Syphilis in Gynäkologie und Schwangerschaft
- Fachgebiet
- Geburtshilfe · Schwangerschaftserkrankungen
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- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
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Definition
- Die Syphilis ist eine sexuell übertragbare Infektion durch Treponema pallidum; der Erreger kann diaplazentar auf den Fetus übertragen werden und eine konnatale Syphilis (Lues connata) verursachen.
Einteilung
- Die Frühsyphilis (bis ein Jahr nach Infektion) umfasst die primäre und die sekundäre Syphilis, die Spätsyphilis (ab einem Jahr) die tertiäre Syphilis und die Neurosyphilis; dazwischen können symptomfreie Latenzphasen liegen.
Vorkommen & Epidemiologie
Epidemiologie
- In Deutschland werden über 90 % der Infektionen bei Männern diagnostiziert; der seit 2010 beobachtete Anstieg geht vor allem auf Infektionen bei Männern, die Sex mit Männern haben, zurück.
- Bei Frauen ist die Altersgruppe der 25- bis 29-Jährigen am häufigsten betroffen; konnatale Syphilis ist in Deutschland ein Einzelfall (seit 2001 ein bis sechs Fälle pro Jahr).
Ätiopathogenese
Ätiologie und Risikofaktoren
- Die Übertragung auf den Fetus ist in jedem Schwangerschaftsabschnitt und jedem Stadium der mütterlichen Syphilis möglich; sie hängt von der Treponemenkonzentration im mütterlichen Blut ab, ist umso wahrscheinlicher, je kürzer die Infektion zurückliegt, und erreicht bei Infektion in der Schwangerschaft bis zu 100 %.
- Die meisten Schwangeren, bei denen eine Syphilis diagnostiziert wird, befinden sich im Latenzstadium.
Klinik
Klinik und Komplikationen
- Im Primärstadium entsteht ein schmerzloses, derbes Ulkus (Ulcus durum) mit regionaler Lymphknotenschwellung; bei der Frau sind häufig die Labien betroffen.
- Das Sekundärstadium beginnt 4–10 Wochen nach der Infektion mit generalisierter Lymphknotenschwellung und einem Exanthem, das charakteristisch auch Handflächen und Fußsohlen betrifft.
- Eine intrauterine Infektion führt im natürlichen Verlauf in etwa 30–40 % zu Abort, Totgeburt, Frühgeburt oder Tod kurz nach der Geburt; etwa 50–60 % der infizierten Kinder sind bei Geburt unauffällig, die meisten erkranken aber innerhalb der ersten 8 Lebensmonate.
Diagnostik
- Die Diagnose erfolgt in aller Regel serologisch: Als Suchtest dienen TPHA- oder TPPA-Test, die meist 2–3 Wochen nach Infektion positiv werden; ein positiver Suchtest wird etwa mit dem FTA-ABS-Test bestätigt.
- Cardiolipin-Antikörper und treponemenspezifische IgM-Antikörper dienen der Beurteilung der Aktivität; aus Primäraffekten ist ein Direktnachweis per Dunkelfeldmikroskopie oder PCR möglich.
Weiterlernen in der App
Weiterführende Literatur (Auswahl)
Querverweise
Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.