Rhesus-Inkompatibilität und fetale Anämie

Prüfungsrelevanz: in 11 von 197 Prüfungsprotokollen · Rang 64

Synonyme
Rhesusunverträglichkeit, Blutgruppenunverträglichkeit
Fachgebiet
Geburtshilfe · Schwangerschaftserkrankungen
Bilder
Histologie & Zytologie 1 · Sonographie 1
Prüfungsrelevanz
11 von 197 Protokollen · Rang 64
Stand
10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
  1. Bilder (2)
  2. Definition
  3. Ätiopathogenese
  4. Klinik
  5. Diagnostik
  6. Weiterlernen in der App
  7. Weiterführende Literatur (Auswahl)
  8. Querverweise

Bilder (2)

Rhesus-Inkompatibilität und fetale Anämie – Histologie & Zytologie: Mikroskopie (Kleihauer-Betke-Test): kräftig rot angefärbte fetale Erythrozyten zwischen blassen mütterlichen „Geisterzellen“ bei fetomaternaler TransfusionHistologie & Zytologie
Mikroskopie (Kleihauer-Betke-Test): kräftig rot angefärbte fetale Erythrozyten zwischen blassen mütterlichen „Geisterzellen“ bei fetomaternaler TransfusionBild: Mikael Häggström (Wikimedia Commons) · CC0 · Quelle
Rhesus-Inkompatibilität und fetale Anämie – Sonographie: Sonographie und CTG bei schwerer Rhesus-Alloimmunisierung: Kopfhautödem (A), ausgeprägter fetaler Aszites (B), sinusoidales CTG-Muster (C)Sonographie
Sonographie und CTG bei schwerer Rhesus-Alloimmunisierung: Kopfhautödem (A), ausgeprägter fetaler Aszites (B), sinusoidales CTG-Muster (C)Bild: Benkerroum Zineb et al. (Pan African Medical Journal 2015) (Wikimedia Commons) · CC BY 4.0 · Quelle
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Definition

  • Bei der Rhesus-Inkompatibilität bildet eine Rh(D)-negative Schwangere mit Rh-positivem Fetus Antikörper gegen das D-Antigen fetaler Erythrozyten; in späteren Schwangerschaften passieren diese die Plazenta und lösen beim Rh-positiven Feten eine Hämolyse aus.
  • Die Folge ist eine hämolytische Erkrankung des Feten und Neugeborenen (früher Erythroblastosis fetalis).

Ätiopathogenese

Ätiologie und Pathogenese

  • Fetale Erythrozyten gelangen während der ganzen Schwangerschaft in den mütterlichen Kreislauf, am meisten bei Geburt oder Schwangerschaftsbeendigung; größere fetomaternale Blutungen kommen etwa nach Traumata vor, und je größer die Blutung, desto mehr Antikörper entstehen.
  • Weitere Sensibilisierungswege sind mit Rh-positivem Blut kontaminierte Nadeln und versehentliche Transfusionen Rh-positiven Blutes.
  • In der sensibilisierenden Schwangerschaft entstehen keine Komplikationen; betroffen sind Folgeschwangerschaften.
  • Auch andere Blutgruppensysteme wie Kell, Duffy, Kidd oder Cc und Ee können eine hämolytische Erkrankung verursachen; Anti-Kell-Antikörper unterdrücken zusätzlich direkt die Erythropoese im Knochenmark.

Klinik

Klinik und Komplikationen

  • Die Hämolyse führt beim Feten zu Anämie, Hypalbuminämie, möglicherweise Herzinsuffizienz mit hohem Auswurf und intrauterinem Fruchttod; unreife Erythrozyten (Erythroblasten) werden ins Blut ausgeschwemmt, in schweren Fällen entsteht ein Hydrops fetalis.
  • Beim Neugeborenen verursacht die Hämolyse einen Anstieg des indirekten Bilirubins mit Ikterus bis zum Kernikterus; die Schwangere selbst bleibt meist symptomfrei.

Diagnostik

  • Bei der ersten Vorsorgeuntersuchung werden bei allen Schwangeren Blutgruppe, Rh-Faktor und ein Antikörpersuchtest bestimmt; bei relevanten Antikörpern werden Blutgruppe und Zygotie des Vaters sowie die Titerverläufe bestimmt, wobei laborabhängig ein kritischer Titer meist zwischen 1:8 und 1:32 liegt.
  • Der fetale Rh-Status kann nichtinvasiv aus zellfreier fetaler DNA im mütterlichen Blut (RHD-Gen) bestimmt werden.

Weiterlernen in der App

In der GynFuchs-App lernst du Rhesus-Inkompatibilität und fetale Anämie mit Karteikarten, Prüfungsfragen und Bildaufgaben (Kolposkopie, Sonographie, CTG) – kostenlos, im Browser oder als App.

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Weiterführende Literatur (Auswahl)

  1. StatPearls: Hemolytic Disease of the Fetus and Newborn (NCBI Bookshelf)
  2. MSD Manual (Profi-Ausgabe): Hemolytic Disease of the Fetus and Neonate

Querverweise

Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.