Rhesus-Inkompatibilität und fetale Anämie
Prüfungsrelevanz: in 11 von 197 Prüfungsprotokollen · Rang 64
- Synonyme
- Rhesusunverträglichkeit, Blutgruppenunverträglichkeit
- Fachgebiet
- Geburtshilfe · Schwangerschaftserkrankungen
- Bilder
- Histologie & Zytologie 1 · Sonographie 1
- Prüfungsrelevanz
- 11 von 197 Protokollen · Rang 64
- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
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Histologie & Zytologie
SonographieDefinition
- Bei der Rhesus-Inkompatibilität bildet eine Rh(D)-negative Schwangere mit Rh-positivem Fetus Antikörper gegen das D-Antigen fetaler Erythrozyten; in späteren Schwangerschaften passieren diese die Plazenta und lösen beim Rh-positiven Feten eine Hämolyse aus.
- Die Folge ist eine hämolytische Erkrankung des Feten und Neugeborenen (früher Erythroblastosis fetalis).
Ätiopathogenese
Ätiologie und Pathogenese
- Fetale Erythrozyten gelangen während der ganzen Schwangerschaft in den mütterlichen Kreislauf, am meisten bei Geburt oder Schwangerschaftsbeendigung; größere fetomaternale Blutungen kommen etwa nach Traumata vor, und je größer die Blutung, desto mehr Antikörper entstehen.
- Weitere Sensibilisierungswege sind mit Rh-positivem Blut kontaminierte Nadeln und versehentliche Transfusionen Rh-positiven Blutes.
- In der sensibilisierenden Schwangerschaft entstehen keine Komplikationen; betroffen sind Folgeschwangerschaften.
- Auch andere Blutgruppensysteme wie Kell, Duffy, Kidd oder Cc und Ee können eine hämolytische Erkrankung verursachen; Anti-Kell-Antikörper unterdrücken zusätzlich direkt die Erythropoese im Knochenmark.
Klinik
Klinik und Komplikationen
- Die Hämolyse führt beim Feten zu Anämie, Hypalbuminämie, möglicherweise Herzinsuffizienz mit hohem Auswurf und intrauterinem Fruchttod; unreife Erythrozyten (Erythroblasten) werden ins Blut ausgeschwemmt, in schweren Fällen entsteht ein Hydrops fetalis.
- Beim Neugeborenen verursacht die Hämolyse einen Anstieg des indirekten Bilirubins mit Ikterus bis zum Kernikterus; die Schwangere selbst bleibt meist symptomfrei.
Diagnostik
- Bei der ersten Vorsorgeuntersuchung werden bei allen Schwangeren Blutgruppe, Rh-Faktor und ein Antikörpersuchtest bestimmt; bei relevanten Antikörpern werden Blutgruppe und Zygotie des Vaters sowie die Titerverläufe bestimmt, wobei laborabhängig ein kritischer Titer meist zwischen 1:8 und 1:32 liegt.
- Der fetale Rh-Status kann nichtinvasiv aus zellfreier fetaler DNA im mütterlichen Blut (RHD-Gen) bestimmt werden.
Weiterlernen in der App
Weiterführende Literatur (Auswahl)
Querverweise
Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.