 197 Prüfungsprotokollen · Rang 171

Synonyme
postpartale Hypophysennekrose, Hypopituitarismus nach Geburt, Hypophyseninsuffizienz nach Geburt
Fachgebiet
Geburtshilfe · Geburt & Wochenbett
Bilder
Mammographie/MRT 2
Prüfungsrelevanz
1 von 197 Protokollen · Rang 171
In der App
1 Karteikarten · GynFuchs
Stand
10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
  1. Bilder (2)
  2. Definition
  3. Vorkommen & Epidemiologie
  4. Ätiopathogenese
  5. Klinik
  6. Diagnostik
  7. Weiterlernen in der App
  8. Weiterführende Literatur (Auswahl)
  9. Querverweise

Bilder (2)

Sheehan-Syndrom – Mammographie/MRT: MRT (T2, sagittal): Empty Sella – Sella turcica liquorgefüllt (hell), Hypophysengewebe nicht abgrenzbar; typischer Spätbefund nach Hypophysennekrose (hier Zufallsbefund)Mammographie/MRT
MRT (T2, sagittal): Empty Sella – Sella turcica liquorgefüllt (hell), Hypophysengewebe nicht abgrenzbar; typischer Spätbefund nach Hypophysennekrose (hier Zufallsbefund)Bild: Hellerhoff (Wikimedia Commons) · CC BY-SA 3.0 · Quelle
Sheehan-Syndrom – Mammographie/MRT: MRT (T1 mit Kontrastmittel, koronar): Empty Sella – Sella mit liquorisointensem (dunklem) Inhalt, Hypophyse als schmaler Saum am Sellaboden (hier Zufallsbefund)Mammographie/MRT
MRT (T1 mit Kontrastmittel, koronar): Empty Sella – Sella mit liquorisointensem (dunklem) Inhalt, Hypophyse als schmaler Saum am Sellaboden (hier Zufallsbefund)Bild: Hellerhoff (Wikimedia Commons) · CC BY-SA 3.0 · Quelle
1 / 2

Definition

Pathogenese

  • Zugrunde liegt eine ischämische Nekrose des Hypophysenvorderlappens nach schwerem Blutverlust.
  • Das Sheehan-Syndrom (postpartale Hypophysennekrose) ist eine Nekrose von Zellen des Hypophysenvorderlappens nach schwerer postpartaler Blutung mit Hypovolämie und Schock; es führt zu einer Hypophyseninsuffizienz unterschiedlichen Ausmaßes bis zum Panhypopituitarismus.

Vorkommen & Epidemiologie

Epidemiologie

  • Durch die verbesserte geburtshilfliche Versorgung ist es in Ländern mit hohem Einkommen deutlich seltener geworden, in ressourcenarmen Ländern bleibt es eine relevante Ursache von Morbidität und Mortalität; es macht etwa 6–8 % aller Ursachen einer Hypophyseninsuffizienz aus.

Ätiopathogenese

Ätiologie und Pathogenese

  • Der Hypophysenvorderlappen vergrößert sich in der Schwangerschaft physiologisch; sein Pfortadersystem mit niedrigem Fluss ist besonders anfällig für einen Infarkt bei Hypotonie.
  • Meist ist nur der Vorderlappen betroffen, mitunter auch der Hinterlappen; ein Diabetes insipidus ist selten.

Klinik

  • Das früheste und typischste Zeichen ist die ausbleibende Laktation.
  • Hinzu kommen Amenorrhoe, Müdigkeit, Kälteintoleranz, Hypotonie und der Verlust der Sekundärbehaarung.
  • Die gefährlichste Komponente ist die sekundäre Nebennierenrindeninsuffizienz mit der Gefahr der Addison-Krise.
  • Der Verlauf ist häufig schleichend, sodass die Diagnose erst Monate oder Jahre später gestellt wird.

Klinik und Komplikationen

  • Typisch ist das Ausbleiben der Laktation nach der Geburt; hinzu kommen Müdigkeit und Verlust der Scham- und Achselbehaarung.
  • Ein TSH-Mangel verursacht eine Hypothyreose mit Gesichtsschwellung, heiserer Stimme, Bradykardie und Kälteintoleranz, ein ACTH-Mangel eine Nebennierenrindeninsuffizienz mit Müdigkeit, Hypotonie und verminderter Belastbarkeit; Hyperpigmentierung und Hyperkaliämie fehlen.
  • Akut nach der Geburt können Kopfschmerz, Bewusstseinsstörung, Hypotonie, Hypoglykämie, Übelkeit, Erbrechen und Hyponatriämie auftreten; meist sind die Beschwerden aber unspezifisch, sodass die Diagnose oft verzögert gestellt wird.

Diagnostik

  • Wegweisend ist die Anamnese einer schweren peripartalen Blutung; die Diagnose stützt sich auf erniedrigte Hypophysenhormone und ihre Zielhormone.
  • In der MRT der Hypophyse zeigt sich im Verlauf typischerweise eine leere Sella.

Weiterlernen in der App

In der GynFuchs-App lernst du Sheehan-Syndrom mit Karteikarten, Prüfungsfragen und Bildaufgaben (Kolposkopie, Sonographie, CTG) – kostenlos, im Browser oder als App.

In der App: 1 Karteikarten zu diesem Thema

Im Browser starten  GynFuchs ansehen →

Weiterführende Literatur (Auswahl)

  1. StatPearls: Sheehan Syndrome (NCBI Bookshelf)
  2. MSD Manual (Profi-Ausgabe): Generalized Hypopituitarism
  3. Pituitary 2025: Sheehan syndrome – a current approach to a dormant disease (PMC, Open Access)
  4. DocCheck Flexikon, Sheehan-Syndrom

Querverweise

Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.