Schilddrüsenerkrankungen in der Schwangerschaft
Prüfungsrelevanz: in 3 von 197 Prüfungsprotokollen · Rang 125
- Fachgebiet
- Geburtshilfe · Schwangerschaftserkrankungen
- Prüfungsrelevanz
- 3 von 197 Protokollen · Rang 125
- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
Definition
- Schilddrüsenerkrankungen in der Schwangerschaft umfassen Hypothyreose, Hyperthyreose und Schilddrüsenautoimmunität; nach dem Diabetes sind sie die häufigsten endokrinen Störungen der Schwangerschaft.
Einteilung
- Die transiente Gestationsthyreotoxikose beruht auf direkter hCG-Stimulation der Schilddrüse, meist im ersten Trimenon, auch bei Hyperemesis gravidarum oder Mehrlingsschwangerschaft.
Ätiopathogenese
Ätiologie und Pathogenese
- hCG wirkt schwach TSH-Rezeptor-stimulierend; mit dem hCG-Gipfel in der 10.–12. SSW kann TSH im ersten Trimenon erniedrigt sein.
- Bis zur 6.–8. SSW steigt das thyroxinbindende Globulin um etwa 50 %, entsprechend steigen Gesamt-T4 und -T3; der Jodbedarf nimmt zu.
- Häufigste Ursache der Hypothyreose ist die chronische Autoimmunthyreoiditis (Hashimoto), häufigste Ursache der manifesten Hyperthyreose mit 85 % der Morbus Basedow.
Klinik
Klinik und Komplikationen
- Eine manifeste Hypothyreose ist mit Frühgeburt, niedrigem Geburtsgewicht, perinatalem Tod, Präeklampsie, Plazentalösung und Anämie assoziiert.
- TSH-Rezeptor-Antikörper können die Plazenta passieren und in hoher Konzentration die fetale Schilddrüse stimulieren; eine fetale Hyperthyreose ist mit 1 auf 4.000–40.000 Schwangerschaften jedoch selten.
Diagnostik
- Eine manifeste Hypothyreose ist definiert als TSH oberhalb des trimenonspezifischen Bereichs bei erniedrigtem fT4.
- TSH-Rezeptor-Antikörper haben eine hohe Sensitivität und Spezifität für den Morbus Basedow.
- Sonografische Hinweise auf eine fetale Schilddrüsenfunktionsstörung sind Struma, Wachstumsrestriktion, Hydrops, Tachykardie oder Herzinsuffizienz.
Weiterlernen in der App
Weiterführende Literatur (Auswahl)
Querverweise
Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.