Einstellungs- und Haltungsanomalien

Prüfungsrelevanz: in 7 von 197 Prüfungsprotokollen · Rang 88

Synonyme
hintere Hinterhauptslage, hoher Geradstand, tiefer Querstand, Vorderhauptslage, Gesichtslage, Stirnlage
Fachgebiet
Geburtshilfe · Geburt & Wochenbett
Bilder
Schema 1
Prüfungsrelevanz
7 von 197 Protokollen · Rang 88
In der App
2 Karteikarten · GynFuchs
Stand
10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
  1. Bilder (1)
  2. Definition
  3. Einteilung
  4. Vorkommen & Epidemiologie
  5. Ätiopathogenese
  6. Klinik
  7. Diagnostik
  8. Weiterlernen in der App
  9. Weiterführende Literatur (Auswahl)
  10. Querverweise

Bilder (1)

Einstellungs- und Haltungsanomalien – Schema: Schema: Schulter-Arm-Vorfall bei Querlage des FetenSchema
Schema: Schulter-Arm-Vorfall bei Querlage des FetenBild: Bonnie Urquhart Gruenberg (Wikimedia Commons) · CC BY-SA 4.0 · Quelle

Definition

  • Einstellungs- und Haltungsanomalien sind Abweichungen des kindlichen Kopfes von der regelrechten Hinterhauptshaltung, bei der der gebeugte Kopf mit seinem kleinsten Umfang vorangeht.
  • Bei der Gesichtshaltung ist das Kinn der vorangehende Teil, bei der Stirnhaltung der Bereich zwischen großer Fontanelle und Orbitarändern; beide entstehen durch Streckung statt Beugung des Halses.

Einteilung

Einstellungsanomalien

  • Beim hohen Geradstand steht Pfeilnaht gerade im Beckeneingang.
  • Beim tiefen Querstand steht die Pfeilnaht quer im Beckenausgang.

Einstellungsanomalien

  • Hoher Geradstand: der Kopf steht im Beckeneingang in der geraden statt der queren Durchmesserrichtung — Wechsellagerung versuchen, sonst Sectio.
  • Gesichtslage: mentoanterior ist vaginal möglich, mentoposterior ist geburtsunmöglich.
  • Stirnlage: in der Regel geburtsunmöglich, weil der größte Kopfdurchmesser führt.
  • Die Einstellung bezeichnet die Beziehung des vorangehenden Teils zu einer anatomischen Achse; bei Schädellage werden vordere, hintere und quere Hinterhauptseinstellung unterschieden, regelrecht ist die vordere.

Vorkommen & Epidemiologie

Epidemiologie

  • Die Gesichtshaltung tritt bei etwa 1 von 600 Geburten auf; die Stirnhaltung gilt als seltenste Haltungsanomalie (etwa 1 von 500 bis 1 von 4000 Geburten); häufigste Einstellungsanomalie ist die hintere Hinterhauptseinstellung.

Ätiopathogenese

Ätiologie und Risikofaktoren

  • Mütterliche Risikofaktoren für Gesichts- und Stirnhaltung sind Frühgeburt, ein enges oder plattes Becken, Multiparität und Z. n. Sectio.
  • Fetale Risikofaktoren sind Anenzephalie, mehrfache Nabelschnurumschlingungen um den Hals, Halstumoren, Makrosomie und Polyhydramnion.

Klinik

Klinik und Komplikationen

  • Bei hinterer Hinterhauptseinstellung ist der Hals meist etwas gestreckt, sodass ein größerer Kopfumfang das Becken passiert; die Geburt kann in der Austreibungsperiode zum Stillstand kommen.
  • Die Stirnhaltung geht meist spontan in eine Hinterhaupts- oder Gesichtshaltung über.

Diagnostik

  • Die Diagnose wird meist in der Austreibungsperiode vaginal gestellt; bei Gesichtshaltung sind Orbitaränder, Nase, Jochbeine, Mund und Kinn tastbar, bei Stirnhaltung große Fontanelle und Gesicht, nicht aber Mund und Kinn.
  • Eine Gesichtshaltung kann mit einer Steißlage verwechselt werden; der Ultraschall zeigt einen verkleinerten Winkel zwischen Hinterhaupt und Wirbelsäule oder ein von der Brust abgehobenes Kinn.

Weiterlernen in der App

In der GynFuchs-App lernst du Einstellungs- und Haltungsanomalien mit Karteikarten, Prüfungsfragen und Bildaufgaben (Kolposkopie, Sonographie, CTG) – kostenlos, im Browser oder als App.

In der App: 2 Karteikarten zu diesem Thema

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Weiterführende Literatur (Auswahl)

  1. MSD Manual (Profi-Ausgabe): Fetal Presentation, Position, and Lie (Including Breech Presentation)
  2. DocCheck Flexikon, Hinterhauptslage
  3. DocCheck Flexikon, Geburtsstillstand

Querverweise

Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.