Fruchtwasserembolie
- Synonyme
- Amnioninfusionssyndrom, AFE
- Fachgebiet
- Geburtshilfe · Geburt & Wochenbett
- Bilder
- Histologie & Zytologie 2
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- 1 Karteikarten · GynFuchs
- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
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Histologie & Zytologie
Histologie & ZytologieDefinition
- Die Fruchtwasserembolie, auch anaphylaktoides Syndrom der Schwangerschaft, ist ein katastrophaler geburtshilflicher Notfall mit plötzlichem kardiorespiratorischem Kollaps und disseminierter intravasaler Gerinnung; sie ist keine mechanische Embolie im eigentlichen Sinn.
Vorkommen & Epidemiologie
Epidemiologie
- Die Häufigkeitsangaben schwanken stark (weltweit 1 auf 8000 bis 1 auf 80 000 Geburten); für die USA werden 2,2 bis 7,7 Fälle pro 100 000 Geburten angegeben.
- In den USA ist sie die zweithäufigste Ursache peripartaler mütterlicher Todesfälle und die häufigste Ursache eines peripartalen Herzstillstands; bei Sectio liegt die Inzidenz in einer Analyse etwa dreimal höher als bei vaginaler Geburt.
Ätiopathogenese
Ätiologie und Risikofaktoren
- Der Kontakt mit fetalen Antigenen aktiviert proinflammatorische Mediatoren und eine überschießende Entzündungsreaktion ähnlich einem SIRS; es kommt zu Organschäden vor allem an Lunge und Herz, zur pulmonalen Vasokonstriktion mit Rechtsherzversagen und zur Aktivierung der Gerinnung bis zur DIC.
- Als Risikofaktoren gelten bei uneinheitlicher Evidenz unter anderem höheres mütterliches Alter, Mehrlinge, Polyhydramnion, Placenta praevia und accreta, Plazentalösung, Eklampsie, Bauchtrauma, Zervixrisse, Zangengeburt, Uterusruptur und Sectio.
Klinik
Bild
- Typisch ist Plötzlicher Kollaps mit Hypoxie & Koagulopathie.
- Die Symptomfolge umfasst Atemnot, Zyanose, Hypotonie, Krampfanfall.
- Im CTG geht häufig Eine akute fetale Bradykardie.
- Die Diagnose ist Eine klinische Ausschlussdiagnose.
Klinik und Komplikationen
- Sie tritt meist unter oder kurz nach der Geburt auf; erstes Zeichen kann ein plötzlicher Herzstillstand sein, sonst entwickeln sich plötzlich Atemnot, Tachykardie, Tachypnoe und Hypotonie mit rasch folgendem respiratorischem Versagen.
- Etwa ein Drittel der Patientinnen hat zuvor Schüttelfrost, Unruhe, ein plötzliches Angstgefühl, Übelkeit oder Bewusstseinsveränderungen; Schlaganfall und Krampfanfälle sind seltener.
Diagnostik
- Die Diagnose ist klinisch und eine Ausschlussdiagnose: Sie wird vermutet, wenn die klassische Trias unter oder unmittelbar nach der Geburt auftritt, und gestellt, nachdem andere Ursachen der hämodynamischen Instabilität ausgeschlossen sind.
- Fetale Plattenepithelien im mütterlichen Lungenkreislauf sind nicht beweisend, da sie auch bei Gebärenden ohne Fruchtwasserembolie vorkommen.
Weiterlernen in der App
Weiterführende Literatur (Auswahl)
Querverweise
Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.