Endomyometritis und Puerperalfieber

Prüfungsrelevanz: in 3 von 197 Prüfungsprotokollen · Rang 125

Synonyme
Lochiometra, Lochialstau, Puerperalfieber, Wochenbettfieber, Endometritis puerperalis, Gebärmutterentzündung nach Geburt
Fachgebiet
Geburtshilfe · Geburt & Wochenbett
Prüfungsrelevanz
3 von 197 Protokollen · Rang 125
In der App
3 Karteikarten · GynFuchs
Stand
10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
  1. Definition
  2. Vorkommen & Epidemiologie
  3. Ätiopathogenese
  4. Klinik
  5. Diagnostik
  6. Weiterlernen in der App
  7. Weiterführende Literatur (Auswahl)
  8. Querverweise

Definition

  • Von Puerperalfieber spricht man bei Temperatur ab 38,0 °C an zwei Tagen nach den ersten 24 Stunden post partum.
  • Eine einmalige Temperaturerhöhung am ersten Tag ist häufig Folge von Anstrengung, Dehydratation oder Milcheinschuss.

Lochien

  • Die Reihenfolge lautet Lochia rubra, fusca, flava, alba.
  • Insgesamt dauert der Wochenfluss etwa vier bis sechs Wochen.
  • Ein plötzliches Versiegen mit hoch stehendem Fundus spricht für einen Lochialstau.
  • Übelriechende Lochien mit Fieber sprechen für eine Endomyometritis.
  • Die postpartale Endo(myo)metritis ist eine Infektion des Uterus, meist durch aus dem unteren Genital- oder Gastrointestinaltrakt aufsteigende Bakterien; betroffen sein können Endometrium, Myometrium und Parametrien.
  • Die postpartale Endometritis ist die häufigste Ursache postpartaler Infektionen.

Vorkommen & Epidemiologie

Epidemiologie

  • Die Häufigkeit hängt vor allem vom Geburtsmodus ab: In einer großen Studie lag sie nach vaginaler Geburt bei 1 %, nach geplanter Sectio bei 3 % und nach Sectio unter Wehen bei 5–10 %; insgesamt ist die Endometritis nach Sectio 5- bis 20-mal häufiger.
  • Postpartale Infektionen insgesamt betreffen etwa 5–7 % der Frauen in den ersten 6 Wochen nach der Geburt.

Ätiopathogenese

Ätiologie und Risikofaktoren

  • Die Infektion ist meist polymikrobiell: grampositive Kokken (v. a. B-Streptokokken, Staphylococcus epidermidis, Enterokokken), Anaerobier (Peptostreptokokken, Bacteroides, Prevotella) und gramnegative Erreger (u. a. Gardnerella vaginalis, Escherichia coli, Klebsiella, Proteus).

Klinik

Befund

  • Der typische Untersuchungsbefund ist der Uteruskantenschmerz bei der bimanuellen Untersuchung.
  • Transvaginal zeigt sich ein aufgeweitetes Cavum mit Flüssigkeit oder Koagelresten.

Klinik und Komplikationen

  • Meist beginnen Unterbauchschmerzen und Druckschmerz des Uterus, gefolgt von Fieber, am häufigsten in den ersten 24–72 Stunden; hinzu kommen Schüttelfrost, Kopfschmerz und Krankheitsgefühl, mitunter nur subfebrile Temperaturen.
  • Der Uterus ist weich, groß und druckschmerzhaft; der Wochenfluss kann vermindert oder reichlich und übel riechend sein, Tachykardie und Leukozytose sind häufig.
  • Komplikationen sind Parametritis, Peritonitis, Beckenabszess, septische Beckenvenenthrombophlebitis und selten ein septischer Schock; Infektionen durch A-Streptokokken oder Clostridien sind mit Sepsis assoziiert, auch ein toxisches Schocksyndrom ist möglich.

Diagnostik

  • Laborseitig gehören dazu Blutbild, CRP, Urinstatus und -kultur sowie bei hohem Fieber Blutkulturen.
  • Sonographisch werden beurteilt Cavum uteri, Adnexe, Nieren, Wunde und Mammae je nach Befund.
  • Bei Verdacht auf Beckenvenenthrombose hilft eine Schnittbildgebung, da die Sonographie oft nicht ausreicht.
  • Wichtig ist der Ganzkörperblick einschließlich der Beine — die postpartale Thrombose wird sonst übersehen.
  • Die Diagnose ist klinisch: Innerhalb von 24 Stunden nach der Geburt stützt sie sich auf Schmerzen, Druckschmerz und Temperatur über 38 °C, danach wird sie bei Temperaturen ab 38 °C an zwei aufeinanderfolgenden Tagen ohne andere Ursache angenommen.

Weiterlernen in der App

In der GynFuchs-App lernst du Endomyometritis und Puerperalfieber mit Karteikarten, Prüfungsfragen und Bildaufgaben (Kolposkopie, Sonographie, CTG) – kostenlos, im Browser oder als App.

In der App: 3 Karteikarten zu diesem Thema

Im Browser starten  GynFuchs ansehen →

Weiterführende Literatur (Auswahl)

  1. StatPearls: Endometritis (NCBI Bookshelf)
  2. StatPearls: Postpartum Infection (NCBI Bookshelf)
  3. MSD Manual (Profi-Ausgabe): Postpartum Endometritis
  4. DocCheck Flexikon, Lochialstau
  5. DocCheck Flexikon, Puerperalfieber
  6. DocCheck Flexikon, Wochenbett

Querverweise

Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.