Einstellungs- und Haltungsanomalien
Prüfungsrelevanz: in 7 von 197 Prüfungsprotokollen · Rang 88
- Synonyme
- hintere Hinterhauptslage, hoher Geradstand, tiefer Querstand, Vorderhauptslage, Gesichtslage, Stirnlage
- Fachgebiet
- Geburtshilfe · Geburt & Wochenbett
- Bilder
- Schema 1
- Prüfungsrelevanz
- 7 von 197 Protokollen · Rang 88
- In der App
- 2 Karteikarten · GynFuchs
- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
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SchemaDefinition
- Einstellungs- und Haltungsanomalien sind Abweichungen des kindlichen Kopfes von der regelrechten Hinterhauptshaltung, bei der der gebeugte Kopf mit seinem kleinsten Umfang vorangeht.
- Bei der Gesichtshaltung ist das Kinn der vorangehende Teil, bei der Stirnhaltung der Bereich zwischen großer Fontanelle und Orbitarändern; beide entstehen durch Streckung statt Beugung des Halses.
Einteilung
Einstellungsanomalien
- Beim hohen Geradstand steht Pfeilnaht gerade im Beckeneingang.
- Beim tiefen Querstand steht die Pfeilnaht quer im Beckenausgang.
Einstellungsanomalien
- Hoher Geradstand: der Kopf steht im Beckeneingang in der geraden statt der queren Durchmesserrichtung — Wechsellagerung versuchen, sonst Sectio.
- Gesichtslage: mentoanterior ist vaginal möglich, mentoposterior ist geburtsunmöglich.
- Stirnlage: in der Regel geburtsunmöglich, weil der größte Kopfdurchmesser führt.
- Die Einstellung bezeichnet die Beziehung des vorangehenden Teils zu einer anatomischen Achse; bei Schädellage werden vordere, hintere und quere Hinterhauptseinstellung unterschieden, regelrecht ist die vordere.
Vorkommen & Epidemiologie
Epidemiologie
- Die Gesichtshaltung tritt bei etwa 1 von 600 Geburten auf; die Stirnhaltung gilt als seltenste Haltungsanomalie (etwa 1 von 500 bis 1 von 4000 Geburten); häufigste Einstellungsanomalie ist die hintere Hinterhauptseinstellung.
Ätiopathogenese
Ätiologie und Risikofaktoren
- Mütterliche Risikofaktoren für Gesichts- und Stirnhaltung sind Frühgeburt, ein enges oder plattes Becken, Multiparität und Z. n. Sectio.
- Fetale Risikofaktoren sind Anenzephalie, mehrfache Nabelschnurumschlingungen um den Hals, Halstumoren, Makrosomie und Polyhydramnion.
Klinik
Klinik und Komplikationen
- Bei hinterer Hinterhauptseinstellung ist der Hals meist etwas gestreckt, sodass ein größerer Kopfumfang das Becken passiert; die Geburt kann in der Austreibungsperiode zum Stillstand kommen.
- Die Stirnhaltung geht meist spontan in eine Hinterhaupts- oder Gesichtshaltung über.
Diagnostik
- Die Diagnose wird meist in der Austreibungsperiode vaginal gestellt; bei Gesichtshaltung sind Orbitaränder, Nase, Jochbeine, Mund und Kinn tastbar, bei Stirnhaltung große Fontanelle und Gesicht, nicht aber Mund und Kinn.
- Eine Gesichtshaltung kann mit einer Steißlage verwechselt werden; der Ultraschall zeigt einen verkleinerten Winkel zwischen Hinterhaupt und Wirbelsäule oder ein von der Brust abgehobenes Kinn.
Weiterlernen in der App
Weiterführende Literatur (Auswahl)
Querverweise
Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.