Präpartale Blutung
Prüfungsrelevanz: in 2 von 197 Prüfungsprotokollen · Rang 144
- Fachgebiet
- Geburtshilfe · Schwangerschaftserkrankungen
- Prüfungsrelevanz
- 2 von 197 Protokollen · Rang 144
- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
Definition
- Als präpartale Blutung wird eine vaginale Blutung in der späten Schwangerschaft ab der 20. SSW, aber vor der Geburt des Kindes bezeichnet.
Vorkommen & Epidemiologie
Epidemiologie
- Sie tritt in 3–4 % der Schwangerschaften auf; die vorzeitige Plazentalösung ist mit etwa 30 % die häufigste lebensbedrohliche Ursache, die Placenta praevia macht etwa 20 % aus.
Ätiopathogenese
Ätiologie und Risikofaktoren
- Häufigste Ursache ist die Zeichnungsblutung bei Wehenbeginn; ernstere, seltenere Ursachen sind vorzeitige Plazentalösung, Placenta praevia, Vasa praevia und Uterusruptur.
Klinik
Klinik und Komplikationen
- Die Placenta praevia blutet typischerweise plötzlich und schmerzlos mit hellrotem Blut bei kaum druckschmerzhaftem Uterus.
- Bei der Plazentalösung ist der Uterus schmerzhaft, druckempfindlich und oft angespannt; das Blut ist dunkel, geronnen oder hellrot, und Zeichen fetaler Gefährdung wie Bradykardie, späte Dezelerationen oder ein sinusoidales Muster sind möglich.
- Da ein Teil der Blutung zwischen Plazenta und Uteruswand verborgen bleiben kann, spiegelt die sichtbare Blutung den Blutverlust nicht zuverlässig wider; hämorrhagischer Schock und disseminierte intravasale Gerinnung sind möglich.
- Bei der Vasa praevia stammt das Blut aus dem Fetus, sodass schon ein geringer Blutverlust zum fetalen Tod führen kann.
Diagnostik
- Jede späte Schwangerschaftsblutung erfordert eine Beckensonografie; eine unauffällige Plazentalage und ein unauffälliger Nabelschnuransatz schließen Placenta praevia und Vasa praevia aus.
- Eine Plazentalösung lässt sich sonografisch nicht zuverlässig nachweisen und wird klinisch diagnostiziert.
Weiterlernen in der App
Weiterführende Literatur (Auswahl)
Querverweise
Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.