Geburtsstillstand und protrahierte Geburt

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Synonyme
protrahierte Geburt, Wehenschwäche, Geburtsverzögerung
Fachgebiet
Geburtshilfe · Geburt & Wochenbett
Bilder
Schema 1
Prüfungsrelevanz
15 von 197 Protokollen · Rang 49
In der App
2 Karteikarten · GynFuchs
Stand
10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
  1. Bilder (1)
  2. Definition
  3. Ätiopathogenese
  4. Klinik
  5. Diagnostik
  6. Weiterlernen in der App
  7. Weiterführende Literatur (Auswahl)
  8. Querverweise

Bilder (1)

Geburtsstillstand und protrahierte Geburt – Schema: Schema: Schulter-Arm-Vorfall bei Querlage des FetenSchema
Schema: Schulter-Arm-Vorfall bei Querlage des FetenBild: Bonnie Urquhart Gruenberg (Wikimedia Commons) · CC BY-SA 4.0 · Quelle

Definition

Geburtsphasen

  • Die Eröffnungsperiode gliedert sich in Latenz- und aktive Phase (ab 5–6 cm).
  • Die Austreibungsperiode beginnt bei vollständigem Muttermund.
  • Die Nachgeburtsperiode dauert bis zur vollständigen Geburt der Plazenta.
  • Ein Partogramm dient grafische Dokumentation des Geburtsverlaufs.

Geburtsstillstand

  • In der aktiven Eröffnungsphase spricht man von Stillstand bei >4 h ohne Progress trotz adäquater Wehen.
  • In der Pressperiode gelten Erstgeb.: 2 h (mit PDA 3 h); Mehrgeb.: 1 h (mit PDA 2 h).
  • Geburtsstillstand in der Eröffnungsperiode: kein Fortschritt von Muttermundsweite und Höhenstand über einen definierten Zeitraum trotz ausreichender Wehentätigkeit.
  • Geburtsstillstand in der Austreibungsperiode: kein Tiefertreten trotz aktiven Mitschiebens über einen definierten Zeitraum, länger mit liegender PDA als ohne.
  • Vor der Diagnose immer prüfen: Wehenqualität, Blasensprung, Blasenfüllung, Lage und Einstellung, Analgesie, Position der Frau.
  • Eine protrahierte Geburt ist eine abnorm langsame Muttermundseröffnung oder ein abnorm langsames Tiefertreten des Kindes, ein Geburtsstillstand ein vollständiger Stillstand des Geburtsfortschritts; beides kann in allen Geburtsphasen auftreten, einheitliche Definitionen fehlen.
  • Nach ACOG beginnt die aktive Eröffnungsphase bei 6 cm (nach WHO bei 5 cm); als Stillstand gilt dort fehlende Muttermundseröffnung über 4 Stunden trotz ausreichender Wehen nach Blasensprung, eine verlängerte Latenzphase liegt bei Erstgebärenden ab über 20, bei Mehrgebärenden ab über 14 Stunden vor.
  • Die Austreibungsperiode gilt bei Erstgebärenden ab über 3 Stunden ohne bzw. über 4 Stunden mit Periduralanalgesie als verlängert, bei Mehrgebärenden ab über 2 bzw. 3 Stunden; die Nachgeburtsperiode dauert normalerweise höchstens 30 Minuten.

Ätiopathogenese

Ätiologie und Risikofaktoren

  • Der Geburtsverlauf hängt von den „4 P“ ab: Kraft (Wehen), Geburtsweg (knöchernes Becken), Kind und Poleinstellung.
  • Ursachen sind eine fetopelvine Disproportion bei kleinem Becken, großem Kind oder Lage- und Einstellungsanomalien sowie eine zu schwache oder zu seltene (hypotone), gelegentlich auch zu starke oder zu häufige (hypertone) Wehentätigkeit.

Klinik

Wehenschwäche

  • Eine primäre Wehenschwäche besteht von Beginn der Geburt an.
  • Ursachen sind Erschöpfung, Überdehnung, Fehleinstellung, Angst.

Klinik und Komplikationen

  • Bei der hypotonen Wehenschwäche, vor allem in der aktiven Phase, bewirken unzureichende Kontraktionen weder ausreichende Muttermundseröffnung noch Tiefertreten; die Geburt verläuft protrahiert.
  • Eine fetale Makrosomie ist sowohl Ursache einer protrahierten Geburt als auch Risikofaktor für Schulterdystokie und schwere Dammverletzungen.

Diagnostik

  • Die Diagnose ist klinisch; der Geburtsfortschritt wird etwa alle 2 bis 4 Stunden, mit oder ohne vaginale Untersuchung, beurteilt.
  • Die Wehentätigkeit wird nach Stärke und Häufigkeit palpatorisch oder mit einem intrauterinen Druckkatheter beurteilt; eine Schätzung des Kindsgewichts klinisch oder sonografisch hilft, eine Makrosomie zu erkennen.

Weiterlernen in der App

In der GynFuchs-App lernst du Geburtsstillstand und protrahierte Geburt mit Karteikarten, Prüfungsfragen und Bildaufgaben (Kolposkopie, Sonographie, CTG) – kostenlos, im Browser oder als App.

In der App: 2 Karteikarten zu diesem Thema

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Weiterführende Literatur (Auswahl)

  1. StatPearls: Hypotonic Labor (NCBI Bookshelf)
  2. MSD Manual (Profi-Ausgabe): Protracted or Arrested Labor
  3. DocCheck Flexikon, Eröffnungsperiode
  4. DocCheck Flexikon, Geburtsstillstand

Querverweise

Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.