Selektive Wachstumsrestriktion bei Zwillingen (sIUGR)

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Synonyme
sIUGR, sFGR
Fachgebiet
Geburtshilfe · Schwangerschaftserkrankungen
Bilder
Sonographie 1
Prüfungsrelevanz
1 von 197 Protokollen · Rang 171
In der App
1 Karteikarten · GynFuchs
Stand
10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
  1. Bilder (1)
  2. Definition
  3. Einteilung
  4. Ätiopathogenese
  5. Klinik
  6. Diagnostik
  7. Weiterlernen in der App
  8. Weiterführende Literatur (Auswahl)
  9. Querverweise

Bilder (1)

Selektive Wachstumsrestriktion bei Zwillingen (sIUGR) – Sonographie: Doppler der A. cerebri media mit maximaler systolischer Geschwindigkeit von 1,91 MoM — Hinweis auf eine fetale Anämie (Foto: Yanase Y, Sirilert S, Jatavan P, Pomrop M, Phirom K, Tongsong …Sonographie
Doppler der A. cerebri media mit maximaler systolischer Geschwindigkeit von 1,91 MoM — Hinweis auf eine fetale Anämie (Foto: Yanase Y, Sirilert S, Jatavan P, Pomrop M, Phirom K, Tongsong …Bild: Yanase Y, Sirilert S, Jatavan P, Pomrop M, Phirom K, Tongsong T. (Journal of clinical medicine, 2025) · CC BY 4.0 · Quelle · Ausschnitt

Definition

  • Die selektive Wachstumsrestriktion ist konventionell definiert als Schätzgewicht eines Zwillings unter der 10. Perzentile bei einer Gewichtsdiskordanz von mindestens 25 %.
  • Nach Delphi-Konsens genügt bei monochorialen Zwillingen ein Schätzgewicht eines Zwillings unter der 3. Perzentile; sonst sind mindestens zwei von vier Kriterien nötig: Schätzgewicht oder Abdomenumfang eines Zwillings unter der 10. Perzentile, Gewichtsdiskordanz ab 25 % oder Pulsatilitätsindex der A. umbilicalis des kleineren Zwillings über der 95. Perzentile.

Einteilung

Selektive Wachstumsrestriktion (sIUGR)

  • Eine selektive Wachstumsrestriktion liegt vor, wenn ein Fetus unter der 10. Perzentile liegt oder eine Gewichtsdiskordanz von etwa 25 % besteht.
  • Typ II ist durch einen persistierend fehlenden oder reversen enddiastolischen Fluss gekennzeichnet und geht mit einer frühen Verschlechterung einher.
  • Typ III zeigt einen intermittierend fehlenden oder reversen Fluss durch ein großes Anastomosennetz und birgt das Risiko des plötzlichen Fruchttods und der neurologischen Schädigung des größeren Feten.
  • Bei monochorialen Zwillingen trennt die 24. Schwangerschaftswoche frühe von später selektiver Wachstumsrestriktion.
  • Die Gratacós-Klassifikation richtet sich nach dem enddiastolischen Fluss in der A. umbilicalis des kleineren Zwillings: Typ I positiv, Typ II fehlend oder negativ, Typ III zyklisch bzw. intermittierend fehlend oder negativ.

Ätiopathogenese

Ätiologie und Pathogenese

  • Hauptursache ist eine ungleiche Verteilung von Plazentamasse und Gefäßversorgung zwischen den Zwillingen.

Klinik

Klinik und Komplikationen

  • Bei Typ I liegt das Überleben der Zwillinge insgesamt über 90 %.
  • Typ II geht mit einem hohen Risiko für den intrauterinen Tod des wachstumsretardierten Zwillings und für eine sehr frühe Frühgeburt einher.
  • Bei Typ III besteht ein unvorhersehbares Risiko von 10–20 % für den plötzlichen Tod des wachstumsretardierten Fetus und eine neurologische Morbidität von bis zu 20 % beim überlebenden größeren Zwilling.

Diagnostik

  • Grundlage sind die sonografische Biometrie beider Feten mit Berechnung der Gewichtsdiskordanz und die Dopplersonografie der A. umbilicalis.

Weiterlernen in der App

In der GynFuchs-App lernst du Selektive Wachstumsrestriktion bei Zwillingen (sIUGR) mit Karteikarten, Prüfungsfragen und Bildaufgaben (Kolposkopie, Sonographie, CTG) – kostenlos, im Browser oder als App.

In der App: 1 Karteikarten zu diesem Thema

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Weiterführende Literatur (Auswahl)

  1. Ultrasound Obstet Gynecol 2025: ISUOG Practice Guidelines (updated): role of ultrasound in twin pregnancy (PubMed Central)
  2. DocCheck Flexikon, TRAP-Sequenz

Querverweise

Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.