Selektive Wachstumsrestriktion bei Zwillingen (sIUGR)
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- Synonyme
- sIUGR, sFGR
- Fachgebiet
- Geburtshilfe · Schwangerschaftserkrankungen
- Bilder
- Sonographie 1
- Prüfungsrelevanz
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- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
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SonographieDefinition
- Die selektive Wachstumsrestriktion ist konventionell definiert als Schätzgewicht eines Zwillings unter der 10. Perzentile bei einer Gewichtsdiskordanz von mindestens 25 %.
- Nach Delphi-Konsens genügt bei monochorialen Zwillingen ein Schätzgewicht eines Zwillings unter der 3. Perzentile; sonst sind mindestens zwei von vier Kriterien nötig: Schätzgewicht oder Abdomenumfang eines Zwillings unter der 10. Perzentile, Gewichtsdiskordanz ab 25 % oder Pulsatilitätsindex der A. umbilicalis des kleineren Zwillings über der 95. Perzentile.
Einteilung
Selektive Wachstumsrestriktion (sIUGR)
- Eine selektive Wachstumsrestriktion liegt vor, wenn ein Fetus unter der 10. Perzentile liegt oder eine Gewichtsdiskordanz von etwa 25 % besteht.
- Typ II ist durch einen persistierend fehlenden oder reversen enddiastolischen Fluss gekennzeichnet und geht mit einer frühen Verschlechterung einher.
- Typ III zeigt einen intermittierend fehlenden oder reversen Fluss durch ein großes Anastomosennetz und birgt das Risiko des plötzlichen Fruchttods und der neurologischen Schädigung des größeren Feten.
- Bei monochorialen Zwillingen trennt die 24. Schwangerschaftswoche frühe von später selektiver Wachstumsrestriktion.
- Die Gratacós-Klassifikation richtet sich nach dem enddiastolischen Fluss in der A. umbilicalis des kleineren Zwillings: Typ I positiv, Typ II fehlend oder negativ, Typ III zyklisch bzw. intermittierend fehlend oder negativ.
Ätiopathogenese
Ätiologie und Pathogenese
- Hauptursache ist eine ungleiche Verteilung von Plazentamasse und Gefäßversorgung zwischen den Zwillingen.
Klinik
Klinik und Komplikationen
- Bei Typ I liegt das Überleben der Zwillinge insgesamt über 90 %.
- Typ II geht mit einem hohen Risiko für den intrauterinen Tod des wachstumsretardierten Zwillings und für eine sehr frühe Frühgeburt einher.
- Bei Typ III besteht ein unvorhersehbares Risiko von 10–20 % für den plötzlichen Tod des wachstumsretardierten Fetus und eine neurologische Morbidität von bis zu 20 % beim überlebenden größeren Zwilling.
Diagnostik
- Grundlage sind die sonografische Biometrie beider Feten mit Berechnung der Gewichtsdiskordanz und die Dopplersonografie der A. umbilicalis.
Weiterlernen in der App
Weiterführende Literatur (Auswahl)
Querverweise
Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.